International
EU will Kontrollen verschärfen

Die Innenminister mehrerer europäischer Länder lassen prüfen, wie die Sicherheit im Luftverkehr verbessert werden kann. Chaos an den Flughäfen soll dabei aber vermieden werden.

HB LONDON. Als Konsequenz aus den in Großbritannien vereitelten Anschlägen sollen die Kontrollen an Flughäfen in ganz Europa vereinheitlicht und dauerhaft verschärft werden. Darauf haben sich eine Gruppe von Innenministern und Vertreter der Europäischen Union gestern in London verständigt. Experten der Verkehrs- und Innenministerien hätten den Auftrag, bis Ende August ein konkretes Sicherheitsniveau zu definieren, das „dauerhaft zumutbar“ sei, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach dem Treffen. Künftig würden Fluggäste wohl weniger Handgepäck als bisher üblich mit an Bord nehmen dürfen. Zudem solle die Mitnahme von Getränken „drastisch zurückgefahren“ werden, so Schäuble.

Die britischen Behörden hatten vor einer Woche in London ein vermeintliches Terrorkomplott aufgedeckt. Demnach planten Attentäter, Flüssigsprengstoff, der bei Kontrollen nur schwer zu finden ist, an Bord mehrerer Passagierflugzeuge zu schmuggeln und die Maschinen auf ihrem Weg in die USA zu sprengen. Daraufhin waren die Sicherheitsvorkehrungen an Verkehrsflughäfen in Großbritannien, aber auch in anderen Ländern drastisch verschärft worden, was zum Teil zu erheblichen Behinderungen führte.

Gestern entspannte sich die Lage auf den britischen Flughäfen weiter. Doch noch immer sind viele tausend Koffer nicht bei ihren Besitzern gelandet, und weiterhin fallen Flüge aus. Ab heute werde man den Flugplan aber wohl wieder komplett einhalten können, teilte British Airways mit. Die Fluggesellschaften üben harsche Kritik am Flughafenbetreiber BAA. Dieser sei nicht ausreichend auf Extremsituationen vorbereitet gewesen. Inzwischen prüfen mehrere Airlines, ob sie Schadensersatzforderungen gegen BAA stellen sollen, darunter die Lufthansa und Air Berlin. Analysten beziffern allein die Einnahmeausfälle, die British Airways durch das Chaos erlitten hat, auf mehr als 59 Mill. Euro.

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