EU-Migrationskommissar
Europa erklärt Schmugglern den Krieg

Die Äußerungen klingen martialisch, doch ein Rezept gegen den Menschenschmuggel auf See und die Todesgefahr tausender Migranten haben EU-Grenzschützer bisher nicht. Der EU-Kommissar stellt einen Aktionsplan in Aussicht.
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WarschauEU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos fordert europäische Geschlossenheit und Solidarität im Kampf gegen Menschenschmuggler. „Europa erklärt den Schmugglern den Krieg“, sagte er am Donnerstag in Warschau nach einem Treffen mit dem Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Boote der Menschenschmuggler sollten konfisziert und zerstört werden. Gleichzeitig wies Avramopoulos auf die Rolle der Frontex-Missionen Triton und Poseidon im Mittelmeer bei der Rettung von Migranten aus Seenot hin.

„Kein Mensch sollte im Stich gelassen werden“, sagte er auf dem Europäischen Tag der Grenzschützer in der polnischen Hauptstadt. Nötig sei ein strategischer Ansatz, um die Gefahren der Reise zu vermindern und Menschenleben zu retten, sagte Avramopoulos angesichts der jüngsten Tragödien im Mittelmeer mit hunderten ertrunkener Migranten. Die EU-Kommission wolle Ende Mai ihren Aktionsplan verabschieden, in dem es auch um die Bekämpfung des Menschenschmuggels gehe.

Gleichzeitig betonte der Migrationskommissar: „Kein Land soll alleingelassen werden mit der Verantwortung (für Migranten).“ Einige EU-Länder stünden unter starkem Druck bei der Aufnahme von Migranten, während andere eine deutlich entspanntere Situation hätten. Hier sei europäische Solidarität gefragt, sagte Avramopoulos, ohne auf Aufnahmequoten für Flüchtlinge einzugehen. Vor allem in den östlichen EU-Staaten trifft eine solche Quotenregelung auf starken Widerstand.

Auch wenn die Hauptroute der Migranten von der nordafrikanischen Küste und vor allem Libyen nach Italien führt, hat Frontex in den ersten Monaten des Jahres einen Anstieg von Migranten verzeichnet, die über das östliche Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.

Flüchtlingsrouten nach Europa <--! Unglücksstelle 1-->
Unglücksstelle

11.02.2015 - 330 Tote

3.10.2014 - 366 Tote

4.08.2011 - 125 Tote

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Unglücksstelle

29.07.2015 - 150 Tote

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Unglücksstelle

19.04.2015 - 700 Tote

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Unglücksstelle

1.06.2011 - 270 Tote

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Unglücksstelle

15.09.2014 - 500 Tote

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Unglücksstelle

11.06.2012 - 54 Tote

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Unglücksstelle

4.11.2014 - 24 Tote

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Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2006-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Marokko: 52
- Guinea: 50
- Senegal: 26

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Algerien (See): 734
- Kamerun: 1497
- Mali: 669 (Land)

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Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 39.651
- Eritrea: 33.559
- Unbekannt: 26.340

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2013

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Jan-Jun): 7.751

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 3.040
- Nigeria: 684
- Eritrea: 475

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 4- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 48.075
- Afghanistan: 12.475
- Somalia: 1.621 (Sea)
- Irak: 483 (Land)

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Kosovo: 22.059
- Afghanistan: 8.342
- Syrien: 7.320

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Vietnam: 257
- Afghanistan: 209
- Georgien: 171

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Albanien: 8.757
- Mazedonien: 31
- Georgien: 14

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2015

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Migrationskommissar: Europa erklärt Schmugglern den Krieg"

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  • im osten ist man noch sehr weit von "willkommenskultur" entfernt......

    das läst man lieber die D machen..^^

    wünschte mir nur mal unser geld wäre auchz nazi um es anzunehmen ^^..

    die osterweiterung möchten länder wie Polen aber gern weiter vorantreiben ^^...
    um gegn russland in stellung zu gehen....

    anderseits zieht man sich gern aus allem andern raus.... Klimaziele.....wie hier die flüchtlings lage oder "reformen"... man ist auch genr nationalistisch....

    das aber alels immer nur tagisch wenn es in D so ähnlich passiert....

    Pegida wurde so hochgekocht auch im ausland als wenn der braune mob vor der machtübernahme stände....

    dabei sind die "rechten" bei uns nur marginal präsent im BUnd oder Landesparlamenten...
    im gegensatz zu unseren nachbarn...

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