EU-Sanktionen gegen Russland
Italien stellt sich quer

Eigentlich sollte die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland eine reine Formalität sein – doch die italienische Regierung stellt sich nun überraschend quer. Sie fordert eine „Diskussion über das Thema“.

BrüsselDie italienische Regierung hat die Entscheidung über eine Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland blockiert. „Wir haben um eine Diskussion über das Thema gebeten“, sagte eine Sprecherin der italienischen EU-Vertretung am Mittwoch in Brüssel. Eigentlich sollten die EU-Botschafter der 28 Mitgliedsländer ohne weitere Aussprache eine Entscheidung fällen, nachdem die westlichen Staaten den Beschluss schon vergangenen Monat am Rande des G20-Treffens in Istanbul gefasst hatten.

Diplomaten zufolge könnten die EU-Botschafter am Donnerstag erneut eine Einigung versuchen. Möglich sei aber auch, dass die EU-Außenminister darüber bei ihrem Treffen am Montag beraten oder dass das Thema beim EU-Gipfel Ende kommender Woche auf höchster politischer Ebene erörtert wird.

Gesamtfläche: 17.098.200 qkm
Einwohner: 143,3 Millionen (Stand: 2013)
Staatsform: Präsidialrepublik
Hauptstadt: Moskau

Mitgliedschaften: G8, G20, GUS, OSZE, Uno
Währung: 1 Rubel (Rbl) = 100 Kopeken

Gasproduktion: 654,5 Milliarden Kubikmeter (Stand: 2102)
Erdölproduktion: 517,9 Millionen Tonnen(Stand: 2102)
Rohstoffe: Erdgas, Erdöl, Kohle, Torf, Palladium, Platin, Rhodium, Bauxit, Kobalt, Kupfer, Diamanten, Gold, Eisenerz, Glimmer, Nickel, Zinn

Inflationsrate

von 2004 bis 2014* (gegenüber dem Vorjahr) in Prozent

Wichtigste Importländer

im Jahr 2012, in Prozent

Haushaltssaldo

von 2004 bis 2014 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt(BIP)*

Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts

von 2004 bis 2014 (gegenüber dem Vorjahr)

Deutschland und viele andere EU-Staaten knüpfen die Aufhebung der Strafmaßnahmen an Fortschritte im Osten der Ukraine und die Umsetzung des Friedensvereinbarungen von Minsk. Die im Juli 2014 verhängten EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland gelten bis Ende Januar 2016 und müssen verlängert werden, damit sie nicht auslaufen. Bereits bei der Verhängung der Strafmaßnahmen hatte es heftige Diskussionen zwischen den EU-Staaten gegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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