EU-Währungskommissar
Almunia erwartet Aufwertung des Yuans

Joaquin Almunia rechnet damit, dass China seine Währung aufwerten muss. Grund für den EU-Währungskommissar: Die Volksrepublik muss die eigene Wirtschaft neu ausbalancieren. Ein deutlich unterbewerteter Yuan würde den Europäern Kopfzerbrechen bereiten.
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BRÜSSEL. EU-Währungskommissar Joaquin Almunia erwartet, dass China den Yuan tendenziell aus der festen Bindung zum US-Dollar lösen wird. „Die chinesische Führung weiß und akzeptiert, dass sie ihre Wirtschaft neu ausbalancieren muss und dass dafür eine gewisse Aufwertung der Währung nötig ist“, sagte Almunia dem Handelsblatt. Der Kommissar wird Ende kommender Woche nach Peking reisen, um mit der chinesischen Führung über deren Wechselkurspolitik zu sprechen. Der Spanier wird begleitet vom Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, und vom Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker.

Die Europäer befürchten, dass der ihrer Meinung nach deutlich unterbewertete Yuan die europäischen Exporte nach Asien zunehmend belastet. „Wenn der US-Dollar und der daran gekoppelte Yuan dauerhaft schwach bleiben, dann bekommen wir Schwierigkeiten“, sagte Almunia. Es gebe allerdings Anzeichen dafür, dass China nun zu einer gewissen Flexibilisierung seiner Währung bereit sei, sagte Almunia und verwies auf entsprechende Äußerungen aus der chinesischen Nationalbank.

Das aus Almunia, Trichet und Juncker bestehende Eurogruppen-Trio war im November 2007 schon einmal nach Peking gereist, um die Unterbewertung des Yuan zu erörtern. Damals hatte die chinesische Führung damit begonnen, die Währung vorsichtig vom Dollar zu lösen. Der Renmimbi hatte bereits seit 2005 langsam aber kontinuierlich zum Dollar an Wert gewonnen. Zwischen Ende 2007 und Mitte 2008 beschleunigte sich diese Trend sogar.

Doch als die US–Hypothekenkrise sich im Oktober 2008 zu einer globalen Finanzkrise ausweitete, kehrte China zur festen Dollar-Bindung zurück. Grund dafür sei die chinesische Angst, dass ein Kurssturz des Dollars gegenüber dem Yuan den Wert der gewaltigen chinesischen Dollar-Reserven dramatisch mindern könnte, hieß es in Brüssel. Nach dem Abflauen der Finanzkrise bestehe diese Gefahr nicht mehr. Deshalb könne China nun eine gewisse Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar wagen.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

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