EU und Uno über Lage „tief besorgt“
USA fordern Uno-Mission für Simbabwe

Der Druck auf Simbabwes Machthaber Mugabe wächst: Die USA fordern eine Uno-Mission für das Land, die EU zeigt sich tief besorgt über die Lage des afrikanischen Staats. Uno und Afrikanische Union fordern außerdem die Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Großbritanniens Premier Brown sieht Mugabe als Verlierer der Wahlen.

HB NEW YORK/BRÜSSEL/HARARE. Die Vereinten Nationen sollten sich nach dem Willen der USA in die Krise in Simbabwe einschalten. Der amerikanische UN-Botschafter Zalmay Khalilzad sagte am Mittwoch in New York, es sei Zeit, dass die UN in einer „gemeinsamen Mission“ mit der Afrikanischen Union die Bemühungen der Nachbarstaaten zu einer Lösung der Krise unterstütze. Die Wahlkommission in Harare müsse die Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 29. März sofort veröffentlichen und ihre Korrektheit in einem transparenten Verfahren belegen. Es sei eindeutig, dass sich die Bevölkerung des Landes mit überwältigender Mehrheit für einen Wechsel ausgesprochen habe. Der seit 28 Jahren regierende Präsident Robert Mugabe bestreitet einen Wahlsieg der Opposition.

Sowohl Uno als auch die Afrikanische Union haben Simbabwe derweil aufgefordert, nach der Präsidentenwahl vor fast drei Wochen den Willen des Volkes zu respektieren. Die deutlichsten Worte beim Afrika-Treffen des Weltsicherheitsrats in New York fand am Mittwoch jedoch der britische Premierminister Gordon Brown. Er erklärte, angesichts der Ergebnisse aus einzelnen Wahlkreisen gehe niemand davon aus, dass Amtsinhaber Robert Mugabe die Wahl gewonnen habe.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich tief besorgt über die noch immer nicht veröffentlichten Wahlergebnisse. Die Lage drohe sich weiter zu verschlechtern, was ernsthafte Folgen für die Menschen haben könne, erklärte er. „Die Glaubwürdigkeit des demokratischen Prozesses in Afrika könnte auf dem Spiel stehen.“ Der tansanische Präsident Jakaya Kikwete, dessen Land den Vorsitz der AU innehat, lobte in seiner Rede die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC). Diese habe „großartige Arbeit“ geleistet und es den Simbabwern ermöglichst, friedlich zu wählen. Die Organisation wolle ebenfalls sicherstellen, dass der Wille des Volkes respektiert werde.

Ein von der SADC einberufenes Gipfeltreffen zur Lage in Simbabwe war am Samstag mit einer Erklärung zu Ende gegangen, in der Mugabe nicht kritisiert wurde. Vielmehr wurden alle Parteien aufgefordert, die Ergebnisse zu akzeptieren, wenn sie veröffentlicht werden.

Das Treffen des Sicherheitsrats hatte Südafrika einberufen, um über die Zusammenarbeit zwischen UN und AU zu beraten. In seiner Eröffnungsrede erwähnte der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki Simbabwe nicht. Er konzentrierte sich stattdessen auf die Finanzierung von regionalen Friedensmissionen in Afrika.

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