05.02.2010

EU-Liberale: Kritik an Auflagen für Griechenland

Bereits kurz nachdem die EU die Auflagen für den Pleite-Staat Griechenland verkündet hat, wird bereits Kritik laut. Die Euro-Länder hätten sich viel früher um die Krise der Griechen kümmern müssen und die Reform sei zu kurz gesprungen. Das liberale Lager fordert jetzt die Ausgabe von Eurobonds.

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Nach den beschlossenen Auflagen wird jetzt im EU-Parlament Kritik laut. Besonders die Liberalen sind unzufrieden. Quelle: dpaLupe

Nach den beschlossenen Auflagen wird jetzt im EU-Parlament Kritik laut. Besonders die Liberalen sind unzufrieden. Quelle: dpa

BRÜSSEL/ATHEN. Einen Tag nach der Verkündung scharfer EU-Auflagen für das hochverschuldete Griechenland wird im Europaparlament Kritik am Management der Euro-Zone laut. Die Euro-Länder hätten sich viel früher um die Krise in Griechenland kümmern müssen, sagte der Chef der liberalen Fraktion, Guy Verhofstadt. Die nun geforderten Reformen kämen zu spät und griffen zu kurz, da die Vertrauenskrise bereits auf die Eurozone übergegriffen habe. Gestern kam der Euro unter Druck; zudem gerieten Spanien und Portugal an den Bondmärkten in Bedrängnis.

Der EU-Sondergipfel am 11. Februar müsse sich mit der Krise befassen und Hilfen für Griechenland auf den Weg bringen, forderte Verhofstadt. Eine Möglichkeit sei die Ausgabe von Eurobonds. Für Finanzhilfen sprachen sich auch die Sozialdemokraten aus. Parteichef Poul Nyrup Rasmussen sprach von einer "Notlage". Zuvor hatte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn die Länder der Eurozone aufgerufen, Griechenland zu helfen.

Athen reformiert Statistikbehörde

Die Regierung in Athen will ihre Statistikbehörde, die seit Jahren wegen unzuverlässiger Wirtschaftsdaten in der Kritik steht, grundlegend reformieren. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou legte gestern dem Athener Parlament einen Gesetzentwurf vor, mit dem das bisher seinem Ministerium unterstellte Statistikamt in eine unabhängige Institution öffentlichen Rechts umgewandelt wird. Die neue Behörde soll strikt nach den Vorgaben der EU arbeiten und werde damit erstmals ins europäische statistische System integriert, erklärte er.

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