EU, Nato Die Postenjagd ist eröffnet

Das kommt auch in Brüssel nur alle paar Jahre vor: Es gibt viele Posten zu vergeben. Nicht nur bei der EU, auch bei der Nato. Es geht um Macht, Einfluss und Aufgaben. Von Eitelkeit und Geld ist keine Rede.
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Nachfolger gesucht: Jose Manuel Barroso gibt bald seine Position ab. Quelle: dpa

Nachfolger gesucht: Jose Manuel Barroso gibt bald seine Position ab.

(Foto: dpa)

BrüsselDas große Personalkarussell kommt langsam in Gang. In Brüssel sind im kommenden Jahr jede Menge Spitzenpositionen zu besetzen - und nun beginnt das öffentliche Schaulaufen der Kandidaten für wichtige, angesehene und lukrative Posten. Bei der Nato muss ein Nachfolger für Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gefunden werden, bei der EU stehen die Positionen des Ratsvorsitzenden Herman Van Rompuy, des Kommissionsvorsitzenden José Manuel Barroso und der Außenbeauftragten Catherine Ashton zur Neubesetzung an.

Den Anfang machte Franco Frattini, einst italienischer Außenminister und Vertrauter von Regierungschef Silvio Berlusconi. Er tourte ganz offiziell als Kandidat für den Posten des Nato-Generalsekretärs durch Brüssel. Ganz absichtlich missachtete er die Regel, dass frühe Kandidaturen nur selten ein gutes Ende nehmen: „Es ist am besten, ganz transparent zu sein“, sagte er tapfer.

Bisher ist er noch alleine, weil alle denkbaren anderen Kandidaten so tun, als hätten sie ein Schweigegelübde abgelegt. Offiziell endet das Mandat des Dänen Rasmussen am 31. Juli 2014. Die Nachfolge wird von den Regierungschefs der 28 Bündnisländer gerne persönlich geregelt - in ganz kleinen Kungelrunden, die allmählich größer werden und die im Spätherbst oder Frühwinter zu einem Konsens führen sollten. Alle sind dabei wichtig - aber erfahrungsgemäß läuft nichts ohne die USA, die diesen Posten stets einem Europäer ihres Vertrauens überlassen. Und auch nicht ohne Frankreich, das von einem Nato-Generalsekretär erwartet, dass dieser auch der französischen Sprache mächtig ist.

Frattini war von 2004 bis 2008 EU-Kommissar für Justiz - zuvor und danach war er Berlusconis getreuer Außenminister. Mittlerweile ist er parteilos und gehört keiner Regierung mehr an. In Nato-Kreisen werden seiner Bewerbung daher nur geringe Chancen eingeräumt. Zumal ihm auch Fotos anhängen, die ihn lachend und bester Laune mit Libyens einst starkem Mann Muammar al-Gaddafi zeigen.

Die Liste jener, die an der Gerüchtebörse als mögliche Kandidaten gehandelt werden, ist überschaubar. Da ist der christdemokratische Belgier Pieter De Crem, seit 2007 Verteidigungsminister seines Landes. Da ist auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski: Der Ex-Flüchtling, Oxford-Absolvent und Ex-Kriegskorrespondent wäre der erste Generalsekretär aus einem Ex-Mitgliedsland des Warschauer Pakts. Und da ist der deutsche Christdemokrat Thomas de Maizière, der sich wie die anderen angeblichen Kandidaten zu diesem Thema nicht äußern mag.

Hochkarätige Überraschungskandidaten
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10 Kommentare zu "EU, Nato: Die Postenjagd ist eröffnet"

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  • Kein Platz für Brüderle, Welle, Teppichhändlier mit Afghanistan-Kampferfahrung, Roth, Asta-Trettin ?

    Pöstchen in der zweiten Besoldungsreihe fänden auch Zuspruch.

  • Kein Platz für Brüderle, Welle, Teppichhändlier mit Afghanistan-Kampferfahrung, Roth, Asta-Trettin ?

    Pöstchen in der zweiten Besoldungsreihe fänden auch Zuspruch.

