EU-Kommission warnt

„Die Schuldenstände sind besorgniserregend“

Europa soll sparen, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Jetzt warnt die EU-Kommission: Die Schuldenberge schrumpfen nicht, sondern wachsen - und nicht nur die Staatsfinanzen Griechenlands bieten Anlass zur Sorge.
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BrüsselDie EU hat mit der immer wieder beschworenen Haushaltskonsolidierung faktisch immer noch nicht begonnen. Im Gegenteil: Die Schuldenberge werden immer höher. In den 27 EU-Staaten wachse der durchschnittliche Anteil der Staatsverschuldung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2012 auf 83,3 Prozent, heißt es im gestern vorgelegten Bericht der EU-Kommission zur Lage der Staatsfinanzen in Europa. 2007 hatte der Anteil bei nur 59 Prozent gelegen.

Noch dramatischer sieht die Lage in den 17 Euro-Staaten aus: Dort steigt die Gesamtverschuldung bis 2012 im Durchschnitt sogar auf 88,7 Prozent vom BIP - und nähert sich damit gefährlich der kritischen Marke von 90 Prozent. Überschreitet die Verschuldung diese Schwelle, so beeinträchtigt sie nach Auffassung der US-Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart die langfristigen Wachstumsperspektiven.

Die EU-Kommission ermahnte die Regierungen daher wieder einmal eindringlich, endlich ernsthaft mit dem Sparen anzufangen. "Die Schuldenstände sind besorgniserregend", sagte der Sprecher von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Die Brüsseler Behörde setzt jetzt hohe Erwartungen in die nationalen Haushaltsentwürfe für das kommende Jahr. "Da gibt es keinen Platz mehr für Bequemlichkeit", sagte Rehns Sprecher. Dies gelte umso mehr, weil sich die Konjunktur nun wieder abzuschwächen drohe.

Verschuldung in der Euro-Zone in % des BIP

Die EU-Kommission befürchtet, dass die Regierungen im Wirtschaftsabschwung eigentlich notwendige Ausgabenkürzungen doch wieder auf die lange Bank schieben. "Es gibt immer das Risiko, dass bereits angekündigte zusätzliche Sparmaßnahmen doch nicht realisiert werden, weil sie politisch teuer werden können", heißt es in dem Kommissionsbericht.

Das rigide Brüsseler Spardiktat gilt allerdings nicht für alle Euro-Staaten gleichermaßen. Deutschland spielt in den Augen der EU-Kommission eine Sonderrolle. Der größte EU-Staat schaffe im Gegensatz zu fast allen anderen nächstes Jahr die Trendwende: Der deutsche Schuldenberg werde erstmals seit langer Zeit wieder schrumpfen. Deutschland gehört deshalb nach Auffassung der Kommission zu den wenigen Staaten, die sich im Abschwung höhere Staatsausgaben etwa für die Sozialversicherung leisten können.

Deutschland soll den Retter der Euro-Zone spielen
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19 Kommentare zu "EU-Kommission warnt: „Die Schuldenstände sind besorgniserregend“"

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  • Was denken Sie, wozu man die "Grünen" erfunden hat? Wenn die in die Regierung kommen, können wir alle unsere Häuser "zwangssanieren". Kostet viel Geld und kurbelt einen neuen Teil der Wirtschaft an. Hinterher brauchen wir wieder Fachleute, denn die älteren Häuser werden sonst verschimmeln.

    Der Schwachsinn dient nur der Wirtschaft und den Politikern. Diese brauchen schließlich eine Rechtfertigung für ihr Dasein. Auf über die Hälfte könnte man gut verzichten.

  • Diese EU muss rückabgewickelt werden.
    Die Währung ebenso!

  • Liebe Mitbürger,

    die Einführung des EURO lag damals der Idee zugrunde, eine Währungsunion und nicht eine Transfer- oder Schuldenunion zu schaffen. Am 29. September diskutiert der Bundestag über eine "Reform" des Euro-Rettungschirms (EFSF). Unterm Strich soll Deutschland und damit sie liebe Mitbürger, für die Schulden anderer Länder mehr haften, als zuvor. Ich bitte sie daher, über Portale wie "abgeordnetenwatch" Kontakt zu ihren Vertretern des Bundestags aufzunehmen. Fragen Sie ihre Abgeordneten, ob sie für oder gegen eine Erweiterung des EFSF stimmen. Bitten sie um eine Begründung der Entscheidung. Ermuntern sich auch andere Mitbürger, ihre Volksvertreter zu kontaktieren. Schreiben sie Leserbriefe in Lokalzeitungen und machen sie auf das Thema aufmerksam. Das Volk ist nun gefragt!

  • Welch grandiose Erkenntniss. Wie soll auch die Staatsverschuldung schrumpfen, wenn die Neuverschuldung in fast allen Staaten größer als das Wirtschaftswachstum ist?

  • Das Versagen der Politik und jetzt auch noch die Forderung der EU-Kommission, Deutschalnd wird schon alles wieder richten, ist eine ungeheure Zumutung, als wenn wir immer noch Reparationsleistungen zu erbringen hätten, 66 Jahre nach Kriegsende.Wenn die EU-Kommission das fordert, dann ist ja wohl auch der deutsche Kommissar Oettinger dabei. Das ist dann die absolute Krönung!Ich war bislang für Europa, aber jetzt muss ich zu den Europaskeptikern überwechseln.Es wird täglich schlimmer. Mit GR allein hat das schon nichts mehr zu tun.Der Gedanke eines starken Europas wird zu Schrott geredet.Und danach gehandelt.

