EU-Lateinamerika-Gipfel
Chávez fühlt sich eingeladen

Mit einem gemeinsamen Bekenntnis zum Kampf gegen Armut und den Klimawandel ist der fünfte EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru zu Ende gegangen. Weniger gemeinsam sind hingegen die Stellungnahmen von deutscher und venezolanischer Seite, was mögliche künftige Kontakte betrifft: Venezuelas Staatschef Hugo Chávez sorgte mit einer Erklärung zu einem angeblichen Deutschland-Besuch für Verwirrung.

HB LIMA. Bei dem Treffen entschuldigte sich Chávez nach eigenen Angaben bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für seine vorherige heftige Kritik. Er habe Merkel anlässlich des Gruppenfotos der rund 50 Gipfelteilnehmer einen Kuss gegeben und gesagt „wenn ich zu hart war, 'verzeihen Sie mir, hier ist meine Hand'„. Der venezolanische Präsident hatte vor einer Woche Merkels politische Heimat in einem Atemzug mit den Unterstützern Adolf Hitlers genannt, der Bundeskanzlerin noch kurz vor seinem Abflug nach Lima jegliche Vernunft abgesprochen und sie ermahnt, sich wie eine Staatsfrau zu benehmen. Merkel selbst nahm dazu keine Stellung.

Für Verwirrung sorgte Chávez mit seiner Aussage, Merkel habe ihn nach Deutschland eingeladen. Er habe die Einladung angenommen, sagte er laut peruanischer Nachrichtenagentur Andina. Aus Kreisen der Bundesregierung wurde die Darstellung zurückgewiesen. Die Kanzlerin habe den Spanisch sprechenden Chávez nicht verstanden.

Chávez habe ihr bei einer kurzen Begegnung beim EU-Lateinamerika-Gipfel über seine guten Erinnerungen an seine bisher insgesamt vier Deutschland-Besuche berichtet. „Darüber hinaus ist das Gespräch nicht gegangen“, sagte sie vor Journalisten. „Weitergehende Planungen habe ich im Augenblick nicht.“

Wenn der venezolanische Präsident bei seinen Vorwürfen gegenüber Merkel geblieben wäre, hätte er nun Unterstützung aus Deutschland bekommen: Die Sprecherin der Kommunistischen Plattform in der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, hat Verständnis für die umstrittenen Äußerungen. „Das, was Chavez gesagt hat, ist historisch korrekt“, sagte Wagenknecht der „Welt am Sonntag“. Er habe nicht behauptet, dass Merkel eine „Wiedergängerin“ von Adolf Hitler sei. Er habe vielmehr erklärt, „dass die Partei, in der Angela Merkel wirkt, aus einer Partei hervorgegangen ist, die seinerzeit mit den Nazis zumindest indirekt kooperiert hat“, sagte Wagenknecht: „Das ist eine historisch zutreffende Darstellung.“

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