EU-Staaten zur Griechenland-Krise
Warum es um Tsipras immer einsamer wird

Der Schuldenstreit mit Griechenland dauert an, ein Grexit rückt näher. Deutschland will Griechenland im Euro halten, aber nicht mehr um jeden Preis. Was denken andere EU-Länder über einen Euro-Austritt Griechenlands?
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Die Fronten sind verhärtet, weder Griechenland noch die Gläubiger wollen weitere Zugeständnisse machen, um eine Einigung in der griechischen Schuldenkrise zu erreichen. Heute Nachmittag tagen die EU-Finanzminister in Luxemburg – eine Lösung wird jedoch nicht erwartet.

Kanzlerin Angela Merkel hat bereits in einer Regierungserklärung vor dem Parlament die deutsche Position klar gemacht: Deutschland möchte Griechenland im Euro behalten und bemüht sich um eine Lösung im Schuldenstreit – aber nicht mehr um jeden Preis. „Ich bin unverändert davon überzeugt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wenn die politisch Verantwortlichen in Griechenland diesen Willen aufbringen, dann ist eine Einigung mit den drei Institutionen immer noch möglich“, sagte die Kanzlerin. Für mehr europäische Solidarität gegenüber Griechenland, verlangt Deutschland nun auch ein Entgegenkommen der griechischen Regierung.

Deutschlands Haltung ist also klar. Doch wie stehen andere EU-Länder zu einem möglichen Grexit, dem Euro-Austritt Griechenlands?

Frankreich sieht Tsipras in der Verantwortung

Frankreich verfolgt schon seit Monaten dieselbe Politik gegenüber der griechischen Regierung wie Deutschland. Staatspräsident Franҫois Hollande hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass Griechenland auch unter Syriza die eingegangenen Verpflichtungen einhalten müsse. Aus Regierungskreisen verlautet, dass innerhalb der Eurogruppe die französische Regierung manchmal noch härter auftrete als die deutsche, weil jede Kritik von deutscher Seite rasch als verständliche Folge eines speziellen deutsch-griechischen Konfliktes gesehen werde.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte am Mittwoch im Interview mit Les Echos, Hollande habe seit 2012 alles dafür getan, Griechenland in der Eurozone zu halten. „Das verpflichtet heute Syriza, Tsipras muss seine Verantwortung wahrnehmen.“ Der Ball liegt also für die Regierung eindeutig auf Seiten der griechischen Exekutive.

Die Furcht vor dem Grexit hat zwar stark abgenommen. Aber auf die leichte Schulter nimmt man das mögliche Ausscheiden nicht, zumal es keines der drängenden Probleme löse: In Paris ist man sich darüber im Klaren, dass die Eurozone Griechenland selbst dann unterstützen müsse, wenn es nicht mehr der gemeinsamen Währung angehöre.

In der Öffentlichkeit gibt es nur begrenzte Sympathien für die griechische Regierung: Die Franzosen haben viel Mitleid mit den von Armut und Perspektivlosigkeit getroffenen Griechen, sehen aber nicht, dass Syriza viel dagegen unternommen hätte. (Thomas Hanke)

Kommentare zu " EU-Staaten zur Griechenland-Krise: Warum es um Tsipras immer einsamer wird"

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  • Alle Schulden erlassen, damit Griechenland wieder munter neue Schulden machen kann, die dann wieder erlassen werden, ... . Die endlose Geschichte und wir zahlen noch in 30 Jahren für die Korruption in Griechenland.

  • Das ist doch nur eine billige Schmierenkomödie in den Medien und der Politiker. In Kürze bekommt Griechenland mehrere Milliarden zur Überbrückung um eine Pleite abzuwenden. Dann wird mal wieder 'verhandelt'. Letztendlich wird sich die EU auf einen faulen Kompromiss einlassen; und die Merkel wird uns das als tollen Erfolg und alternativlos verkaufen. Die meisten Deutschen werden ihr mal wieder glauben. In 5 Jahren werden weitere mehr als 100 Mrd. deutsche Steuergeld verbrandt sein und Griechenland wird sich in keiner besseren Situation befinden.

  • @M.Conconi:
    Genau das ist die Einstellung,die ich so widerlich finde: "Hier bekommt jeder alles". Dass du für die "Wohltaten" auch was tun musst, scheint für Sie nicht relevant zu sein und so ahne ich, wess Geistes Kind Sie sind! Hier heißt es arbeiten, zahlen, für KV, AL , Rente und Steuer um dann eines Tages auf immer niedrigerem Level etwas zurück zu bekommen! Bei den Griechen funktioniert das nicht und deshalb sollten erst mal die wohlhabenden Schmarotzer im eigenen Land Solidarität zeigen, bevor man andere Staaten erpresst. Eigenartiger Weise unternehmen die abgehalfterten und ziemlich großkotzigen, sich jedoch bei jeder Gelegenheit als "stolze Griechen" präsentierenden Politclowns nichts, um dem nach zu helfen! Ziemlich borniert - oder?

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