EU-Vergleich: Deutsche arbeiten länger für den Staat als Griechen

EU-Vergleich
Deutsche arbeiten länger für den Staat als Griechen

Die Deutschen mussten 2011 bis Ende Mai arbeiten, um ihre Steuern und Sozialabgaben abzuzahlen. Einen Monat schneller fertig waren Griechen und Spanier. Besonders lange für den Fiskus schufteten die Italiener.
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DüsseldorfZahlen können Sprengkraft haben - zumindest in der Politik. Die EU-Kommission hat heute eine Studie vorgelegt, in der sie die Steuern und Sozialabgaben in den Mitgliedsländern vergleicht. Brisant ist dies vor allem, weil einzelne Euro-Länder von anderen finanzielle Garantien bekommen.

Die Ergebnisse zeigen: Es gibt bei der Abgabenlast in Europa große Unterschiede. Am stärksten wird in Dänemark zugegriffen. Dort wanderte 2011 fast jeder zweite verdiente Euro in öffentliche Kassen. Viel verlangen auch Schweden, Belgien und Frankreich - die Abgaben machten dort jeweils rund 44 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung aus. Deutschland liegt in der Übersicht mit einem Anteil von rund 39 Prozent an achter Stelle.

Geht man von einer 5-Tage-Woche aus, so musste 2011 jeder Deutsche bis Ende Mai arbeiten, um alle Steuern und Sozialabgaben zu finanzieren. Besser erging es den Spaniern und Griechen. In diesen Ländern liegt die Abgabenquote bei 31,4 und 32,4 Prozent. Dort hatten die Bürger ihre Abgabenlast schon Ende April abgegolten.

Besonders lange für den Staat arbeiten mussten die Italiener. Erst Anfang Juni hatten sie die Abgabenquote von 42,5 Prozent bewältigt. Die geringsten Lasten tragen Litauer, Bulgaren und Letten mit einer Spanne von 26 bis rund 28 Prozent.

Die Unterschiede bei der Abgabenquote hängen nicht nur mit dem Niveau der Steuersätze zusammen. Da es um den Anteil der Abgaben an der Wirtschaftsleistung geht, spielt auch das Wachstum der Volkswirtschaft eine Rolle. Wenn dies deutlicher zurückgeht als die Abgaben, steigt die Abgabenquote.

Beim Niveau der Steuersätze gibt es keine großen Unterschiede zwischen Deutschland und Ländern wie Griechenland oder Spanien. Ausreißer sind andere Länder. So ist der Körperschaftsteuersatz in Irland, das unter den Euro-Rettungsschirm flüchten musste, mit 12,5 Prozent einer der niedrigsten in der EU. In Bulgarien werden Unternehmensgewinne ab 2012 sogar nur noch mit 10 Prozent besteuert. Deutschland gehört hier mit einem Satz von 29,8 Prozent zum Mittelfeld. Die Steuersätze von Portugal (31,5 Prozent), Italien (27,5), Griechenland (26) und Spanien (30) liegen auf vergleichbarem Niveau.

Bei der Einkommensteuer reicht die Bandbreite von zehn Prozent in Bulgarien bis hin zu 56 Prozent in Schweden. Deutschland liegt mit 47,5 Prozent im oberen Drittel, genauso wie Portugal (53), Spanien (52), Griechenland (46) und Italien (43). Niedriger ist die Belastung in Zypern (38,5). In Litauen liegt das Niveau sogar nur bei 15 Prozent.

Die Mehrwertsteuer liegt im EU-Schnitt bei 21,3 Prozent. Hier reicht die Bandbreite von 15 Prozent in Luxemburg bis hin zu 27 Prozent in Ungarn. Unter den Euro-Ländern haben Deutschland (19), Frankreich (19,6) und Malta (18) die niedrigsten Sätze. Portugal (23), Italien (22), Spanien (21) und Griechenland (23) gehören zum oberen Drittel.

