EU-Länder betroffen Putin verbietet Lebensmittel aus dem Westen

Der Kremlchef reagiert auf die Sanktionen: Westliche Lebensmittelhersteller müssen nun wegen der Ukraine-Krise auf den riesigen russischen Markt verzichten. Gegen Agrarimporte aus den USA wird besonders hart ausgeteilt.
Update: 07.08.2014 - 04:33 Uhr 77 Kommentare
Wladimir Putin: Russlands Präsident reagiert auf die internationalen Sanktionen mit Importverboten. Quelle: AFP

Wladimir Putin: Russlands Präsident reagiert auf die internationalen Sanktionen mit Importverboten.

(Foto: AFP)

Moskau/Donezk/BerlinRussland kontert die westlichen Sanktionen im Ukraine-Konflikt mit einem einjährigen Einfuhrverbot für zahlreiche Agrarprodukte und Lebensmittel. Betroffen seien jene Länder, die Strafmaßnahmen gegen Moskau erlassen hätten, teilte Kremlchef Wladimir Putin in einem am Mittwoch in Moskau unterzeichneten Dekret mit. Dazu zählen die EU und die USA sowie weitere Länder wie Kanada, die Schweiz und Japan.

Alexej Alkexeenko von der russischen Gesundheitsaufsichtsbehörde sagte der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Mittwoch, alle Agrarimporte aus den USA würden unter das Verbot fallen. „Alle Produkte, die dort produziert wurden und nach Russland gebracht werden, werden verboten.“ Eine vollständige Liste werde erst am Donnerstag veröffentlicht, aber er denke, dass auch alle Importe von Obst und Gemüse aus der EU betroffen seien, sagte Alkexeenko weiter.

Der Schritt diene den nationalen Interessen und der Sicherheit Russlands, hieß es in dem Ukas. Die Sanktionen seien aus Sicht Moskaus mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar. „Klagen gegen Russland schließen wir aus“, hieß es.

Der Fokus liegt nun auf Waren aus Südamerika

Im Gegenzug will Russland mehr Waren aus Südamerika importieren. Gespräche seien für diesen Donnerstag mit den Botschaftern Ecuadors, Brasiliens, Chiles und Argentiniens geplant, meldete die Agentur Interfax. Die Lebensmittelaufsicht ließ 91 brasilianische Lebensmittelhersteller für den russischen Markt zu.

Russland hatte zuletzt bereits mehrere Importverbote für westliche Produkte erlassen, diese aber mit Hygienefragen und Verbraucherschutz begründet. Nun wies Putin die Regierung zu einer strengen Preiskontrolle an, damit die Maßnahmen nicht zulasten der Verbraucher gingen. Er erwarte von den Ministerien in Zusammenarbeit mit der Polizei ein genaues „Monitoring der Warenmärkte“. Nach einem Importstopp für Obst aus Polen hatten Moskauer Medien bereits vor Preisanstiegen von etwa 40 Prozent etwa bei Äpfeln gewarnt.

Westliche Lebensmittel sind in Russland bisher überall erhältlich. Allerdings greifen viele Russen eher auf heimische Produkte zurück, weil Westware in der Regel deutlich teurer ist. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums lieferten US-Unternehmen 2013 Lebensmittel und Agrarprodukte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar nach Russland.

Die USA haben sich vom Einfuhrverbot unbeeindruckt gezeigt. Der Schritt würde nur die Isolation Russlands erhöhen und dessen eigener Wirtschaft schaden, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Laura Lucas Magnuson, am Mittwoch.

Magnuson wies daraufhin, dass auch die russische Zentralbank davor gewarnt habe, dass ein Importverbot auf Lebensmittel die Inflation erhöhen und die Kaufkraft russischer Bürger schmälern würde. Die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens hätten die russische Wirtschaft bereits deutlich geschwächt. „Ausländische Investoren bleiben zunehmend fern und russische Investoren flüchten“, so Magnuson. Vor den Strafmaßnahmen der USA und der EU sei für das laufende Jahr bereits eine Kapitalflucht von rund 100 Milliarden Dollar (74,7 Mrd. Euro) erwartet worden.

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77 Kommentare zu "EU-Länder betroffen: Putin verbietet Lebensmittel aus dem Westen"

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  • Der Westen wird bald merken, dass er sich mit den Sanktionen selbst am meisten schadet.
    Aber das sit alternativlos.

  • Der Westen wird bald merken, dass er sich mit den Sanktionen selbst am meisten schadet.
    Aber das sit alternativlos.

  • Russland hat uns noch nie überfallen. Umgekehrt schon, sogar zweimal.

  • Dieser Krieg tobt seit 9/11! – Die Bestie beisst um sich…


  • Hungerstreik - Eine interessante Strategie, Herr Putin.

    Eine passende Ergänzung zur bisherigen Ich-setz-mich-jetzt-in-die-Ecke-und-rede-mit-keinem-mehr-Strategie.

    Bisweilen auch in den Varianten: Mit-meiner-doofen-europäischen-Schwester-rede-ich-nie-wieder, sowie: Ab-jetzt-spiele-ich-nur-noch-mit-meinem-chinesischen-Bruder-und-die-doofe-Ziege-kann-sehen-wo-sie-bleibt.

    Alles auf der aussenpolitischen Basis von: Ich-kann-hauen-wen-ich-will-Verpetz-mich-doch-bei-deiner-amerikanischen-Mama.

    Alles sehr beeindruckend.

    Die EU muss nun wohl schleunigst der gewaltsamen Annexion der gesamten Ukraine durch Russland zustimmen,und zwar noch bevor uns unser ganzes unverkauftes Schweinefleich im Halse stecken bleibt?

  • Xutin hat eine Internet-Armee gegrundet, Ihre Aufgabe bei Foren, Chats, etc die russiche Politik durchsetzen. Kgb ist fast uberall.

  • Dewr Westen hält alle Tatsachen zum Abschuss der Passagiermaschine so lange zurück, bis der Russe in der Ostukraine einmarschiert ist. Dann haben sie wieder etwas zu zettern.

    Putin wird gestärkt aus der Sache hervorgehen, denn er hat mit seiner Armee dafür gesorgt, dass Russen (überall) seinen Schutz genießen. Alles andere wäre feige und Verrat.

  • Frage: Warum wirkt die EU/USA nicht mäßigend, auf Kiew ein ? Warum werden die ''sogenannten'' Beweise für den Abschuss des Flugzeuges aus Malaysia nicht veröffentlicht ?
    Dies sind nur zwei Fragen und es gibt sicherlich noch viele die nie beantwortet werden, von Seiten der EU/USA/Kiew.

    Mit Hurra in den Untergang demnächst.

  • @Herr Baer, und was machen wir mit den armen Teufel die in der malaysischen Maschine saßen. Oder mit der Fluggesellschaft.
    Man sollte doch eine riesengroßes, würdiges Abschiedsevent mit einem Mahnmal veranstalten. Das hat doch Gesicht, und man sollte sie nicht einfach verbuddeln als wenn man sich ihrer schämte.

  • Und euch viel Pass mit eurem Friedennobelpreisler und vasalle Merlel

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