EU und Indien
Merkel und Modi wollen Freihandelsabkommen

Deutschland und Indien wollen den gemeinsamen Handel ankurbeln. Beide Länder sind mit dem derzeitigen Handelsvolumen von 16 Milliarden Euro unzufrieden. Auch eine engere Rüstungszusammenarbeit ist geplant.
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BerlinDeutschland und Indien wollen wirtschaftlich und politisch enger zusammenarbeiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Amtskollege Narendra Modi sprachen sich am Dienstag nach einem Treffen in Berlin für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien aus.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll zudem bis zu den Regierungskonsultationen im Oktober prüfen, ob die deutschen Exportbeschränkungen für Dual-Use-Güter gelockert werden, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Modi und Merkel sprachen sich außerdem für eine engere Rüstungszusammenarbeit aus.

Modi beendete am Dienstag seinen dreitägigen Deutschland-Besuch. Indien ist in diesem Jahr Partnerland der Hannover-Messe. Beide Regierungen und Industrieverbände beider Staaten äußerten sich über die bilateralen Handelsbeziehungen sehr unzufrieden. Seit 2012 ist der Wert des Warenaustausches auf 16 Milliarden Euro im Jahr 2014 gefallen – obwohl Indien eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit ist.

Der Regierungschef beklagte, dass die Gespräche über ein Freihandelsabkommen mit der EU seit 2013 unterbrochen sind. „Ich wünsche mir, dass diese Verhandlungen wieder aufgenommen werden und wir zu einer gegenseitig vorteilhaften Lösung kommen.“ Auch die Kanzlerin sprach von einem gemeinsamen Interesse, die Gespräche fortzusetzen. Ein entsprechender Passus findet sich zudem in einer gemeinsamen Erklärung beider Regierungen.

Modi machte deutlich, dass Deutschland ein bevorzugter Partner beim Aufbau eines dualen Ausbildungssystems oder dem Ausbau der erneuerbaren Energie sei. Er betonte zudem das Interesse an einer engeren Zusammenarbeit im Rüstungsbereich. Bei einem Besuch in Frankreich hatte die indische Luftwaffe 36 Rafale -Kampfflugzeuge bestellt.

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