EU-Schuldenkrise

Barroso bekommt heftigen Gegenwind

Europa streitet heftig über den richtigen Weg aus der Schuldenkrise. Mit seiner Kritik an den Ergebnissen des Krisengipfels zieht vor allem Kommissionspräsident Barroso den Ärger auf sich.
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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Quelle: dpa

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

(Foto: dpa)

Berlin/LuxemburgIm Windschatten des US-Schuldendebakels ist in der EU ein offener Streit über die Instrumente zum Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise entbrannt. Dabei bläst vor allem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso heftiger Gegenwind ins Gesicht. Der Portugiese hatte am Donnerstag - nur gut zwei Wochen nach dem Brüsseler Euro-Krisengipfel - eine Überprüfung aller Elemente des Rettungsschirms EFSF einschließlich dessen finanzieller Ausstattung verlangt. 

Dieser Vorstoß provoziert nun anhaltende Kritik: Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok rügte am Samstag im Deutschlandfunk: „Brüssel, muss man sagen, hat in dieser Woche nicht geschickt reagiert, weil es die Nerven verloren hat.“ Es gebe „zu viele Politiker, die in dieser Frage den Mund nicht halten können“. Die Bundesregierung wollte sich am Wochenende weder zur europäischen Schuldenkrise noch zur Abstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's äußern. „Einfach mal die Klappe halten“, wäre ein gutes Motto der Stunde, hieß aus deutschen Regierungskreisen lediglich. 

Bereits am Freitagabend hatte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker, deutliche Worte gefunden, ohne Barroso direkt zu erwähnen. Nach Junckers Ansicht sollten die 17 Euro-Staaten nicht über mehr Geld für den Krisenfonds EFSF streiten. Stattdessen sollten sie dafür sorgen, dass „bis Anfang September, spätestens Mitte September“ die bei dem Sondergipfel am 21. Juli beschlossenen neuen Befugnisse des Rettungsfonds in Kraft treten können. „Die Politik muss der Irrationalität der Finanzmärkte aktive Ruhe entgegensetzen“, sagte er in Luxemburg. Er halte nichts davon, durch „unüberlegte, zu divergierenden Interpretationen Anlass gebende öffentliche Äußerungen“ zum Nachdenken über zusätzliche Maßnahmen einzuladen. 

Nach Einschätzung des SPD-Bundestagsabgeordnetes Axel Schäfer muss bei der Umsetzung der Gipfelbeschlüsse jetzt aufs Tempo gedrückt werden. Die Euro-Schuldenkrise erst am 21. September auf die Tagesordnung des Parlaments zu setzen, sei angesichts der sich überschlagenden Entwicklungen viel zu spät, sagte Schäfer am Samstag. 

Der SPD-Finanzpolitiker Joachim Poß mahnte eine Führungsrolle der Politik an: „Die Finanzmärkte sind irrational. Die Politik muss eigentlich die Finanzmärkte führen. Die Politik muss klare Signale geben.“ Diese klare Signale der Politik habe es in den USA nicht gegeben, sagte Poß am Samstag der dpa. Aber auch in Europa handelten die Akteure „nicht so geschlossen, wie es notwendig ist, um diese Irritationen aus den Märkten zu nehmen“. 

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16 Kommentare zu "EU-Schuldenkrise: Barroso bekommt heftigen Gegenwind"

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  • Klare Richtung vorgeben??Ja bitte,aber nicht indem man nur immer mehr Geld den Spekulanten in den Rachen wirft.Schafft endlich die Beitragsbessungsgrenze ab,führt einen 20% höheren Spitzensteuersatz ein.....Nehmt euch die Länder im Norden zum Vorbild.Die haben weniger Probleme.Kleine Schultern tragen kleine Lasten,große Schultern müssen große Lasten tragen!!!!Nur wenn die Politik das einsieht kann es wieder Hoffnung für Deutschland geben.Unsere Unternehmen bedenken eines nicht:niedrige Löhne=niedrige Rente!Dann können halt die Kinder der Unternehmer später nichts oder nur viel weniger verkaufen.Bei den Aussichten der Rentner reicht es nur noch für Nahrung.

  • Ah, Herr Barroso bekommt Gegenwind - nicht, daß er da noch umgepustet wird.

  • Asoziales primitives Geschwätz von einem anonymen Underdog!!!

  • Barroso macht das, was er am besten kann. Geld zum Fenster rausschmeißen. Das Geld anderer natürlich.

  • Wer hat denn dieses Pack legitimiert ?
    Waren es nicht deutsche Politiker ?

  • Es geht doch schon lange nicht mehr nur um Deutschland. Jetzt rettet jeder nur noch seine eigene Haut. Machen sie sich nichts vor die paar Kröten aus Deutschland machen keinen Unterschied im Weltgeschehen. Die PIIGS werden aber bei uns abgreifen was Sie nur können. Die Iren konnen ja ihre Schulden nun zum Nulltarif bei der EZB refinanzieren. Die Griechen lachen sich bis zum nächsten Rettungspacket und das grosse Vorbild in den USA wird nochmals Gelddrucken bis man mit den $1 billion Scheinen tanken gehen kann.

    Die Deutsche Boerse sollte sich nochmals gründlichst überlegen ob die NYSE für $8 Milliarden nicht ein bischen happig zu haben ist. Ich denke die gibt es nächste Woche auch für weniger im Ausverkauf.

  • der genosse barosso "hat nichts gelern,und auch nichts vergessen" seit seine juengere jaehre als marxist und revolutionaer

  • Barroso sollte sofort zurücktreten, darüber sollte sich Merkel mit Sarkozy und Zapatero an einem Freitagabend mal unterhalten! Die Welt ist zu kompliziert, als dass unqualifiziertes Spitzenpersonal die EU führt. Vor allen Dingen ist Barroso nicht neutral. Ich kann nicht erkennen, inwiefern er die Interessen der EU vertritt, allenfalls der EU-Südländer, indem er indirekt und sehr aktiv mithilft Eurobonds ins Leben zu rufen. Die Südländer würden ggf. davon profitieren, weil sie sich dann sofort dem Druck der Märkte entziehen könnten und nochmals eine Gelegenheit hätten die Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig auszurichten und Deutschland müsste sich teurer refinanzieren. Man kann nur hoffen, dass das bisherige Nein der dt. Regierung durchgehalten wird.

  • wilde anschuldigungen helfen in der ausufernden krise nicht weiter. ist das handeln der entscheidungstraeger in den letzten 10 jahren, sowohl usa als auch eu , gewollte unfaehigkeit oder systemimmanent ? sprich gezielt gesteuert bzw beabsichtigt ?. teutonen, fasst euch an die nase, betrachtet mal den "background" unserer eu-politiker . ihr koennt es besser....

  • Lustig für den, der sowas kommen sah... manche tun so, als könnten sie die EURO-Welt noch "5 vor 12" retten, andere versuchen es nun mit der alten "Kohl-Methode" des Schweigens und Aussitzens. Leider ist es aber schon lange nicht mehr "5 vor 12", es ist viel später. "5 vor 12" war schon vorbei, als der EFSF aufgelegt wurde... gute Nacht, bis zum endgültigen bösen Erwachen!

    : ))))))))))))))))))))))

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