EU-Ministertreffen
24 Milliarden Euro gegen Jugendarbeitslosigkeit

5,6 Millionen Jugendliche in der EU sind arbeitslos – vor allem in den Krisenstaaten. Die EU-Arbeits- und Sozialminister wollen das ändern - und Milliarden in den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit stecken.
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BerlinDie EU-Mitgliedstaaten wollen den rund 5,6 Millionen jungen Arbeitslosen in Europa mit entschlossenem Handeln eine Perspektive eröffnen. Das Geld für Förderprogramme sei nicht das Problem, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin bei Beratungen der Staats- und Regierungschefs aus rund 20 EU-Staaten. Nun sei die Stunde der Praktiker gekommen. Die Arbeits- und Sozialminister der EU nannten in einer Berliner Erklärung Beispiele für erfolgreiche Programme wie etwa Lohnkostenzuschüsse und eine bessere Verzahnung von schulischer und betrieblicher Ausbildung. Insgesamt sollen nun 24 Milliarden Euro an EU-Mitteln dafür bereitstehen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sprach von einer Mogelpackung.

In Spanien und Griechenland beträgt die Arbeitslosigkeit bei der Bevölkerung unter 25 Jahren mehr als 50 Prozent. In Italien und Portugal sieht es für junge Menschen mit Erwerbslosenraten von über 30 Prozent kaum besser aus. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück macht dafür auch Merkels Sparkurs in der Euro- und Verschuldungskrise verantwortlich. "Die ökonomischen Schwierigkeiten können sehr leicht überspringen in eine politische und soziale Destabilisierung europäischer befreundeter Länder", warnte er. In Portugal sei dies bereits zu beobachten. Dort war am Montag der Finanzminister wegen des schwindenden Rückhalts in der Bevölkerung für die Sparmaßnahmen der Regierung zurückgetreten und hatte eine Regierungskrise ausgelöst.

"Es ist so, dass ja sehr viel über die Geldsummen diskutiert wird", sagte Merkel. "Ich glaube, das Geld ist ganz im Augenblick einmal nicht das Problem." Es gehe darum, wie man jungen Menschen eine Chance geben könne. Vor dem Kanzleramt demonstrierten etwa 300 Menschen gegen Merkels Kurs in der Euro-Schuldenkrise, darunter SPD-Chef Sigmar Gabriel und ranghohe Gewerkschafter. DGB-Chef Michael Sommer nannte die hohe Jugendarbeitslosigkeit eine "tickende Zeitbombe". Die sechs Milliarden Euro, die von der EU neu aufgebracht würden zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, seien "zum größten Teil auch nur eine Mogelpackung".

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Kommentare zu " EU-Ministertreffen: 24 Milliarden Euro gegen Jugendarbeitslosigkeit"

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  • die Kernfrage lautet: Kann der Sozialstaat oder die Wirtschaft schnell und nachhaltig Jugendarbeitsplätze schaffen. Eines ist klar: Bezahlte Arbeitszeit durch die Wirtschaft kann nicht schnell vermehrt werden, da man dazu Wachstum benötigte, welches nicht gegeben ist. Verordnete Arbeitszeit durch den Sozialstaat kann schnell geschaffen werden, da man Finanzmittel aufnehmen oder umschichten kann, um staatliche Aufgaben zu erledigen , vorzuziehen oder wirtschaftliche Aufgaben vorzufinanzieren. Die Wirtschaft ist nachhaltiger, da ihre bezahlte Arbeitszeit selbst finanziert ist und der geschaffene Wertgegenstand der Arbeitszeit einen Absatzmarkt besitzt. Eine Möglichkeit gäbe es nun, wenn Sozialstaat und Wirtschaft sich zusammentun und rentennah besetzte Arbeitsplätze teilen. Der junge Mensch könnte ein wenn auch geringeres Einkommen erzielen, sich in die Arbeitswelt einarbeiten und die restliche halbe Arbeitszeit für seine Ausbildungsdefizite verwenden, der ältere Mensch könnte sein Wissen weitergeben, etwas kürzer treten und hätte eine klare Ausstiegsperspektive. Diese Übergangszeit kostet wegen der notwendigen Einkommensausgleiche etwas, doch der Vorteil ist, dass sie begrenzt und berechenbar ist, wenn sie nach einem akzeptierten und mißbrauchverhindernden Regelwerk abläuft. Diese Übergangszeit würde wahrscheinlich auch Wachstum erzeugen, da mehr Geld im Spiel ist, ein wachstumsförderndes Zukunftsvertrauen entstehen würde und der junge Mensch sich mehr leisten würde und könnte als in einem Praktikanten- oder Zusatzausbildungsdasein.

  • Langsam aber sicher zu wider, die EU-"POLITIK(er)" !!!

    Verheizte Jahrgänge für die kriminelle LOBBY !!!

  • Die sozialistischen Regierungen in den Südländern ruinieren bis 2010/2011 ihre Wirtschaften und Deutschland soll jetzt für die Beseitigung der FOlgeschäden, wie Jugendarbeitslosigkeit, blechen...Und die Nehmerländer verspotten den dt. Steuerzahler ob seiner Dummheit.

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