EU-Vizekommissionschef Dombrovskis
Griechenland-Nothilfe aus dem Rettungstopf

„Es wird eine Brückenfinanzierung geben“: Mit diesem Versprechen beruhigt EU-Vizekommissionschef Dombrovskis die Gemüter. Gleichzeitig gefällt sein Vorschlag, die Hilfe aus dem Rettungstopf zu finanzieren, nicht jedem.
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BrüsselEU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis sieht eine kurzfristige Nothilfe für Griechenland von 7 Milliarden Euro aus dem EU-Rettungstopf EFSM als derzeit besten Weg. „Der Einsatz des EFSM ist keine einfache Lösung, aber bessere oder einfachere Lösungen gibt es im Augenblick einfach nicht“, sagte Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel.

Der Überbrückungskredit soll den Finanzbedarf Athens im Juli decken und werde eine Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Der Vorschlag der EU-Kommission benötige noch die Zustimmung der EU-Staaten. Der EU-Rettungsfonds EFSM war am Anfang der Eurokrise eingesetzt worden und ist eine Einrichtung aller 28 EU-Staaten. Länder wie Großbritannien, Schweden und Tschechien haben Bedenken gegen die Verwendung des EFSM für Griechenland geäußert.

„Einige Staaten machen sich große Sorgen“, sagte der EU-Vizekommissionschef. „Wir arbeiten deshalb an Möglichkeiten, die Nicht-Euro-Mitglieder vor negativen Folgen zu schützen, falls der EFSM-Kredit nicht zurückgezahlt wird.“ Denkbar seien etwa Garantien für das Darlehen. Die Verhandlungen über solche Zusagen liefen derzeit noch.

Dombrovskis bestätigte, dass auch die Möglichkeit geprüft werde, Gewinne der Europäischen Zentralbank aus dem Verkauf griechischer Staatsanleihen zu nutzen (SMP-Gewinne). Eine andere Möglichkeit sei, den künftigen Cash-flow des EU-Haushalts zu betrachten. Es könne auch eine Kombination verschiedener Optionen geben. Auf die zunächst angedachten bilateralen Kredite gebe es keine Aussichten.

Der EU-Kommissionsvize zeigte sich zuversichtlich, dass Athen seinen Finanzbedarf von 12 Milliarden Euro bis August decken kann. Ob ein weiterer Überbrückungskredit nötig werde, hänge davon ab, wie schnell das neue Rettungspaket stehe.

„Es ist ganz sicher, dass es eine Brückenfinanzierung für den gesamten Betrag geben wird und dass Griechenland (...) seine Außenstände an den IWF (Internationalen Währungsfonds) zurückzahlen kann“, sagte Dombrovskis. Die Rückzahlung ist Voraussetzung dafür, dass sich der IWF an dem dritten Hilfspaket beteiligt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Vizekommissionschef Dombrovskis: Griechenland-Nothilfe aus dem Rettungstopf"

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  • Zitat: "Auf die zunächst angedachten bilateralen Kredite gebe es keine Aussichten."

    sehr seltsam....

    Frankreich will doch um jeden Preis Griechenland retten - und nun - nicht mal eine Milliarde
    die USA besteht auf einer Griechenlandrettung - und nun - keine Geld - nur nette Worte

    das heißt niemand, aber wirklich niemand vertraut Griechenland - da sollte der deutsche Bundestag besser auch kein Vertrauen haben und übermorgen mit nein abstimmen.

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