EU und Vietnam
Freihandelsabkommen kommt Ende 2015

Während es mit den USA und TTIP stockt, gibt es einen kleinen Erfolg für die EU in Asien: Das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der EU ist beschlossene Sache. Nun wird das Land noch interessanter für den Einkauf.
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BrüsselNach zweieinhalb Jahren schwieriger Verhandlungen haben sich die EU und Vietnam auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. „Wir haben einen Abschluss. Das ausbalancierte Abkommen wird Europas Handel mit einer der dynamischsten Wirtschaft Asiens beflügeln“, teilte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nach einem Telefonat mit Vietnams Handelsminister Vu Huy Hoang am Dienstagmorgen mit.

Der Deal werde Unternehmen auf beiden Seiten neue Möglichkeiten bieten, indem er den Marktzugang für Waren und Dienstleistungen verbessere.

Ungeachtet politischer Gegensätze zählt Vietnam zu den engsten Partnern der EU in Asien. In diesem Jahr feiern beide Seiten das 25-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen. Mit dem Freihandelsabkommen ist die Hoffnung auf eine liberalere Wirtschaftspolitik Vietnams verbunden.

Bislang zieht die sozialistisch geprägte Wirtschaft Direktinvestitionen vor allem aus Asien an, aus Japan, Taiwan, Südkorea und Singapur. Das könnte sich nun ändern. Zuletzt hatten auch deutsche Wirtschaftsvertreter gefordert, Europa müsse sich stärker um Vietnam bemühen.

„Das Freihandelsabkommen bietet Vietnam Chancen für die dringend nötigen Reformen und könnte die stagnierende Wirtschaft wieder in Schwung bringen“, stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Länderstudie fest. „Für Asien und Europa könne sich dass Freihandelsabkommen als Garant für neue Dynamik in den verbesserungswürdigen Außenbeziehungen beider Seiten sowie für ein vertieftes gegenseitiges Verständnis erweisen.

Nach China ist die EU der zweitgrößte Handelspartner Vietnams. Die Gemeinschaft repräsentiert Vietnams größten Überseemarkt mit Exporten im Wert von insgesamt knapp 25 Milliarden Dollar. Das entspricht 19 Prozent der weltweiten Exporte des Landes 2013.

Aus der EU gelangen vor allem Hightech-Produkte, Fahrzeuge, Maschinen und pharmazeutische Produkte nach Vietnam. Im Gegenzug exportiert Vietnam vor allem elektronische Produkte, Schuhe, Kaffee, Textilien, Reis, Meeresfrüchte und Möbel in die EU.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der bilaterale Handel von ursprünglich 6,5 Milliarden Dollar auf inzwischen mehr als 33 Milliarden Dollar verfünffacht.

Nach der Grundsatzeinigung auf das Freihandelsabkommen müssen nun noch technische Details geregelt werden. Dazu laufen die Gespräche weiter. Bevor es in Kraft treten kann muss auch das Europarlament noch zustimmen.

Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent

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  • Anders als mit USA handelt es sich hier um einen normalen Wirtschaftsvertrag ohne versteckte Ziele. Fuer die USA muss man Folgendes Bedenken:
    US-Kriege,Unterwanderungen,Spionage gehen nicht zu Ende,nur die Taktiken haben sich vervielfaeltigt.Einstellung von USA ist :“American Dream“,es muss Amerika gutgehen,egal wie,ob mit Krieg,ob (Betriebs)Spionage,ob Betrug,ob Stelle des Dollars i/d Finanzwelt,ob Kriegsdrohung,ob Sanktionen,ob Korruption,ob Spekulation auf Kosten der Anderen,ob Finanzbetrug (Wirtschaftskrise 2008),ob Machtmissbrauch (Kuba+Israel), obKontinenten wie Eueropa ihren Willen auferlegen ueber die Nato+mit Hilfe von Marionetten,ob Revolutionen schueren ueber NSA-Instrumente oder mit Soeldner,ob Kriegsverbrechen in Konflikten,wenn der Kampf nicht gewonnen werden kann.Alles ist erlaubt um den Lebensstil der Amis aufrechtzuerhalten,man geht buchstaeblich ueber Leichen.Das ist in der ganzen USA-Gesellschaft eingekoerpert.Das ist der Grund fuer eine starke Armee,weil geht es nicht gutwillig,dann kommt die Gewalt

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