EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft
Oettinger wird zum Brüsseler Leichtgewicht

„Nicht happy, aber glücklich“: EU-Kommissar Günther Oettinger ist künftig nur für Digitale Wirtschaft zuständig und muss einen Vizepräsidenten als Koordinator über sich dulden. Damit verliert er in Brüssel an Bedeutung.
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BrüsselGünther Oettinger brauchte zwei Sprachen, um seine Gefühlslage zu seiner neuen Aufgabe in Brüssel zu beschreiben: „Ich bin nicht happy, aber glücklich“, sagte der bisherige Energiekommissar, der in der neuen EU-Kommission künftig für Digitale Wirtschaft zuständig sein soll. Auf diesem Posten hat er dann aber einen Vizepräsidenten über sich.

Wie das Team des neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker am Mittwoch bekanntgab, soll der Este Andrus Ansip den Themenkomplex in der Brüsseler Behörde koordinieren. Insgesamt gibt es sieben Vizepräsidenten, wobei der bisherige niederländische Außenminister Frans Timmermans als Erster Vizepräsident arbeiten und für eine bessere Regulierung auf EU-Ebene zuständig sein soll.

Der frühere französische Finanzminister Pierre Moscovici übernimmt die Bereiche Wirtschaft, Währung und Steuern. Der Lette Valdis Dombrovskis (Euro) und der Finne Jyrki Katainen (Arbeit, Wachstum und Investitionen) fungieren als Vizepräsidenten für diesen Bereich.

Weitere Vizepräsidenten sind die Slowenin Alenka Bratusek (Energie-Union), die Bulgarin Kristalina Georgieva (Haushalt) sowie die Italienerin Federica Mogherini, die von den EU-Staaten bereits als EU-Außenbeauftragte vorgesehen wurde.

Traditionell wichtig in Brüssel ist zudem der Job an der Spitze der Wettbewerbskommission, der an die Dänin Margrethe Vestager geht. Handelskommissarin und damit zuständig für die Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA ist die Schwedin Cecilia Malmström. Der Brite Jonathan Hill erhält den Bereich Finanzstabilität, Finanzdienste und Kapitalmarkt. Die neuen Kommissare müssen noch vom EU-Parlament bestätigt werden, bevor sie im November ihre Arbeit aufnehmen können.

Zuvor hatte es Streit gegeben um den Zuständigkeit von Oettinger, der in Brüssel nach anfänglichem Fremdeln in Brüssel als fleißig und pflichtbewusst gilt. Der 60-Jährige sowie seine CDU-Parteikollegen in Deutschland und allen voran Kanzlerin Angela Merkel hätten den Schwaben gern in einer zentraleren Rolle, etwa im Ressort Binnenmarkt.

Kommentare zu " EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft: Oettinger wird zum Brüsseler Leichtgewicht"

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  • um die Person Oettinger ist es nicht schade - der Mann ist kein Verlust.

    Trotzdem erkennt man das Selbstverständnis der EU - Deutschland hat zu zahlen und ansonsten die Klappe zu halten.
    Der Niedergang wird sich beschleunigen.......

  • So funktioniert die EU:
    Deutschland zahlt, die entscheidenden Posten besetzen durchgehend andere Länder ... kann man mögen, muss man aber nicht.

    Und immer mehr Bürger dieses Landes wollen das auch nicht mehr ... zumal Draghi die nächste Enteignungswelle angekündigt hat.

  • Das ist ein Schlag ins deutsche Gesicht. Wir sind Zahlmeister der Union und die Fäden ziehen die anderen. Hoffentlich hat dieses Schmierentheater bald ein Ende. Halten wir es mit den Briten und machen zeitgleich eine Volksabstimmung. Dann werden wir sehen, wie das Volk entscheidet.



    das Volk den größten Wirtschaftsmacht Europas größte

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