EU-Kommissionspräsidium
Lässt Merkel Juncker für Lagarde fallen?

Das Geschacher um den EU-Chefposten geht weiter: Insidern zufolge hat Kanzlerin Merkel in Frankreich Christine Lagarde ins Spiel gebracht. Das Dementi der Bundesregierung folgte prompt.
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ParisBundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Angaben französischer Insider IWF-Chefin Christine Lagarde als neue EU-Kommissionspräsidentin ins Gespräch gebracht. Die Kanzlerin habe den französischen Präsidenten Francois Hollande in einer privaten Unterredung gefragt, ob er seine Landsfrau als Kandidatin unterstützen würde, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, erklärte dazu: „Die Meldung ist falsch. Es gilt, was die Bundeskanzlerin gestern öffentlich gesagt hat.“ Merkel hatte am Montag erklärt, sie unterstütze den früheren luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsidenten.

Hollande hat den Insidern zufolge keine abschließende Meinung geäußert. Er habe aber gesagt, es wäre keine gute Idee, wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht mehr von einem Europäer geleitet würde. Es sei auch kaum vorstellbar, dass der Sozialist Hollande, der nach dem Sieg des rechtsextremen Front National bei der Europa-Wahl innenpolitisch massiv unter Druck steht, einen konservativen Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten unterstütze, hieß es weiter.

Die 58-jährige Lagarde gehört der konservativen UMP an, die in Frankreich in der Opposition ist. Juncker ist Spitzenkandidat der konservativen EVP bei der Europa-Wahl vom 25. Mai. Er gilt als Verfechter einer stärkeren Integration der Gemeinschaft, was der euroskeptische britische Premierminister David Cameron ablehnt. Kritik an Juncker kommt aber auch aus Ungarn, Schweden und den Niederlanden.

Widerstand gegen Juncker

Merkel hatte sich nach anfänglichem Zögern für Juncker ausgesprochen. Am Montag sagte sie, sie arbeite in allen Gesprächen dafür, dass er die notwendige Mehrheit im EU-Rat der Staats- und Regierungschefs bekomme, um Kommissionspräsident zu werden. Sie verwies auf die dafür nötige qualifizierte Mehrheit. Dies würde bedeuten, dass Juncker gegen den Widerstand Großbritanniens ernannt werden könnte.

Der britische Premierminister Cameron lehnt Juncker ab und hat Medienberichten zufolge sogar vor einem Austritt seines Landes aus der EU gewarnt. In britischen Regierungskreisen hatte es geheißen, Lagarde wäre eine akzeptable Alternative zu Juncker.

Lagarde ist seit 2011 IWF-Chefin, ihre Amtszeit endet 2016. Unter Hollandes konservativem Vorgänger Nicolas Sarkozy war sie französische Finanzministerin. Der IWF wird traditionell von einem Europäer geführt, an der Spitze der Schwesterorganisation Weltbank steht ein US-Bürger. Allerdings streben die Schwellenländer nach mehr Einfluss und erheben Anspruch auf den Spitzenposten des IWF.

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  • Angela Kasner (so hiess die Kanzlerin vor ihrer ersten Ehe mit Ulrich Merkel) nahm als Achtklässlerin an der DDR-weiten Russisch-Olympiade teil und belegte eine dritten Platz, obwohl der Wettbewerb eigentlich erst für Zehntklässler ausgeschrieben war. Als Zehntklässlerin erlangte sie dann den ersten Platz. Nachzulesen bei Stefan Cornelius "Angela Merkel", Seite 22 oben.

  • @ Gaishirtle

    Zitat : Merkels Russisch ist hervorragend; muss man fairerweise sagen

    - wie kann denn eine Fremdsprache bei einem hervorragend sein, die man 40 Jahre lang, nach Erlernen auf der Schule, NICHT praktiziert hat ?

    Die Russischkenntnisse der meisten Ossis sind den Schul-Fremdsprachenkenntnissen der zweiten Fremdsprache, die man nie praktiziert hat, vergleichbar bei uns gleichzusetzen.

  • "...Insidern zufolge..."
    Kann zweierlei bedeuten:
    1. Lagarde hat "geplappert". Damit wars das für sie bei Merkel.
    2. Merkel selbst hat die Gerüchte gestreut. Dann entspricht das ihrer Methode, einen "Testballon" steigen zu lassen, um zu schauen, wie eine solche Massnahme (in England und Frankreich?) ankommen würde. Entweder "war es dann von Anfang an ihre Idee" oder "es war noch nie was dran."

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