0 Bewertungen
08.07.2008 
Umweltfolgen

EU-Parlament fordert Gutachten zu Ostsee-Gaspipeline

Das EU-Parlament hat ein Gutachten zu den ökologischen Folgen der geplanten Ostsee-Gaspipeline von Russland nach Deutschland gefordert – ganz unverbindlich.

Aufsichtsratschef von Nordstream ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: ReutersLupe

Aufsichtsratschef von Nordstream ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: Reuters

HB STRASSBURG. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag mit 542 zu 60 Stimmen einem unverbindlichen Bericht zu, der von der EU-Kommission eine neue Untersuchung zu den umstrittenen Folgen für die Umwelt verlangt.

Die EU hat sich bereits grundsätzlich für den Bau der Pipeline ausgesprochen, um die europäische Gasversorgung zu sichern. Anrainerländer wie Polen, Litauen und Estland sehen das Projekt jedoch kritisch. Sie fürchten, von der Gasversorgung aus Russland abgeschnitten zu werden. Vor allem Schweden fürchtet Schaden für die Umwelt.

Das russisch-deutsche Konsortium Nordstream sieht durch den Bericht weder den Zeit- noch den Kostenplan des Projektes in Gefahr. Die wichtigsten Verträge für den Bau seien bereits unterzeichnet worden, sagte ein Nordstream-Sprecher.

Die 1220 Kilometer lange Leitung soll ab 2011 vom russischen Wyborg Gas nach Greifswald transportieren und wird nach aktueller Schätzung 7,4 Milliarden Euro kosten. Nordstream wird vom russischen Versorger Gazprom geführt. Ihm gehören auch Eon, BASF und die niederländische Gasunie an. Aufsichtsratschef ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

In dem jetzt vom EU-Parlament angenommenen Bericht heißt es, auf dem Meeresboden liegende Chemiewaffen und Munition aus dem zweiten Weltkrieg könnten beim Bau zu einer Umweltkatastrophe führen. Ein Gutachten von Nordstream selber steht noch aus und wird derzeit von unabhängigen Beratern erstellt.

Lehnt die EU-Kommission das Nordstream-Gutachten vollständig ab, könnte die Behörde beim Europäischen Gerichtshof beantragen, das Projekt auf Eis zu legen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen: Mit einem in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellosen Rettungspaket in Höhe von 470 Milliarden Euro will die Bundesregierung die einheimische Fi...Bildergalerie 

  • Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise ...

    Wie die Eurogruppe auf die Finanzkrise reagiert

    Die 15 Staaten der Eurogruppe einigten sich am Wochenende auf gemeinsame Schritte, die zur Bewältigung der Finanzkrise von den Einzelstaaten umgesetzt werden sollen. Welche das sind, lesen Sie hier.Bildergalerie 

  • Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Jörg Haider: Die Ikone der Rechten

    Eben haben sie noch ihren Wahlerfolg gefeiert, jetzt herrscht tiefe Trauer: Mit dem plötzlichen Unfalltod von Jörg Haider hat Österreichs Rechte ihre Führungsfigur verloren. Der Rechtpopulist war einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker Europas. Das Leben ...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

Des Vatikans Gespür für das Gold 

13.10.2008, 12:34 UhrGlobal Reporting

Geld ist nichts, Gold ist alles. Die Finanz-Administratoren des Vatikanstaats haben wieder einmal ein gutes Händchen für ihre Anlagen bewiesen. Blog


weiterMadagaskar

Amerikas nächster Finanzminister 

09.10.2008Madagaskar

Wenig beachtet wurde, dass Barack Obama und John McCain beim TV-Duell ihre Favoriten für das Amt des Finanzministers genannt haben. Doch keine Angst, weder Meg Whitmann noch Warren Buffet werden das derzeit wenig begeehrte Amt erben. Blog