
BrüsselLänder, in denen noch immer Legehennen in Käfigen gehalten werden, bekommen Ärger aus Brüssel: Der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli kündigte am Donnerstag in Brüssel an, dass in den „kommenden Tagen“ Verfahren wegen Verstoßes gegen EU-Recht eingeleitet werden. „Das ist eine umgehende und unmittelbar bevorstehende Maßnahme, vor der die Kommission gewarnt hat.“ Seit dem 1. Januar ist die Käfighaltung von Legehennen in allen EU-Ländern verboten.
Trotzdem gab es im vergangenen Herbst noch immer 13 EU-Länder mit Betrieben, in denen Legehennen weiter in Käfigen gehalten wurden. Deutschland ist nicht darunter, aber die Nachbarländer Frankreich, Belgien, Polen und die Niederlande. Die Bundesregierung hatte die Kommission zuletzt mehrfach zum Handeln aufgerufen. In Deutschland kommen zwar kaum frische Eier aus anderen Ländern auf den Markt, Käfigeier können aber in importierten Ei-Produkten wie Nudeln oder Keksen enthalten sein.
Die Bundesregierung befürchtet neben mangelndem Tierschutz auch eine Benachteiligung der deutschen Betriebe im internationalen Wettbewerb. Dalli kritisierte, dass „durch das Inkrafttreten der Rechtsvorschriften zu Legehennen deutlich wurde, dass in verschiedenen Mitgliedstaaten nach wie vor Probleme beim Tierschutz bestehen“. Die EU-Kommission habe daher eine neue Tierschutzstrategie verabschiedet, die unter anderem ein einheitliches Tierschutzrecht, eine verbesserte internationale Zusammenarbeit und bessere Informationen für Verbraucher vorsieht.