EU-Parlamentarier Balz
„Die EU ist das weltweit größte Friedensprojekt“

Am Friedensnobelpreis für die Europäische Union hat das Europäische Parlament einen wesentlichen Anteil, findet Burkhard Balz. Der EU-Parlamentarier freut sich über die Auszeichnung – für jeden einzelnen EU-Bürger.
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Ich freue mich über die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees, dass die Europäische Union den Friedensnobelpreis 2012 verliehen bekommt. Das ist eine großartige Auszeichnung für das Friedensprojekt Europäische Union. Vom Frieden und dem Wohlstand durch die europäische Einigung hat auch und gerade Deutschland enorm profitiert. Bei allen Anstrengungen und Mühen, die aktuelle Staatsverschuldungs- und Finanzkrise so schnell wie möglich zu bewältigen, dürfen wir den Erfolg des europäischen Friedensprojektes nie aus den Augen verlieren.

Die Verleihung des Preises ist eine große Ehre für jeden einzelnen Bürger in den 27 Mitgliedstaaten. Nach zwei Weltkriegen, die in Europa begannen und Millionen von Menschenleben gekostet haben, waren Frieden und Aussöhnung das Motiv für die Gründung der Europäischen Union. Und wir Europäer müssen uns gerade deshalb auch weiterhin dafür einsetzen, Frieden, Aussöhnung und Demokratie überall in der Welt zu fördern.

Dieses Projekt von Frieden und Aussöhnung ist ein langer Prozess. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war 1989 der Fall des Eisernen Vorhangs, der zur Vereinigung Deutschlands und des ganzen Kontinents führte. Doch der Prozess geht weiter. Gerade in Krisenzeiten, in denen Populismus und Extremismus versuchen, das europäische Ideal zu ruinieren, hoffe ich, dass dieser Nobelpreis uns in Erinnerung ruft, wo wir mit unserem Projekt herkommen und wofür wir eigentlich kämpfen. In einer globalisierten Welt ist die Europäische Union der einzige Weg für die Nationalstaaten Europas, ihre Identität in einer sicheren, friedlichen und wohlhabenden Zukunft zu sichern.

Die Europäische Union ist im sechsten Jahrzehnt das weltweit größte Friedensprojekt. Die Geschichte und die Werte der Europäischen Union sind mit dieser Preisverleihung anerkannt worden. Toleranz, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit sowie die Einhaltung der Menschenrechte – diese Werte sind zum Leitbild der Europäischen Union geworden und damit zum Vorbild für viele in der Welt.

Das Europäische Parlament als die direkte Vertretung der Bürger Europas hat an der Erfolgsgeschichte der Europäischen Union einen wesentlichen Anteil. Gerade wir im Europäischen Parlament haben uns diesen Werten der Union verschrieben, was sich auch in den vielfältigen Parlamentsinitiativen wie z.B. dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments zeigt. Als einzige supranational gewählte Institution steht das Parlament für das gemeinsame Schicksal der Bürger in Europa. Weltweit setzt sich das Parlament für den Export und die Einhaltung dieser Werte der Europäischen Union ein.

Die Europäische Union hat damit etwas geschafft, was so in der Menschheitsgeschichte noch nie zuvor gelungen ist: Nach Jahrhunderten, die geprägt waren von Kriegen, Unfreiheit und Nationalismus, leben frühere Erzfeinde heute friedlich zusammen.

Trotz der momentan schwierigen ökonomischen und sozialen Lage in einigen EU-Mitgliedsstaaten bleiben Anfeindungen zwischen den europäischen Völkern die Ausnahme, zweifelt niemand grundsätzlich an der Europäischen Union und an deren Grundpfeilern. Die Europäische Union bleibt daher auch in Zukunft ein Leuchtturm für Frieden, Freiheit und Demokratie. Und genau darum haben die Menschen in Europa diese großartige Auszeichnung verdient.

Burkhard Balz (CDU) ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und im Ausschuss für Wirtschaft und Währung tätig. Seit 2012 ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.

Kommentare zu " EU-Parlamentarier Balz: „Die EU ist das weltweit größte Friedensprojekt“"

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  • Mein Beitrag galt @RAPID als Antwort, weniger einem nach "EUropa" Entsandten, der gewissermaßen geparkt und beliebig ausgetauscht werden darf, wenn die ZEIT kommt. An und für sich habe ich mich von denen, die EUropa um den Preis eigener Pfründe hochhalten, die Idee von EUROPA in keiner Weise verinnerlicht haben, geschweige denn leben oder gar vorleben wollen.

    Die EUROPÄER unter uns wissen zur Genüge, daß das Vehikel "Europäische Union" ferngesteuert, wider die europäische Idee von Charles de Gaulle, seinem Ministerpräsidenten Jean Monnet und seinem Außenminister Robert Schuman. So gesehen, da es posthum keinen Friedensnobelpreis bisher gibt und gab, sollten wir es so interpretieren. Die Kaste der "Abgehobenen" in EUropa hat sich in Sachen Beistand der norwegischen, ergo europäischen Interessen auf die Seite derer geschlagen, die bisher alles daran setzten, eher Schweden mit in die Gespräche zu bringen, als diejenigen, um die es wohl in der Sache auch geht. Und das ist der "Anrainerstaat" Norwegen", klarer ausgedrückt.

  • Schade, hätte man nicht ein Interview mir einem Beamten, der für die unsägliche Seilbahnrichtlinie zuständig war, bringen können?
    Oder einem für das Glühbirnenverbot?
    Oder für die Haushaltskontrolle Griechenlands?

    Das hätte was gehabt.

  • Die EU-Fanatiker können alles noch so schön reden aber es wird nichts nützen. Die Menschen lassen sich nicht mehr durch dieses Gerede an der Nase herumführen. Man braucht doch nur die Kommentare von anderen Online-Nachrichten zu diesem Thema lesen. Sogar bei BZON, SPON usw. gehen die meisten Kommentare in eine Richtung, nämlich dass die Verleihung des N-Preises an die EU als Friedensprojekt einfach nur lächerlich ist und nur von den Eliten als ein solches vorgegaukelt werden soll. Tatsache ist, die EU hat sich zu einem Monster entwickelt welches nicht mehr zu bändigen ist. Langsam verstehen die Massen, wie sehr sie über Jahre belogen und betrogen worden sind.

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