EU unterstützt London
Iran provoziert mit neuen Gefangenenvideos

Iran setzt weiter auf Propaganda: Das Mullah-Regime hat ein Video mit einem der Gefangenen ausgestrahlt, in dem der Seemann die Verletzung iranischer Hoheitsgewässer eingesteht. Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert Agenturberichten zufolge eine offizielle Entschuldigung Großbritanniens. Tony Blair spricht von einem „schleierhaftem Verhalten“.

HB TEHERAN. Iran geht in der Krise um die festgehaltenen britischen Soldaten weiter auf Konfrontationskurs und verlangt eine Entschuldigung für deren angebliche Grenzverletzung. Präsident Mahmud Ahmadinedschad brachte die Forderung in einem Telefonat mit dem türkischen Regierungschef Tayyip Erdogan auf, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete.

Einer der in Iran festgenommenen britischen Soldaten soll Ahmadinedschad Wunsch bereits Folge geleistet haben, berichten iranische Medien weiter. „Wir sind ohne Genehmigung in iranische Gewässer eingedrungen und wurden von der iranischen Küstenwache festgenommen“, sagte Summers demnach. „Dafür möchte ich mich beim iranischen Volk entschuldigen.“ Die Videobotschaft wurde im amtlichen Fernsehsender Al Alam ausgestrahlt. Neben Summers zeigten die Aufnahmen einen weiteren britischen Soldaten sowie die einzige festgenommene Frau, Faye Turney.

Der britische Premierminister Tony Blair verurteilte die Veröffentlichung des Videos. Blair sagte in London, das Verhalten des Iran sei ihm schleierhaft. Mit der Zurschaustellung von gefangenen Soldaten und ihrer Manipulation errege das Land nur Abscheu. „Damit können sie niemanden hinters Licht führen“, sagte Blair.

Für Aufregung sorgte wenig später noch ein dBrief, den die gefangene Soldatin Faye Turney geschrieben haben soll. In dem Schreiben heißt es, sie werde - im Unterschied zu den Häftlingen im irakischen Gefängnis Abu Ghureib - gut behandelt. Dann klagt sie US-Präsident George W. Bush und den britischen Premier Tony Blair indirekt an: "Ich schreibe als eine Britin, die ihren Dienst tut und in den Irak entsandt worden ist, geopfert der Interventionspolitik der Bush- und Blair-Regierung."

Fotostrecke: Briten im Iran gefangen

Ein offizieller Brief von Irans Außenministerium an die britische Botschaft in Teheran erwähnt die Entschuldigungs-Forderung Ahmadinedschads offenbar mit keinem Wort. Die britische Außenministerin Margaret Beckett sagte am Rande eines Treffens mit ihren EU-Kollegen in Bremen, das Schreiben lasse nicht darauf schließen, dass die Iraner einen Ausweg aus der Krise suchten.

In dem Schreiben wird laut Irna gefordert, dass sich Großbritannien zur Verantwortung für die Konsequenzen bekenne, die sich aus der Verletzung von Souveränitätsrechten ergäben. Zudem bestehe man auf Garantien, damit sich ein solcher Grenzwischenfall nicht wiederhole.

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