EU-Kommission
Schockfotos gegen Europas Nikotinsucht

Die EU will den Bürgern das Rauchen abgewöhnen. Schockbilder und großflächige Warnhinweise auf den Schachteln sollen dabei helfen. Diese Pläne hat die EU-Kommission nun offiziell vorgestellt.
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BrüsselWarnhinweise auf Zigarettenpackungen sollen größer werden: 75 Prozent der Vorder- und Rückseite will die Brüsseler EU-Kommission künftig für solche Botschaften und Schockbilder reservieren. Dies ist Teil eines neuen Gesetzesvorschlags zur Eindämmung des Rauchens, den EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg am Mittwoch in Brüssel vorstellte.

Derzeit müssen Warnhinweise auf den beiden großen Seiten nur etwa halb so groß sein. Auf allen Packungen sollen Fotos von Raucherlungen oder anderen abschreckenden gesundheitlichen Folgen zu sehen sein. Wenn Europaparlament und die nationalen Staaten zustimmen, könnten die neuen Vorgaben von 2015 an gelten. Der neue Vorschlag ziele darauf ab, Tabakprodukte und das Rauchen gerade für Jugendliche weniger attraktiv zu machen, sagte Borg.

Borg will zudem Geschmacksstoffe wie Menthol weitgehend verbannen - sie dürften nur noch eingesetzt werden, wenn sie das Tabakaroma nicht verändern. „Die Verbraucher dürfen nicht in die Irre geführt werden“, erklärte Borg. „Tabakerzeugnisse müssen wie Tabakerzeugnisse aussehen und schmecken, und dieser Vorschlag stellt sicher, dass ansprechende Verpackungen und Aromen nicht als Marketingstrategie eingesetzt werden.“ Die Richtlinie sieht auch vor, die bisherigen Mengenangaben über Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid wegzulassen. Dafür sollen die Verpackungen den Hinweis tragen, dass Zigarettenrauch mehr als 70 krebserregende Stoffe enthält.

Während Markenlogos erlaubt bleiben sollen, will Borg zusätzliche Werbebotschaften auf den Packungen für Zigaretten und losen Tabak zum Selberdrehen verbieten. Bereits jetzt sind Formulierungen wie „mild“ und „leicht“ tabu. Künftig sollen auch Formulierungen wie „natürlich“ oder „biologisch“ verboten sein. Auch nikotinhaltige Produkte wie die immer beliebter werdenden elektronischen Zigaretten sollen künftig mit Gesundheitswarnungen gekennzeichnet werden. Überschreiten Produkte einen bestimmten Nikotinwert, müssen sie zudem als Arzneimittel zugelassen werden.

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Schockfotos gegen Europas Nikotinsucht

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Pfeifentabak und Zigarillos sind außen vor

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  • Ich bin dafür, dass Automobilhersteller Fotos von Unfalltoten auf die frische Lackierung kleben müssen. Es ist einfach nur noch armselig, was hier passiert. Wieviele Steuermilliarden nehmen die Staatsratsvorsitzenden in Europa durch die Zigarettenkonsumenten ein? Und wieviel Bevormundung werden sich de Menschen noch gefallen lassen?

    Meine Meinung als Nichtraucher: Jeder soll das Recht haben selbst zu entscheiden, welchem Laster er sich sein Leben lang hingibt.

  • Es ist wirklich rührend, wie sich die Eurokraten um unsere
    Gesundheit kümmern, andererseits uns das hochgiftige
    Quecksilber per Gesetz mittels Energiesparlampen verordnen.

    Wahrscheinlich wird man uns demnächst verordnen, bei dieser Kälte
    nicht ohne Mantel oder Jacke aus dem Hause zu gehen.

    Offensichtlich sind diese hochbezahlten, bestens versorgten
    und unfähigen EU-Beamten nicht ausgelastet. Ein gigantisches
    Sparpotenzial für das Euro-Budget.

  • Umerziehung beginnt im Kopf!
    Keine Angst: wir Gutmenschen kriegen alle Eure Laster in den Griff! Nur zu Eurem Besten, natürlich.
    Willkommen in der EUdSSR.

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