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17.07.2008  | Aktualisiert 17.07.2008, 09:53 Uhr 
Mindeststandards

EU will Energiefresser vom Markt verbannen

von Helmut Hauschild

Produkte mit hohem Stromverbrauch sollen langfristig vom Markt verschwinden - so plant es die EU. Die entsprechende Richtlinie soll ausgebaut werden. Industriekommissar Verheugen beziffert das Sparpotenzial auf 45 Milliarden Euro pro Jahr.

Verheugen: Großes Sparpotenzial. Foto: APLupe

Verheugen: Großes Sparpotenzial. Foto: AP

BRÜSSEL. Die Europäische Union will Produkte mit hohem Energieverbrauch langfristig vom Markt verbannen. Sie dürfen in der EU nicht mehr verkauft werden, wenn sie gegen bestimmte Mindeststandards verstoßen. Damit will die Gemeinschaft einen Beitrag zum Energiesparen leisten und zugleich ihrem Klimaziel näher kommen, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um ein Fünftel zu senken.

Struktur des Stromverbrauchs in einem durchschnittlichen Privathaushalt.

Die seit 2005 geltende Ökodesign-Richtlinie sah bisher vor, dass schrittweise für Energie verbrauchende Produkte wie Kühlschränke, Glühbirnen und Computer Mindeststandards festgelegt werden. Die EU-Kommission will diese Richtlinie jetzt ausweiten und hat dazu gestern einen Entwurf vorgelegt. Künftig soll sie auch Waren erfassen, die zwar selbst keine Energie verbrauchen, aber beim Energiesparen helfen können. Als Beispiele nennt die Brüsseler Behörde Fenster, Wasserhähne und Dämmmaterialien.

Industriekommissar Günter Verheugen bezifferte die mögliche Ersparnis bei den Energiekosten auf 45 Mrd. Euro pro Jahr. Allein bei Häusern und Wohnungen lasse sich der Energieverbrauch um 30 Prozent senken. Mit den Mindeststandards helfe die Kommission den Verbrauchern, die hohen Energierechnungen zu reduzieren.

In der Ökodesign-Richtlinie selbst werden allerdings keine Mindestnormen für den Energieverbrauch festgelegt. Sie bestimmt nur die Kriterien für die Auswahl der Produkte, die von der Richtlinie erfasst werden. Die konkreten Mindeststandards für jede Produktgruppe soll anschließend ein Ausschuss festlegen, in dem auch Experten der betroffenen Industrie vertreten sind.

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