EU-Verpflichtungen
Griechenland will Rentenreform aufschieben

Griechenland will das Rettungsprogramm ein Jahr vor seinem regulären Ende verlassen. Doch noch sind nicht alle Verpflichtungen gegenüber der EU erfüllt. Nun bittet die Regierung in Athen um Aufschub bei der Rentenreform.
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AthenGriechenland bittet Insidern zufolge seine internationalen Geldgeber um Aufschub bei der umstrittenen Rentenreform. Die Regierung in Athen habe bei der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) den Wunsch geäußert, die Reform von der Liste der noch vor einem Ausstieg aus dem Rettungsprogramm zu erfüllenden Auflagen zu streichen, sagten zwei eingeweihte Regierungsvertreter.

Das hoch verschuldete Euro-Land ringt um die letzte Tranche eines 240 Milliarden Euro schweren Rettungspakets, für das es viele Verpflichtungen eingehen musste. Die ausstehende Rentenreform würde die Altersversorgung vieler sparmüder Griechen faktisch weiter schmälern. Die Gewerkschaften riefen am Freitag für Ende November zum ersten Generalstreik seit sieben Monaten auf.

Die Arbeitnehmervertreter wenden sich vor allem gegen die Pläne für die Rentenreform sowie gegen weiteren Stellenabbau. Die beiden größten Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst und den privaten Sektor planen deshalb für den 27. November einen landesweiten Ausstand. An diesem Tag werden EU- und IWF-Kontrolleure in Athen erwartet.

Die nunmehr seit sechs Jahren andauernde Rezession wurde durch Einschnitte bei Löhnen und Renten noch verstärkt und hat die Arbeitslosenquote auf mehr als 26 Prozent getrieben. Die griechische Regierung will das Rettungsprogramm ein Jahr vor seinem regulären Ende verlassen. Eine Rentenreform sei nicht notwendig, weil das 2010 überarbeitete System bis 2060 tragfähig sei, argumentiert die Regierung den Insidern zufolge bei EU und IWF.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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