EU verbietet bestimmte Genmais-Sorte
EU-Auflagen stoppen Import von US-Futtermitteln

Mais-Importe aus den USA müssen völlig frei von verbotenen Genmais Bt10 sein, entschied die EU. Das Problem ist nur, das auch zu beweisen.

HB BERLIN. Als Reaktion auf die illegalen Einfuhren von Genmais aus den USA hat die Europäische Union Auflagen für bestimmte Futtermittel beschlossen. Das kommt einem faktischen Importstopp gleich. In dem zuständigen Ausschuss entschieden die EU-Staaten am Freitag in Brüssel, dass Maisimporte aus den USA nur noch zulässig sind, wenn sie garantiert frei von dem nicht zugelassenen Genmais Bt10 sind.

Bisher besteht jedoch kein gesichertes Nachweisverfahren für diese gentechnisch veränderte Maissorte des Schweizer Saatgut-Herstellers Syngenta. Somit ist auch die verlangte Zertifizierung nicht möglich. Der Beschluss der EU-Staaten muss jetzt noch formal von der EU-Kommission beschlossen werden. Damit ist Anfang der kommenden Woche zu rechnen.

Deutschland und 22 andere Staaten stimmten dafür. Ungarn, das schärfere Auflagen wollte, enthielt sich. Malta und Litauen waren nicht anwesend. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die Entscheidung.

Dies sei eine angemessene Maßnahme, um Beimischungen des nicht zugelassenen Bt10-Mais in importierten Futtermitteln zu vermeiden, erklärte Verbraucherkommissar Markos Kyrianou. Bei Importen von Maiskleberfutter aus den USA muss durch ein unabhängiges Labor nachgewiesen werden, dass darin kein Bt10-Mais enthalten ist.

Ausdrücklich hob er hervor, dass die Regelung den Handel zwischen der EU und den USA so wenig wie möglich belaste. Kyprianou will in der kommenden Woche in die USA reisen, um auch über den Bt10-Streit mit der Regierung zu sprechen.

Seit 2001 sind nach Deutschland und in neun andere EU-Staaten verunreinigte Lieferungen gelangt. Bt10-Mais ist in der EU nicht zugelassen. Jährlich werden nach Brüsseler Angaben rund 3,5 Millionen Tonnen von so genanntem Maiskleberfutter auf Basis der zugelassenen Sorte Bt11 in die EU geliefert. Dies entspricht einem Marktwert von fast 350 Millionen Euro.

Die Importe gehen vor allem in die Niederlande, nach Großbritannien und Spanien. Größere Mengen nehmen auch Deutschland, Irland und Portugal ab.

Der Bt10-Mais des Gentechnikkonzerns Syngenta, der ein Gen für die Antibiotika-Resistenz enthält, war in den USA mit dem zugelassenen Bt11-Mais verwechselt und vier Jahr lang irrtümlich angebaut worden. Seit 2001 wurde dieser nicht zugelassene Mais mit Importen von Mais und Maisfutter in unbekannter Menge nach Europa geliefert.

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