EU-Kommission
Mehrheit für Frauenquote steht

Firmen sollen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich besetzt sind. Für diesen Vorschlag soll Viviane Reding nun eine Mehrheit in der EU-Kommission haben.
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BrüsselUnd die Frauenquote kommt doch: EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat sich laut Diplomaten am Dienstag ausreichend Rückendeckung ihrer Kollegen gesichert, um am (morgigen) Mittwoch einen Richtlinienvorschlag für die Quote auf den Tisch zu legen. Der sehe vor, dass bis 2020 alle Aufsichtsratsposten in den großen Unternehmen Europas zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden. "Der Deal steht", sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur dapd. Die notwendige Mehrheit im Kreis der 27 Kommissar sei dafür.

Erst vor drei Wochen war Reding mit ihrem Vorstoß noch im Kollegium abgeblitzt. Redings Vorschlag sieht vor, dass Firmen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich besetzt sind. Halten sich die Unternehmen bis 2020 nicht daran, sollten die Mitgliedsstaaten Geldbußen verhängen oder die Besetzungen für ungültig erklären, hieß es aus Kommissionskreisen. Für Vorstandsposten werde zunächst aber keine Quote aus Brüssel vorgeschrieben.

Ende Oktober stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung der EU-Kommission, wurde aber vertagt. Reding selbst gab sich damals kämpferisch. „Seit hundert Jahren kämpfen wir, was machen ein oder zwei Wochen da für einen Unterschied?“, sagte sie. Entscheidend sei, dass ein gutes Gesetz herauskomme.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich möchte nicht leugnen, dass es so etwas wie eine gläserne Decke gibt. Aber ist diese tatsächlich der entscheidende Grund für die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungsetagen und Aufsichtsräten? Ist die Verfügbarkeit von weiblichem Personal in bestimmten Bereichen nicht viel entscheidender? Selbst heute beobachten wir immer noch einen Hang der weiblichen Studierenden zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, während die so genannten MINT-Fächer weiterhin eher eine Männerdomäne bleiben. In den Zeiten, in denen die heutige Führungsetage studiert hat, sah dieses Phänomen noch gravierender aus(man wird schließlich i.d.R. nicht mit Ende 20 Mitglied des Vorstands oder erhält einen Sitz im Aufsichtsrat). Man kann also nicht erwarten, dass wir in den Führungsetagen eines Industrielands eine annähernd 50:50 Aufteilung zwischen Männern & Frauen vorfinden, wenn der Pool an Frauen, die in den entsprechenden Bereichen qualifiziert sind, von vorne herein signifikant kleiner ist! Die Initiative get-women-on-board legitimiert den Kampf für die 40%-Quote v.a. über den Frauenanteil in den Studienfächern BWL und Jura. Abgesehen davon, dass ich persönlich froh darüber bin, dass dt. Firmen nicht ausschließlich von BWLern & Jusristen geführt werden, lohnt sich ein Besuch in einer Marketing- oder Personalwirtschaftsvorlesung. Danach könnte man leicht zu dem Schluss kommen, dass es nur noch weibliche BWL Student_innen gibt! Besucht man hingegen eine Vorlesung im Bereich quantitative Methoden oder Ökonometrie sieht das Ganze schon wieder ganz anders aus! Betrachtet man zudem die Resorts der weiblichen Vorstandsmitglieder innerhalb der DAX Unternehmen genauer, so stellt man fest, dass diese (wenig überraschend) fast ausschließlich in den folgenden zwei Bereichen tätig sind: Personal und Compliance! In so fern halte ich eine "Frauen-Quote" nicht nur für falsch, sondern u.U. sogar für schädlich! Um das gewünschte Ziel zu erreichen müssen wir viel früher ansetzen!

  • Das hier ist keine Gleichberechtigungspolitik mehr.. sondern eine Männerdiskriminierende-Frauenextrembevorteiligungspolitik.. es fängt schon in der Schule oder im Studium an.. es gibt Stipendien, weil man eine Frau ist.. Frauenförderprogramme etc.. mal ganz ehrlich.. ich hab noch nie Diskriminierung gegenüber Frauen gespürt.. ich bin fast mitte 20 und studiere.. egal wann.. egal wo.. immer hört man immer nur.. Frauen werden diskriminiert.. und viele Themen in der Schule sind.. z.b. wieso Frauen besser sind als Männer.. also ich komm mir langsam echt dumm vor.. und ganz ehrlich, was hat meine Generation mit der Diskriminierung zutun? in unserer Generation wird doch schon garnichtmehr unterschieden, ob Mann oder Frau.. jeder hat hier die gleichen Chancen.. doch es werden die Frauen hier extrem bevorzugt, indem sie Förderprogramme bekommen.. Stipendien weil sie Frauen sind.. Unterstützungen etc.. wieso gibt es keine Männerstipendien? stehen die Mädels finanziell schlechter dar als ich oder was? und Zukunftsmäßig seh ich auch schwarz für mich, wenn ich höre, dass ich eh schlechte Karten hab, später mal einen guten Job zu haben, da ja Frauen jetzt -egal ob sie gut sind oder nicht- eh bevorzugt werden.. ich hab langsam die Schnauze voll.. da wander ich lieber aus.. und so denken viele Männer in meinem Alter inzwischen.. was passiert dann?? junge Fachkräfte werden weniger.. Deutsches Niveau und Qualität sinkt.. Ausländisches Niveau steigt, weil sie nun von der Qualität profitiert der Ausgewanderten.. und viele Firmen wandern in andere Länder aus.. somit wird Europa irgendwann keine Rolle mehr in der Wirtschaft spielen.. und das nur, weil man eine Quote erzwingen will und ein Geschlecht jetzt stark machen will.. doch wie ich schon sagte.. Diskriminierung in meiner Generation gibt es garnicht, da hier gleiche chancen für alle sind.. diskriminiert werden jetzt wir junge Männer.. und das ist Gleichberechtigung?

  • Wenn ich EU-Komission höre, wird mir schon schlecht.
    Die beste Art einem Gedanken an eine fortschreitende europäische Einigung zu vermiesen.
    Superleistungen dieser abgehalfterten und überversorgten Politikerkaste u.a.: Risthöhe der Schaukelpferde, Bananen - u. Gurkenkrümmung, Glühlampen, Unisextarife der Versicherungen,..und...und ...und.

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