EU und Japan
Freihandelsabkommen steht kurz vor Abschluss

Seit 2013 verhandeln die EU und Japan über ein Freihandelsabkommen. Nun könnte es noch in dieser Woche eine kurzfristige Einigung geben. Vor allem in Richtung der USA würde das Abkommen ein deutliches Zeichen setzen.
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Tokio/BerlinJapan und Europa wollen nach Informationen aus japanischen Regierungskreisen noch in dieser Woche den Weg freimachen für ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen beiden Regionen. „Ministerpräsident Abe hat gesagt, er strebe eine Einigung noch in diesem Jahr an“, sagte ein hoher Handelsvertreter des asiatischen Landes am Mittwoch. Sollten die letzten noch offenen Details für eine Rahmenvereinbarung kurzfristig geklärt werden, will EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nächste Woche nach Tokio reisen und dort mit Außenminister Fumio Kishida zusammentreffen, wie die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete.

Dem Abschluss eines Freihandelsabkommen zwischen Japan und Europa kommt ein wachsendes Gewicht zu. Denn der künftige US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, dass die Vereinigten Staaten die transpazifische Handelsvereinbarung TTP mit einer Reihe asiatischer Länder – darunter Japan – nicht weiter anstreben werden. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hatte diesem Abkommen eine Schlüsselrolle in seiner Handels- und Reformpolitik zugeschrieben.

Japan und Europa verhandeln seit 2013 über ein Freihandelsabkommen. Damit sollen nicht nur Zölle und andere Hindernisse im Warenhandel abgebaut werden, sondern auch der Dienstleistungsverkehr erleichtert und gemeinsame Investitions- und Wettbewerbsregeln geschaffen werden. Auch um Sozial- und Umweltstandards geht es. Europa erhofft sich davon einen besseren Marktzugang in Japan. Japan strebt insbesondere den Abbau von Zöllen in Europa im Bereich Autos, Autoteile und Elektroprodukte an. Für Deutschland ist Japan – nach China – der zweitwichtigste Handelspartner in Asien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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