EU-Neuling
EU eröffnet Strafverfahren gegen Kroatien

Gegen EU-Neumitglied Kroatien leiten die Finanzminister ein Strafverfahren ein. Das Land verstoße anhaltend gegen Europas Haushaltsvorschriften. Jetzt muss Kroatien zeigen, wie es seine Haushaltsprobleme bewältigt.
  • 3

BrüsselDie EU-Finanzminister haben ein Strafverfahren gegen Neumitglied Kroatien eingeleitet, weil das Land anhaltend gegen Europas Haushaltsvorschriften verstößt. „Wir haben heute ein Defizitverfahren eingeleitet und Empfehlungen beschlossen, um das Defizit bis 2016 zu korrigieren“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn nach Beratungen am Dienstag in Brüssel. Das Adrialand verzeichnete nach Kommissionsberechnungen im vergangenen Jahr ein Defizit von 5,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Im laufenden Jahr wird der Wert voraussichtlich auf 6,5 Prozent steigen und auch 2015 den erlaubten EU-Grenzwert von 3,0 Prozent überschreiten.

Kroatien ist erst seit Juli Mitglied der Europäischen Union. Die Haushaltsprobleme des Landes seien teilweise durch den Einbruch der kroatischen Wirtschaftskraft um zwölf Prozent seit 2008 begründet, heißt es in einer Erklärung der EU-Finanzminister. Wenn die Regierung in Zagreb keine Maßnahmen ergreife, werde auch der Schuldenstand in diesem Jahr den EU-Grenzwert von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung überschreiten.

Die EU-Länder fordern das Neumitglied nun auf, seine Haushaltsprobleme bis 2016 in den Griff zu bekommen. Das Defizit soll demnach auf 4,6 Prozent im laufenden Jahr, über 3,5 Prozent im Jahr 2015 auf 2,7 Prozent im Folgejahr sinken. Bis Ende April muss das Land nun einen Aktionsplan vorlegen, wie es diese Ziele erreichen will. Die EU-Finanzminister fordern den Adriastaat unter anderem auf, die Staatsausgaben zu prüfen und die Effektivität seiner Steuerverwaltung zu verbessern.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Neuling: EU eröffnet Strafverfahren gegen Kroatien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zu früh - Zu viel - Zu schnell

    Die "Volksvertreter" sehen den (EU-)Bürger reden, aber sie hören Ihn nicht !!!

    Europa feindliche Politik, mit Arroganz und Unvermögen !

    Der unantastbare "Adelstand" in Brüssel führt uns kontinuierlich tiefer in die Kriese, wer profitiert ?!
    Dahinter verstecken sich nationale drittklassige Regierungen/"Politiker" !!!

  • Immer das gleiche Schema der Eurokraten: erst ein Land aufnehmen, dann anklagen. Warum nimmt man diese Länder so leichtfertig auf? Murks und nochmals Murks. Das fördert die antieuropäische Haltung. Die Großkotzigkeit in Brüssel muss aufhören! Sofort!

  • Zitat : Kroatien ist erst seit Juli Mitglied der Europäischen Union. Die Haushaltsprobleme des Landes seien teilweise durch den Einbruch der kroatischen Wirtschaftskraft um zwölf Prozent seit 2008 begründet

    Wenn das so ist. Wie konnte das Land im Juli zum EU-Mitglied werden ? Wo hat die EU seit 2008 bei Kroatien hingeguckt ?

    Armseliges EUtopia-Schmarotzer-Gesindel !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%