Mit Material von dpa

Kommentare zu "Deutsche arbeiten länger für den Staat als Griechen "

Alle Kommentare
  • Also ich sehe es etwas anders. Ca 54% Steuerlast inclusive Pflege und Rente und so. Vieles wird uns genommen z.B Rente. Also kann man sch 54 % sagen. Von dem Rest müssen wir noch 19 % Mehrwertsteuer zahlen. Die 7 % für Nahrungsmittel können wir getrost höher anrechnen, da es eh schon wieder10 -20 % teurer geworden ist. Gleicher Preis weniger Inhalt. Oder nix drin wie Instantsuppen. Also haben wir doch ne reale Steuerlast von 70 % Von dem Rest versuchen wir dann Sondersachen zu Zahlen wie Zähne, Heizkostennachzahlung oder und mal wieder was kurz nach der 2 Jahre Garantiezeit kaputt gegangen ist. Am Schluß ist man ein armer Mensch und wird unter einem Baum verscharrt, da das Pflegeheim das Geld aufgebraucht hatte.

  • Wir sind zum Leben da, ihr zum Arbeiten, so einfach ist das!

  • Deutsche arbeiten länger für den Staat als Griechen

    Diese Ungleichheiten hätten vor der Einführung der Gemeinschaftswährung bereinigt werden müssen. Die Voraussetzung für die Gemeinschaftswährung wäre, dass alle Euro-Staaten das gleiche wirtschaftliche, soziale und ökonomische System haben. Das wird nie realisiert werden, weil keiner der beteiligten Staaten seine wertvolle Souveränität völlig aufgeben will und kann. Ergo gibt es mehr Verwerfung als Einigung.

    Dazu kommt, das sehr unterschiedliche Wirtschaftswachstum, was durch die Wechselkurse ausbalanciert wurde. Diese fehlende Balance versuchen wir jetzt durch die permanenten Rettungsschirme oder auch mit dem „Europäischen Länderfinanzausgleich in XXL Format“ auszugleichen. Genau darin liegt ein anderes Problem. Aufgrund der immer größer werdenden Zahlungen an die kriselnden Staaten muss mehr vom Bundeshaushalt abgezwackt werden. Was wiederum in den sozialen Bereichen (Rente, Harz IV, Arbeitslosengeld, Kita-Plätze) und für den Straßenbau fehlen wird. Die Infrastruktur in Deutschland wird zunehmend belastet. Die Armut in Deutschland wird weiter ansteigen.

    Immer mehr Menschen in Deutschland können sich aufgrund der Niedriglöhne keinen PKW leisten. Dazu kommt, die Rentner von heute, die sich einen PKW leisten, können gibt es in 20 Jahren nicht mehr. Diese Zustände führen dazu, dass der Absatz in der Automobilbranche auch in Deutschland einbricht. Damit trifft es auch die Zulieferindustrie. Was wiederum dazu führt, dass immer mehr Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Somit gehen die Steuereinnahmen der Bevölkerung zurück. Die Spirale führt permanent nach unten.

    In den Südländern steigen die Arbeitslosenzahlen an. Immer mehr Menschen können auch im Süden keinen PKW`s bezahlen. Was nützt der Euro, wenn kein Geld vorhanden ist. Lieber eine Drachme oder Lira mit Arbeit, als den Euro und arbeitslos sein. Mit der Lira oder der Drachme ließen sich ebenfalls die PKW`s finanzieren.

  • @hellboy

    Rotgrün war zum Beispiel sehr hifreich bei der Korrektur der Kalten Progression. Somit können untere und mittlere Einkommen weiterhin stark besteuert werden.

    Besonders interessant war die Ausrede:
    Der Ausfall dieser zusätzlichen Steuereinnahmen müßte durch Verschuldung finanziert werden.

    Bei soviel Ehrlichkeit kann man sich nur bedanken.

    Schönen Abend noch.

  • Liebes HB:Ein peinlicher Fehler! In Dänemark gibt es gar keinen Euro.Das Volk hatte sich per Votum, schon vor langer Zeit, dagegen entschieden!
    Bezahlt wird dort mit der "Dänischen Krone"!

