EU warnt Türkei Türkische Küstenwache rammt offenbar griechisches Patrouillenboot

Die EU schaltet sich in den Vorfall in der Ägäis ein: Das von der türkischen Küstenwache gerammte griechische Boot war mit EU-Mitteln finanziert.
Update: 13.02.2018 - 14:35 Uhr Kommentieren
Türkei und Griechenland streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Quelle: DPA
Türkische Fregatte

Türkei und Griechenland streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht.

(Foto: DPA)

Athen/BrüsselEin Boot des türkischen Küstenwache soll ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache im Südosten der Ägäis gerammt und beschädigt haben. Bei dem Zwischenfall in der Nähe der umstrittenen Felseninseln Imia (türkisch: Kardak) seien Schäden am Heck des griechischen Bootes entstanden; es sei aber niemand der 27 Besatzungsmitglieder verletzt worden. Dies berichteten am Dienstag die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA MPA und der griechische Rundfunk (ERT).

Die EU hat die Türkei noch einmal eindringlich vor weiteren Provokationen gewarnt. Man rufe die Türkei auf, von jeglichen Handlungen Abstand zu nehmen, die die gute Nachbarschaft gefährden könnten, sagte der Sprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag in Brüssel. Die Türkei habe die Souveränität der EU-Staaten über deren Hoheitsgewässer und deren Luftraum zu respektieren.

Die Kommission bestätigte zudem, dass das betreffende Boot durch Gelder der Europäischen Grenz- und Küstenwache kofinanziert wurde. Dies mache den Zwischenfall auch für den europäischen Steuerzahler relevant, sagte der Sprecher.

Es ist der zweite Zwischenfall dieser Art: Bereits am 17. Januar waren ein Schnellboot der griechischen Kriegsmarine und ein Patrouillenboot der türkischen Küstenwache im Südosten der Ägäis leicht seitlich kollidiert.

Die beiden Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Ein bewaffneter Konflikt konnte im letzten Moment nach einer diplomatischen Intervention der USA abgewendet werden. Danach bemühten sich Athen und Ankara um Entspannung.

  • dpa
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