EU-Kommission
Spanien braucht keine Hilfe des EFSF

Nach Einschätzung der EU-Kommission muss Spanien keine Kredite aus dem Rettungsfonds EFSF aufnehmen, um seine Banken zu stützen. Allerdings fehlen noch Informationen zum Schuldenabbau. Die Anleger bleiben weiter nervös.
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Brüssel/Madrid/RomSpanien muss nach Ansicht der EU-Kommission seine Banken nicht mit Krediten des Euro-Rettungsfonds EFSF stützen. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Mittwoch in Brüssel, die Behörde bleibe bei dieser, schon vor Ostern geäußerten Einschätzung. Zur Bewertung der Pläne Spaniens zum Abbau der Neuverschuldung benötige die EU unterdessen noch weitere Informationen, ergänzte der Sprecher.

So habe Spanien bisher nur darüber informiert, wie der Haushalt der Zentralregierung gekürzt werde, um das Ziel eines Defizits von 5,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr zu erreichen. Bis Ende des Monats müssten jedoch auch noch die Finanzpläne der autonomen Regionen und des Sozialhaushalts vorgelegt werden.

Die Renditen für spanische Staatsanleihen waren in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Am Mittwoch entspannte sich die Lage zunächst. Diese Tendenz wird sich nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure fortsetzen.

„Spanien zeigt, wie nervös die Märkte derzeit sind“, sagte Coeure am Mittwoch in Paris. „Wenn man jedoch auf die Fundamentaldaten schaut, gibt es keinen Grund, warum sich die Situation nicht normalisieren sollte.“ Im Februar war Spaniens Industrieproduktion allerdings den sechsten Monat in Folge gefallen.

Im Jahresvergleich sei die Produktion arbeitstäglich bereinigt um 5,1 Prozent gesunken, wie die spanische Statistikbehörde INE mitteilte. Im Januar war die Industrieproduktion um revidierte 4,3 (zunächst 4,2) Prozent gesunken.

Das andere Sorgenkind Italien kommt zumindest kurzfristig problemlos an frisches Geld - allerdings zu deutlich erhöhten Kosten. Am Mittwoch sammelte das schuldengeplagte Land insgesamt elf Milliarden Euro bei Anlegern ein, wie die nationale Schuldenagentur in Rom mitteilte. Das Maximalziel wurde damit erreicht. Die Zinsen, die Investoren verlangten, stiegen gegenüber den letzten vergleichbaren Auktionen spürbar an.

Um sich für drei Monate Geld zu borgen, musste Italien eine durchschnittliche Rendite von 1,249 Prozent bieten. Zuletzt hatte sie noch bei lediglich 0,492 Prozent gelegen. Bei dem Einjahrespapier stieg sie von 1,405 auf 2,840 Prozent.

Auf lange Sicht gibt es auch positive Nachrichten: So haben Euro-Sorgenkinder wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien zuletzt deutlich mehr Waren exportiert und damit international Boden gutgemacht. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) sind die Handelsbilanzdefizite seit den Höchstständen im Jahr 2008 bis 2011 zum Teil deutlich geschrumpft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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