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26.06.2008 
Subventionen

EU lehnt Finanzhilfen für deutsche Milchbauern ab

Die Forderung von Bundesagrarminister Horst Seehofer, deutsche Milchbauer finanziell zu unterstützen, stößt bei der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel auf Widerstand. „Wo soll ich dieses Geld hernehmen?“, fragt sie. Den deutschen Bauern drohen Einbußen von rund 440 Millionen Euro.

Trotz Protestes: Die EU-Kommission will deutschen Milchbauern nicht mehr Geld geben. Foto: dpaLupe

Trotz Protestes: Die EU-Kommission will deutschen Milchbauern nicht mehr Geld geben. Foto: dpa

HB BERLIN. Die EU-Kommission lehnt die Forderung von Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und des Deutschen Bauernverbands nach finanziellen Hilfen für die Milchbauern ab. „Was glaubt Herr Seehofer, wo ich dieses Geld hernehmen soll? Ich habe keine Privatschatulle, aus der ich mal eben 200 Millionen Euro nehmen könnte“, sagte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Sie bekräftigte auch, dass die Milchquote – die Produktionsbeschränkung in der EU – im Jahr 2015 wegfallen soll. Eine Fortsetzung, wie sie der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter wolle, sei „vollkommen illusorisch“.

Den deutschen Bauern drohen nach Angaben der EU-Kommissarin von 2013 an Einbußen von rund 440 Millionen Euro bei den direkten Beihilfen. Sie halte Klagen der deutschen Landwirte für unbegründet, die EU nehme ihnen Geld weg. Die EU-Kommission will bis 2013 Geld der Beihilfen umlenken in Mittel für ländliche Regionen. Dies lehnen Seehofer und der Bauernverband ab.

Fischer Boel kritisierte auch den Widerstand Seehofers gegen die geplante Abschaffung der Normen für die Gurkenkrümmung. Angesichts hoher Nahrungsmittelpreise und Hunger auf der Welt dürften keine Gurken weggeworfen werden, nur weil die Krümmung zu stark sei. Deutschland und andere EU-Staaten sind gegen schwächere Normen für die Handelsklassen bei Obst und Gemüse.

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