  • Broder zeigt die Realitäten auf! Euro- und EU in der heutigen bevormundenden Form werden nicht überleben! Die große Masse aller Bürger wollen das nicht mehr, sie wollen über eine bessere Zukunft ohne den heutigen Irrsinn mitbestimmen. So könnte die AfD bei den Europawahlen sehr wichtig werden.

  • Henryk M. Broder
    Die letzten Tage Europas
    Wie wir eine gute Idee versenken

    Henryk M. Broder verteidigt das gute alte Europa der Freiheit und Vielfalt

    In »Die letzten Tage Europas« beschreibt Henryk M. Broder die Tragödie, wie aus der großen europäischen Idee eine kleinteilige, Europa in Frage stellende Ideologie geworden ist. Mit einem brandgefährlichen Hang zur totalen Bevormundung von allem und jedem.

    Mit seiner Polemik outet sich Henryk M. Broder als wahrer Europäer, der die europäische Vielfalt schätzt und deswegen der totalen Gleichmacherei durch die europäischen Bürokraten den bösen Spiegel vorhält.

    Broder entlarvt das Europa der Bürokraten und der Gleichschaltung als geprägt von einem neuen Totalitarismus, erfunden und propagiert von einer Politikerkaste, die die europäischen Völker in Geiselhaft genommen hat: Das uns verordnete Europa sei alternativlos, heißt es, wer es ablehnt, gefährde den Frieden.

    Da ist Broder doch sehr viel optimistischer und gibt all denen eine Stimme, die an Europa glauben, aber vom geldvernichtenden Merkel-Barroso-Draghi-Europa und dessen Alarmismus genug haben.

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    Rainer Wieland, Präsident der Europa-Union Deutschland
    Kritik an Henryk Broders "Die letzten Tage Europas"

    Mit Enttäuschung und scharfer Kritik reagiert der Präsident der Europa-Union Deutschland, Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, auf das jüngste Buch des Publizisten Henryk Broder "Die letzten Tage Europas".
    http://www.euractiv.de/europa-2020-und-reformen/artikel/kritik-an-henryk-broders-die-letzten-tage-europas-007942

  • Darum gehts ja nicht, ich kann mir auch vorstellen mit Frau Merkel in der Küche zu stehen. Sie wird sicher auch ein angenehmer Mensch sein, wie viele viele andere auch.

    Trotzdem wird jeder angenehme Mensch politisch tot sein, will er an Subventionen/Zuwendungen/Förderungen etc. der eigenen Klientel kratzen.
    Genauso wie jeder Bürger sind abwendet wenn er was bezahlen soll, wofür er keine Leistung sieht.

    "Selbst im Falle einer Revolution gingen die Deutschen eher für Steuerbefreiung als für Gedankenfreiheit auf die Straße. (Hebbel)"
    Jep.

  • Selbst im Falle einer Revolution gingen die Deutschen eher für Steuerbefreiung als für Gedankenfreiheit auf die Straße. (Hebbel) Was sich an den Folgekommentaren ablesen läßt.

    Ich habe Bernd Lucke kennen gelernt, ein wohltuend ruhiger und angenehmer Mensch, ganz das Gegenteil der unter Dauerstrom stehenden Zombies aus der Altparteienscene. Die quatschen einem den größten Scheiß schön und wer nicht glauben will, in den wird Gott reingeprügelt.


  • Der gordische Knoten in Brüssel muss zerschlagen werden.
    Wie Alexander das gemacht haben soll, kann man nachlesen.
    Mit Herumreden gibt es da kein Weiterkommen.

  • Zitat : Die Postenjagd ist eröffnet

    Weg mit der EU-Jauche ! Wir brauchen unser Geld für unseren Strassen !

  • Den EU-Bevormundern muss bei den Europawahlen die rote Karte gezeigt werden. Da hilft nur eine starke AfD in Deutschland. Europa muss sich massiv ändern, sonst hat es keine Existenzberechtigung mehr. Das hoch verschuldete Deutschland ist an seine Grenzen gestoßen, im Inland ist ein riesiger Investitions-Nachholbedarf! Und die Bürger verlieren täglich an Vermögen!

  • Die Galgen-Vögel positionieren sich. Macht den Euro-Populisten ein Ende!!!

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