8 Bewertungen ***
01.09.2008 
Sondergipfel in Brüssel

EU verzichtet auf Sanktionen gegen Russland

Die Europäische Union stellt ihre Zusammenarbeit mit Russland wegen des Militärkonflikts um Georgien auf den Prüfstand, schreckt aber vor Sanktionen gegen Moskau zurück.

HB BRÜSSEL. „Mit der Krise in Georgien haben die Beziehungen zwischen der EU und Russland einen Scheideweg erreicht“, hieß es im Entwurf zur Abschlusserklärung des EU-Sondergipfels am Montag in Brüssel.

Bis zu dem für Mitte November geplanten EU-Russland-Gipfel wolle die EU das Verhältnis überprüfen und wenn nötig Entscheidungen treffen. Zu einer auf Vertrauen und Dialog basierenden „starken Beziehung“ gebe es aber keine Alternative. Von Sanktionen, über die noch vergangene Woche spekuliert worden war, war keine Rede.

Die EU verurteilt aber scharf Russlands einseitige Anerkennung einer Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens. Um Südossetien, das sich wie Abchasien Anfang der 90er Jahre von Georgien losgesagt hatte, war am 7. August ein fünftägiger Krieg zwischen Tiflis und Moskau ausgebrochen.

„Die Verletzung der territorialen Integrität ist nicht akzeptabel“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Krisentreffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs. Das müsse Russland klar gesagt werden, doch dürfe der Gesprächsfaden nicht abreißen. Russland wird zudem aufgefordert, seine Truppen entsprechend dem am 12. August von der EU ausgehandelten Plan zum Waffenstillstand weiter zurückzuziehen.

Bei der größten Protestaktion in Georgien seit dem Kollaps der Sowjetunion 1991 demonstrierten am Montag eine Million Menschen gegen die russische Besetzung von Teilen ihres Landes und die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens. Nach Angaben der Polizei beteiligte sich damit nahezu jeder vierte Georgier an dem Protest.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Vorhersage Europa

weiterBildergalerien

zurück
  • 140 Tote bei schweren Unruhen in Ch...

    140 Tote bei schweren Unruhen in China

    Bei Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Angehörigen der uigurischen Minderheit sind im Nordwesten Chinas nach Behördenangaben mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen und 828 weitere verletzt worden. Hunderte Demonstranten wurden festgenomme...Bildergalerie 

  • Was Obama und Medwedjew trennt

    Was Obama und Medwedjew trennt

    US-Präsident Barack Obama ist zu seinem Antrittsbesuch in Russland eingetroffen. Mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew möchte er über heikle Themen wie die Bürgerrechte in Russland oder die Nuklearpläne Irans sprechen. Die wichtigsten Streitfragen ...Bildergalerie 

  • Warum die Atomkraft schlechte Karte...

    Warum die Atomkraft schlechte Karten hat

    Über die Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung in Deutschland wird seit langem heftig gestritten. Der erneute Störfall im Kernkraftwerk Krümmel hat die Debatte neu angeheizt. Dabei wurde im Atomkonsens längst der Atomausstieg beschlossen. Worüber gestrit...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

Hässliches Gesicht 

03.07.2009Global Reporting

Die Bluttat von München schockiert die Schweiz. „Mordversuch“, „Schläger ohne Reue“, „Empörung über Schweizer Schläger in München“, titeln die Zeitungen. Blog


weiterMadagaskar

Live-Blog China: Uiguren testen Peking 

06.07.2009, 09:24 UhrMadagaskar

Proteste der Uiguren in Chinas westlichster Provinz haben zu einem Blutbad geführt. Unklar ist, ob es zu offenen Unruhen kommt, die Nachrichten werden von Peking massiv beeinflusst. Damit wird Xinjiang zur neuen Herausforderung für Twitter, Facebook & Co. Blog


Handelsblatt Marktplatz

Über 220 000 Seminare zu 120 Themen. Aktuell: Abendseminare mit Spitzen-Trainern. Weiter