EU-USA-Gipfel
Obama drängt Europa zur Lösung der Schuldenkrise

Die Euro-Krise macht den USA Angst. Zögern könnte die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen, fürchtet Obama. Die USA wollen bei der Lösung der Schuldenkrise helfen - allerdings nicht mit Geld.
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WashingtonDie USA mahnen entschlossenes Handeln in der Euro-Krise an. Der Kampf gegen die Verschuldung „verlangt politischen Willen sowie die finanziell erforderlichen Ressourcen“, sagte Regierungssprecher Jay Carney beim EU-USA-Gipfel in Washington am Montag. „Es ist entscheidend für Europa, jetzt mit Macht und Entschlossenheit vorzugehen“. Der US-Steuerzahler werde nicht für die Euro-Krise aufkommen, fügte der Sprecher hinzu. Die EU verfüge über die notwendigen Mittel.

Obama sagte Hilfe der USA bei der Krisenbekämpfung zu. „Die USA stehen bereit, ihren Teil zu tun, um Ihnen (den Europäern) bei der Lösung zu helfen.“ Einzelheiten nannte er allerdings nicht. „Dies ist von enormer Wichtigkeit für unsere eigene Wirtschaft.“

Die 27 Länder umfassende Staatengemeinschaft ist der wichtigste Handelspartner der USA. Zusammen stehen beide für die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung und knapp ein Drittel des Welthandels. Nach US-Angaben werden täglich Waren im Wert von 3,6 Milliarden Dollar ausgetauscht. Von den transatlantischen Investitionen würden 7,1 Millionen Arbeitsplätze abhängen.

Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums machte allerdings deutlich, dass es auf keinen Fall finanzielle Hilfen geben werde. Eine Erhöhung der US-Beiträge zum Internationalen Währungsfonds oder andere finanzielle Verpflichtungen gegenüber der EU, um die Krise zu lösen, stünden nicht zur Debatte, sagte der US-Botschafter für die EU, William Kennard.

Zuvor hatten Finnland und die Niederlande zusätzliche Mittel für den Internationalen Währungsfonds (IWF) gefordert. Carney erklärte hingegen, der IWF sei finanziell ausreichend ausgestattet. „Wir glauben nicht, dass weitere Mittel aus den USA nötig sind“, sagte Carney.

Für viele Beobachter ist dieser Gipfel nicht mehr als eine Gelegenheit für ein nettes Gruppenbild. Denn auch wenn US-Präsident Barack Obama die Spitzen der EU getroffen hat – die wirklich wichtigen Entscheidungen fallen anderenorts. Entsprechend fiel auch das Abschlusskommunique aus, das vor allem warnte, riet und analysierte.

Angereist waren der Präsident des Europäischen Rates, Herman van Rompuy, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und die Außenbeauftragte der EU, Catherine Ashton. Auf amerikanischer Seite nahmen neben Obama Außenministerin Hillary Clinton und Finanzminister Timothy Geithner dabei.

Barroso äußerte sich optimistisch, dass Europa den Weg aus der Verschuldung finde. „Ich möchte Präsident Obama versichern und auch den Amerikanern versichern: Europa geht durch schwere Zeiten. Ja, aber wir sind entschlossen, die gegenwärtigen Probleme zu überwinden.“

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  • Obama hat offenbar den Blick für die Realität total verloren. Es waren die USA welche die Probleme ausgelöste haben mit der Subprime-Krise. Die Schuldenkrise kommt jetzt noch hinzu.
    Ein Blick in die Geschichtsbücher würde Obama belehren, dass alle großen Wirtschafts- und Finanzkrisen von den USA ausgingen.

  • Schon der Titel des Artikels hat einen spontanen Lachanfall bei mir ausgelöst. Obama und die USA deren Staatsverschuldung alles sprengt was je dagewesen ist meint sich da auch noch einmischen zu müssen. Das ist nur noch lächerlich !!

  • Obama's Ruf "Haltet den Dieb" ist der untaugliche Versuch, von der Unfähigkeit abzulenken, die eigenen Probleme in den Griff zu bekommen.

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