  • Möglicherweise hat das Handelsblatt eine Wunschvorstellung veröffentlicht. Bisher haben weder der Spiegel, noch die Süddeudsche, noch der Stern, noch der Focus, noch, noch, noch ihre Amigo-Vorwürfe im Fall Hoeneß revidiert.
    Und der Bayern-Aufsichtsrat rückt von Hoeneß ab. Könnte einsam werden um die Steuerbetrüger.

    Und, ja klar, die Begüterten stöhnen am lautesten, während gerade die kleinen Leute mit Kindern geschröpft werden. Die Reichen werden in Deutschland per Gesetz begünstigt. Hier 'ne zahl und da noch eine, das verwischt die Spuren.
    Zudem sind die Finanzämter überlastet, da gilt die Order, Augen zu.
    Wer paar Millionen hat, setzt sich ab, wer 5 Kinder versorgen muss, kriegt eins rüber gebraten. Es kann ja wohl nur um Steuergerechtigkeit gehen und nicht um Steuern allgemein. Das verzerrt das Bild.
    Nachher kämpft der Michel noch für niedrigere Körperschafts,- Kapitalertrags- und Spitzenstuersätze, ohne zu merken, dass er genau deshalb verdonnert ist, den EU-Moloch zu schultern, während die, die ihn wollen, am Euro festklammern und im Luxusleben ersaufen!

    Ursächlich für die Finanzkrise sind vor allem die deregulierten Finanzmärkte seit Gas-Gerd, dem Genossen der Bosse. Und Gas-Gerd hat genau die Unternehmensrettung via Michel entjungfert. Philipp Holzmann!

    Adenauer führte den Spitzensteuersatz von 95% ein! DAS genau brachte die Wirtschaft in Fahrt und stellte den Staat auf gesunde Füsse.

    Und wie ein blöder Fussballer an mehrere hundert Millionen Euro kommt und die schwarz in der Schweiz bunkern kann, ohne dass das jemand merkt - das soll mir bitte mal jemand erklären?
    Wo einer ist, ist meistens ein ganzes Nest!


  • ...damals wie heute werden wir wieder einmal von ganz Europa und den USA fertig gemacht, was soll man da machen?

    Ich mein, früher haben wir ja den Fehler gemacht bis an die Zähne bewaffnet gewesen zu sein, viele Gründe uns anzugreifen. Heute, nur noch eine lächerliche Armee, dafür aber eine starke Wirtschaft -> Wirtschaftskrieg.

    Auch wenn es einige noch nicht wahrhaben wollen, aber das was hier abläuft ist ein Wirtschaftskrieg. Man hat uns mit Verträgen, gemeinsamer Währung, EU usw. in eine Situation manövriert die uns kaum noch Handlungsspielräume lassen - so bekommt Merkels aussage "alternativlos" einen Sinn, denn, würden wir es anders machen, rappelt es bald wieder im Karton!

  • Was meckert Ihr?

    Ihr wählt doch alle weiterhin brav CDUSPDGRÜNE - und die FDP gehört auch zu dem Haufen, denn die versprochene Steuervereinfachung - geschweige denn -Senkung hat die FDP nicht geliefert.

  • "Wie zitierte der zurückgetretene Papst den heiligen Augustinus so schön im Bundestag:

    »Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?« "

    Zitat aus:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/oliver-janich/der-fall-uli-hoeness-und-der-groesste-trick-des-staates.html;jsessionid=64917B8D06CA0A371DCA9CD575E72F7F

    PdV Wahl 2013

  • "Geht man von einer 5-Tage-Woche aus, so musste 2011 jeder Deutsche bis Ende Mai arbeiten, um alle Steuern und Sozialabgaben zu finanzieren. "

    Diese Berechnung beinhaltet aber doch bestimmt nicht die indirekten Steuern, oder? Meiner Meinung nach können das nur die Zahlen der direkt vom Lohn angezogenen Leistungen sein.

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