EU-Vertreter
Einlagesteuer könnte Zypernhilfe verringern

Reiche Kontoinhaber sollen Zypern unter die Arme greifen, hat die Bundesregierung vorgeschlagen. Doch Zypern ziert sich. Nun entdecken EU-Vertreter offenbar einen Weg, um die Hilfsgelder zu reduzieren.
  • 7

BrüsselDas finanziell angeschlagene Zypern könnte nach Informationen aus der Euro-Zone mit weniger Hilfen auskommen als bisher angenommen. Statt wie bisher von 15 bis 17 Milliarden Euro werde nun von einem Bedarf von zehn bis 13 Milliarden Euro ausgegangen, sagte ein Vertreter der Währungsgemeinschaft der Nachrichtenagentur Reuters.

Hinter der neuen Kalkulation stünden unter anderem Überlegungen, in welchem Umfang der Inselstaat mit Sonderabgaben selbst Mittel zur Sanierung aufbringen könne. Zur Diskussion stehe unter anderem eine Steuer auf Bankeinlagen, wie ein zweiter Euro-Zonen-Vertreter bestätigte. Doch auch eine Erhöhung der Unternehmenssteuer und eine Finanztransaktionssteuer sowie Einnahmen aus Privatisierungen könnten helfen.

Zypern braucht in erster Linie Hilfen für seinen Bankensektor. Das Land ist seit zwei Jahren von den Finanzmärkten abgeschottet und kann den Staatshaushalt nur über kurzfristige Kredite von inländischen Investoren finanzieren.

In der Diskussion um die Zypern-Hilfen hat vor allem die Bundesregierung darauf gedrungen, auch die Einlagen bei den Banken mit zur Sanierung der angeschlagenen Kredithäuser heranzuziehen. Dies galt in Nikosia bisher als Tabu. Viele Bankkunden in Zypern sind russische Geschäftsleute.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Vertreter: Einlagesteuer könnte Zypernhilfe verringern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jetzt geht die Diskussion zum Thema Hilfsgelder in die richtige Richtung! Es kann doch nicht sein, dass wir den Zyprioten die niedrigen Unternehmenssteuern bezahlen, damit Unternehmen dort steuern sparen statt hier zu bezahlen. ESM als Luxus-Sanierungshilfe - ohne erhebliche Beteiligung Zyperns durch Zusatzabgaben - ist ebenfalls eine Frechheit.

  • Dies galt in Nikosia bisher als Tabu. Viele Bankkunden in Zypern sind russische Geschäftsleute.
    --------------------------------------------------------
    WENN der Schuldner bereits diktieren kann, was tabu ist und was nicht, lässt sich trefflich absehen, wie verkommen sowohl die Bankrotteure als auch die Geberländer sind, die das ehrlich verdiente Steuergeld ihrer Bürger für die Sanierung von Geldwäsche-Institute verschleudern. Zypern wird das Fass zum Überlaufen bringen, denn Zypern ist NICHT systemrelevant!

  • Der Tatbeitrag Zyperns geht weit hinaus über Geldwäsche - Zypern stellt die Betrugsinfrastruktur, die Illegale Gewinne überhaupt erst ermöglicht.
    Erinnert sei an die Razzia im Kloster Vatopedi auf dem Berg Athos Ende 2011. Von den Mönchen bis zum Abt waren die Kirchenmänner beteiligt an einem 100 Millionen-€-Betrug zu Lasten des griechischen Volkes. Tatbeteiligt auch 2 Minister der (damaligen) Regierung Kostas Karamanlis. Eine Schiebung um 260 staatl. Liegenschaften.
    Zypern stellte dabei die verdunkelnde Briefkasteninfrastruktur, die Verbriefungsbetrug und anonyme Begünstigung erst ermöglicht.
    Doch nicht nur Griechenlands Diebeseliten werden von Zypern tat-unterstützt. Auch russische Abgabenbetrüger können auf die Strohmann- und Betrugskultur Zyperns bauen.
    Zypern ist auf dem "Fest Europa" wie ein schlechter Gast, der alle eingeräumten EU-Freiheiten nur dazu nutzt, die übrigen Gäste komfortabel zu bestehlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%