  • welche eine Erkenntnis, das die Staatsverschuldung steigen

    solange die Politiker vom "alten Schlage" etwas zu sagen haben wird es auch immer so weiter gehen.
    Solange der Bankensektor nicht reguliert wird auch.

    Es darf sich also niemand wundern, dass der Status Quo beibehalten wird.

  • "Eine Reduzierung ist nur möglich, wenn der Staat in Wachstumsphasen weniger ausgibt".

    Das ist die Theorie von Keynes. Wurde natürlich nie von den Staaten praktiziert, aber es hätte auch nicht funktioniert. Keynes lebte in Zeiten gedeckter Geldsysteme. Seine Theorie basiert auf wertstabilem Geld.

    In unserem heutigen Schuldgeldsystem kann sich der Staat in Boomphasen zwar entschulden, aber gleichzeitig verschuldet sich in solchen Zeiten immer die Privatwirtschaft. Eine zinsbelastete Schuldgeldmenge führt ohne Zahlungsausfälle immer zu einer Kreditausweitung. Das ist ein Naturgesetz unseres Geldsystems.

    Viel schlimmer als die Verschuldungsproblematik wiegt aber die dadurch bedingte Aufrechterhaltung unsinniger Investitionen. Die Abwrackprämie ist das beste Beispiel für die fatalen Folgen unseres Geldsystems. Wenn wir schon um des "künstlichen" Geldes Willen echte Vermögenswerte zerstören, dann tut das echt weh. Ich hoffe wir zerstören nicht bald alle Wohnhäuser um dann kreditfinanziert neue bauen zu können.

  • Ich kann euch nur raten tief Luft zu holen, einen Schritt zurückzutreten und mal auf das Große Bild, nämlich unser Geldsystem zu schauen.

    Wir haben heute keinen Goldstandard mehr, sondern ein reines Schuldgeldsystem in dem Geld per zinsbelastetem Kredit in Umlauf kommt.

    Und eine echte Netto-Schuldentilgung aller Marktteilnehmer ist in einem Schuldgeldsystem unmöglich. So tugendhaft ich auch die Sparprogramme der Staaten finde, es ist leider ein Irrglaube man könnte dies durchziehen.

    Ersten würde eine hypothetische, vollständige Schuldentilgung unsere gesammte Geldmenge zurückführen. Sowas geht schon mal gar nicht.

    Zweitens muss man verstehen, dass eine Netto-Schuldentilgung aller öffentlichen und privaten Haushalte niemals ohne Zahlungsausfälle ablaufen kann. Und soetwas ist politischer Selbstmord, denn dies gefährdet den Sozialstaat. Um das nachzuvollziehen muss man die Giralgeldschöpfung einmal durchdenken:

    Werden z.B. 100 Euro Buchgeld per Giralgeldschöpfung auf das Konto eines Kreditnehmers gebucht so erhöht sich die Geldmenge temporär um eben diese 100 Euro. Zahlt er diese 100 Euro zurück sinkt die Geldmenge wieder auf den Ursprungszustand. Was ist aber mit den Zinsen (und evtl. Bearbeitungsgebühren)? Diese muss sich der Kreditnehmer irgendwie aus der aktuellen Geldmenge beschaffen. Da aber theoretisch jeder Euro der Geldmenge auf gleiche Weise geschöpft wird, ist letztlich jeder Marktteilnehmer in der gleichen Situation. Niemals können so alle Kreditnehmer die Zinsen gleichzeitig zahlen. Einige Kreditnehmer müssen Pleite gehen oder (und hier beginnt das Problem) eben neue Kredite aufnehmen und die Tilgung aufschieben. Die Neuverschuldung verlagert so aber lediglich den Zahlungsausfall in die Zukunft. Das Insolvenz-Potential wird so stetig erhöht.

    Beginnt man nun mit einer Netto-Tilgung dann gerät man in eine Abwärtsspirale in der all diese aufgeschobenen Insolvenzen (der letzten Jahrzehnte) nachgeholt werden.

  • „Die Schuldenstände sind besorgniserregend“.
    Alles dummes Zeug. Hört doch einfach der FDJ Trulla und dem Alko Schäuble einmal wirklich zu zu. Alles im Griff!

  • Danke für diese Information.

    Eine weitere Seite zu diesen Themen ist

    www.sieleben.wordpress.com

    Es gibt aber Hoffnung - denn Jesus hat bereits während seiner irdischen Existenz davor gewarnt, dass die ganze Welt in der Hand dessen liegt, der böse ist. Dieser, in der Bibel als Satan bezeichnet, ist ein mächtiges Geistgeschöpf, der am Ende der Zeit die ganze bewohnte Erde irre führt. Seine Instrumente sind Medien, Kunst, Kirchen, Drogen, die Finanzsysteme usw. Satan versuchte ja damals, Jesus während seiner 40-tägigen Fastenzeit in der Wüste zu verführen und hat ihm für einen Akt der Anbetung alle Königreiche der Erde angeboten. Also sind die Königreiche der Erde in der Hand Satans und alles, was dazu gehört, bildet das System des Antichristen. Lesen Sie in der Bibel das Buch Daniel, ab Vers 2:44 - dort wird beschrieben, wie diese Königreiche vernichtet werden, die dem Antichristen dienen. Es gibt nicht wenige Politker, die zur Entscheidungsfindung sich den rituellen Zeremonien des Freimaurertums bedienen und dämonische Praktiken folgen - das ist gefährlich. Ein Christ weiß das.

    Wenn Sie mehr über den usammenhang der Geschehnisse mit der biblischen Wahrheit wissen möchten, dann wenden Sie sich an jemanden, der sich ind er Heiligen Schrift auskennt. Darin ist alles erklärt.

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