EU-Pläne
Polizisten sollen an Urlaubsorten im Ausland eingesetzt werden

Urlauber sollen im europäischen Ausland häufiger auf Polizisten aus ihrer Heimat treffen. Europas Innenminister berieten am Montag im südfranzösischen Cannes über eine verstärkte Entsendung ihrer Polizeibeamten in die Partnerländer.

HB CANNES. Europas Innenminister berieten am Montag im südfranzösischen Cannes über eine verstärkte Entsendung ihrer Polizeibeamten in die Partnerländer. Bei großen Sportereignissen habe man damit Erfolg gehabt, sagte die französische Innenministerin und EU-Ratsvorsitzende Michèle Alliot-Marie.

Wenn ein Bürger im Ausland überfallen oder bestohlen werde, sollte er nach Alliot-Maries Vorstellung auf der Polizeistation idealerweise Hilfe in seiner Sprache bekommen. Die Ausbildung der Polizisten sollte "mit einer Art Polizei-Erasmus" internationaler werden. Die Beamten könnten "einige Monate, wenn nicht Jahre" dauernde Praktika in anderen Ländern machen, sagte die Ratsvorsitzende.

Tschechiens Innenminister Ivan Langer, dessen Land im Januar den EU-Vorsitz übernimmt, unterstützte den Vorschlag: "Wie Sie wissen, haben wir sehr gutes Bier in Tschechien", sagte Langer auf die Frage eines französischen Reporters: "Deshalb trinken Sie viel davon. Und dann kann ich mir vorstellen, dass es für Sie als Franzose nett ist, auf einen französischen Polizisten zu treffen, der ihre Sprache spricht und sie ohne Probleme in ihr Hotel zurückbringt."

In Luxemburg arbeite bereits ein erstes Polizeibüro mit Beamten aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien, sagte Luxemburgs Justizminister Luc Frieden. Für die engere Zusammenarbeit müssten aber Ausbildung, technische Ausrüstung und Rechtsrahmen angeglichen werden. "Ich glaube, dass es nicht genügt, in konkreten Fällen zusammenzuarbeiten, wenn wir nicht die gleichen Regeln haben", sagte Frieden.

Frieden verwies auf den Austausch von DNA-Daten zu Fahndungszwecken. Deutschland und Österreich sähen diese als Polizeidaten an, die problemlos ausgetauscht werden könnten. Für Luxemburg und andere Staaten seien DNA-Angaben hingegen juristische Beweismittel, für deren Weitergabe ein Rechtshilfeersuchen nötig sei.

Auch Schwedens Innenministerin Beatrice Ask erläuterte, dass noch praktische Details geklärt werden müssten. Die Polizeidienste der 27 Mitgliedstaaten sollten auch ihre Zusammenarbeit bei Ermittlungen und die Einbindung der europäischen Polizei-Agentur Europol verbessern. "Es geht über die Idee hinaus, Polizisten als Hostessen für Touristen einzusetzen", stellte Ask fest.

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