Euro-Anleihen – ja oder nein?
Europa streitet um die richtige Krisenvorsorge

Euro-Bonds – ja oder nein? Das von Jean-Claude Juncker ins Spiel gebrachte Anti-Kriseninstrument beschäftigt die führenden Köpfe Europas. Während die Zahl der Befürworter wächst, lehnt Kanzlerin Angela Merkel Euro-Anleihen kategorisch ab – und stößt damit, auch in den eigenen Reihen, auf Widerstand.
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HB DÜSSELDORF/BERLIN. Euro-Bonds – ja oder nein? Europa streitet um das richtige Kriseninstrument. Reicht ein Rettungsschirm, wie ihn die EU kürzlich beschlossen hat?

Das Mitglied im Wirtschaftssachverständigenrat der Bundesregierung, Peter Bofinger, hat den EU-Beschluss als unzureichend kritisiert. „Was passiert jetzt in den nächsten ein, zwei Jahren? Dazu haben die Staats- und Regierungschefs nichts Zufriedenstellendes beschlossen“, sagte Bofinger der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

„Die Märkte könnten weiter gegen Portugal, Spanien oder Italien spekulieren“, warnte Bofinger. „Deutschland und Frankreich werden nicht auch noch für so große Länder haften können, da stoßen wir an unsere Grenzen.“

Bofinger plädierte für gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder als Ausweg aus der Krise. „Damit würde den Märkten ein für alle Mal klar gesagt: Eure Spekulationen bringen nichts mehr“, sagte Bofinger. Der Bundesregierung warf Bofinger vor, ihre Ablehnung von Euro- Bonds nicht genügend durchdacht zu haben. „Die Zinsen, die Deutschland zu zahlen hätte, wären sehr wahrscheinlich nicht höher als die heutigen“, sagte Bofinger. Euro-Anleihen könnten im Wettbewerb mit US-Anleihen sehr gut bestehen und würden international stark nachgefragt.

Der luxemburgische Ministerpräsident und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hatte mit seinem Vorschlag für Aufsehen gesorgt, gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder aufzulegen.

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  • "DEUTSCHLAND HAT EiN iNTELLiGENZPRObLEM" @1] Leertasche,
    Das ist schon so seit Gründung des Deutschen Reiches durch bismarck. Das war der Anfang vom Ende der deutschen Kultur. Nicht mehr Philosophie und Wissenschaft sondern Groß-industrie, Herrschsucht und Nationalismus ist der neue Zeitgeist in Deutschland. Wie konnte das passieren?

  • im Hb gelesen, über die Ausgabe von Euro-bonds: "Der Nachteil für Deutschland ergäbe sich daraus, dass sich bund und Länder deutlich günstiger an den Finanzmärkten frisches Geld besorgen können als alle anderen Euro-Staaten. " Hier steckt die ganze Wahrheit, nicht die Höhe der Zinsen, scheint für unsere Polit-Elite wichtig zu sein, wichtig für sie ist dass Deutschland den Vorteil gegenüber den anderen Euro-Staaten behält. Weil absolut könnten die Zinsen für Deutschland, wegen der Unsicherheit des Euros, sogar höher liegen wenn keine Euro-bonds kommen. Man will nur besser als die andere Euro-Staaten bleiben. Den Vorteil behalten, kostet was es wolle. Das nennt man destruktiver Wettbewerb. Deutschland scheint zu übersehen dass die Gefahr von außerhalb Europas kommt. MarketWatch: "European Union leaders failed to come up with a plan for near-term deficit problems at their meeting" Der ewige National-Egoismus werden wir in Europa nie los!

  • 10 Prozent Millionäre Politik ist gescheitert.Falsche Steuer.

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