18.04.2005

Vorwürfe: EU-Komissionspräsident wegen Luxus-Kreuzfahrt in der Kritik

EU-Kommissionspräsident Barroso ist wegen einer privaten Kreuzfahrt in die Kritik geraten. Er soll die Einladung zu einer Reise im Wert von 20 000 Euro angenommen haben. Barrosos Gönner habe geschäftlich von den Verbindungen profitiert, so der Vorwurf.

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Soll Einladung zu einer Luxus-Kreuzfahrt angenommen haben: EU-Kommissionspräsident Barroso. Foto: dpa Lupe

Soll Einladung zu einer Luxus-Kreuzfahrt angenommen haben: EU-Kommissionspräsident Barroso. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Nach einem Bericht in der Tageszeitung "Die Welt" sei Kommissionspräsident José Manuel Barroso im August vergangenen Jahres auf die Privatyacht seines Freundes Spiro Latsis eingeladen worden. Die Sprecherin Barrosos bestätigte dies am Montag. „Die Vorwürfe bezahlten Geldes sind jedoch absurd“, sagte sie. Es sei eine rein private Reise gewesen.

Die Kommissionssprecherin versicherte, es gebe keine Verbindungen zwischen der Bankengruppe von Barroso- Gastgebers Latsis und der EU-Kommission. Die Europäische Bank für Wiederaufbau & Entwicklung (EBRD), die EU-Gelder für Projekte auf dem Balkan gibt, macht allerdings Geschäfte mit den Latsis-Unternehmen.

Die von der EU maßgeblich getragene EBRD finanziert nach eigenen Angaben unter anderem Immobilienkredite in Rumänien über die dortige Banc Post, die wiederum mehrheitlich der EFG Eurobank des Unternehmers Latsis gehört. Ein ähnlich EBRD-Projekt läuft in Bulgarien mit der dortigen Postbank, die ebenfalls von der Latsis- Bankengruppe zusammen mit einer anderen Firma kontrolliert wird.

Die Kommission hatte bereits über den Umgang mit privaten Einladungen auf Grund einer Anfrage des EU-skeptischen Europaabgeordneten Nigel Farage beraten. Dabei habe der Kommissionspräsident seine Reise im August als ein aus seiner Sicht unproblematisches Beispiel von Privateinladungen genannt, sagte Barrosos Sprecherin. „Auch Kommissare haben ein Recht auf Privatleben."

Die Kommissionssprecherin verteidigte zudem den britischen Handelskommissar Peter Mandelson gegen Vorwürfe, er habe sich zu einer Privatreise nach Jamaika einladen lassen. Mandelson habe dort vor einem dienstlichen Termin einige Tage bei Freunden verbracht, sagte sie. Auch dabei handele es sich um alte Freunde, die nichts mit der EU-Kommission zu tun hätten.

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