Eufor-Friedensmission
Belgische Drohne wurde im Kongo abgeschossen

Der Absturz eines unbemanntes Überwachungsflugzeugs der belgischen Armee kurz vor den Wahlen im Kongo war kein Unfall: Ein Expertenteam fand heraus, dass Unbekannte die Maschine bei einem Testflug mit Schüssen vom Himmel holten.

HB KINSHASA. Der Sprecher der Friedenstruppe Eufor, Peter Fuss, sagte der in Halle/Saale erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“: „Ein belgisches Expertenteam hat seine Untersuchungen abgeschlossen. Das Ergebnis ist, dass die Drohne abgeschossen wurde - und zwar vermutlich durch Gewehrfeuer.“ Es sei der Eufor jedoch nicht gelungen, die Schützen zu ermitteln.

Der Flugapparat war am vergangenen Sonnabend auf ein Haus in einem Armenviertel nahe der Hauptstadt Kinshasa gestürzt. Dabei wurden acht Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Ein vier Wochen alter Säugling konnte in letzter Minute aus dem brennenden Haus gerettet werden. Zunächst hatte es geheißen, der Absturz sei durch einen Softwarefehler verursacht worden.

Der deutsche Befehlshaber der Eufor-Mission, Karlheinz Viereck, hat angekündigt, dass die ausländischen Soldaten während der kritischen Phase der Stimmenauszählung im Kongo verstärkt Präsenz zeigen werden. Viereck sagte am Donnerstag, fast im ganzen Land würden die Soldaten unterwegs sein, um vor Unruhen abzuschrecken. Die Bundeswehr, die an der Mission mit 780 Soldaten beteiligt ist, konzentriere sich aber weiterhin auf die Hauptstadt Kinshasa. Viereck sagte im Interview mit der „Welt“: „Es herrscht jetzt gespannte Ruhe im Land.“ Eine erste Prognose der Wahlergebnisse werde am 20. August erwartet, das endgültige Resultat am Ende des Monats. Zum Mandatsgebiet der Euror zählt der ganze Kongo mit Ausnahme der unruhigen Ostprovinzen.

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