Euro-Bond-Debatte EU-Währungskommissar stellt sich gegen Merkel

Die Debatte um gemeinsame Euro-Anleihen zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung erhält neue Nahrung: EU-Währungskommissar Olli Rehn stellte sich jetzt gegen das kategorische Nein Deutschlands und plädierte dafür, sich auch diesen Weg zur Abwehr von Staatspleiten offen zu halten. Rückendeckung erhält er dafür von deutschen Ökonomen.
14 Kommentare
Rehn in China: Neuer Streit über Euro-Bonds? Quelle: dpa

Rehn in China: Neuer Streit über Euro-Bonds?

(Foto: dpa)

HB PEKING. EU-Währungskommissar Olli Rehn hat sich für die Einführung gemeinsamer Anleihen in der Euro-Zone starkgemacht. Die EU sollte die Optionen für Euro-Bonds offenhalten, sagte Rehn am Dienstag in Peking. Die EU werde tun, was nötig sei, um die finanzielle Stabilität Europas zu sichern. Um das Wachstum in Europa zu stärken, müssten die Turbulenzen an den Finanzmärkten in den Griff bekommen werden.

Beim EU-Gipfel vergangene Woche einigten sich die Staats- und Regierungschefs zwar auf langfristige Krisenhilfen. Der Konflikt um Euro-Bonds schwelt jedoch weiter. Vor allem Deutschland stemmt sich gegen den Vorschlag des Luxemburger Regierungschefs Jean-Claude Juncker, gemeinsame Anleihen aller Euro-Staaten auf den Markt zu bringen.

Dabei bestehen für den Aufschwung erhebliche Risiken, vor allem durch die Schuldenkrise mehrerer europäischer Staaten, wie Michael Bräuninger vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) am Dienstag in Hamburg sagte. Sollte es zu einer Staatsinsolvenz im Euroraum kommen, wäre eine weitere Finanzkrise und weltweite Rezession die Folge.

Vor diesem Hintergrund äußerte der Wirtschaftsforscher sein Unverständnis über den politischen Streit um die Ausgabe von gemeinsamen Anleihen aller Euro-Staaten. "Ob EU-Garantien für Staaten wie Griechenland oder Irland übernommen werden oder ob die anderen Staaten über gemeinsame Anleihen für deren Schulden garantieren, ist sehr ähnlich, auch wenn es in der Diskussion als etwas sehr verschiedenes dargestellt wird", sagte er. Es sei auch keineswegs ausgemacht, dass solche Euro-Bonds höher verzinst werden müssten als aktuelle deutsche Staatsanleihen. Das hänge von der Einschätzung der Märkte ab.

Zuvor hatte sich auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger für Euro-Bonds ausgesprochen, und selbst der saarländische Ministerpräsident Peter Müller kann sie sich vorstellen. Unions-Fraktionschef Volker Kauder machte derweil deutlich, dass die Abgeordneten von CDU und CSU in dieser Frage klar hinter Merkel stehen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Euro-Bond-Debatte - EU-Währungskommissar stellt sich gegen Merkel

14 Kommentare zu "Euro-Bond-Debatte: EU-Währungskommissar stellt sich gegen Merkel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @[15] Margrit Steer, [14] Wolfgang P.
    Ganz schön giftig, auch so kurz vor Weihnachten.
    Vorsicht, Gift zerfrisst die Seele!

  • @ bolle
    so ist es, gut geschildert.
    Diese weltfremden, arbeitsfremden Schmarotzer in brüssel gehören weg gejagt.
    Die EU ist pleite, die EU wurde von nichtsnutziogen Politker zerstört also sollte man das auch offen zugeben und eine Neuordnung anstreben.
    Zurück zu den einzelnen Währungen, zurück zur alten EWG

    Übrigens las ich gerade auf der Heimfahrt in der bild, dass wohl auch Frankfreich kurz vor der Pleite ist.

  • Rehn zeigt dass nicht jeder Armleuchter auch ein großes Licht ist. Die Eurobond würden nur dazu führen, dass die PiiGS so weiter machen wie bisher. Warum sollten sie da dann auch nicht? Die anderen haften doch.
    Rehn sollte den Rating-Argenturen mal kräftig auf die Füße treten. Die sind doch mit die Hauptschuldigen an der Weltweiten Finanzkrise. Oder hat der Kerl angst von den Amis?

  • Es gibt noch Europäer mit der richtigen Einstellung, wenige leider im Deutschen-Land, viel zu wenige

  • Diese Schwachköpfe wie Rehn sollten erst einmal die Ratingagenturen eliminieren, denn vorher passiert nichts Positives. Der Vorteil wäre ja ganz klar, wir hätten endlich mal Kapital, weltweit, nicht nur Afrika zu sanieren sondern die ganze Welt, die Verzinsung wäre allerdings deutlich länger und weniger nervig als alle Zockereien an der börse.

  • Herr Rehn, was hält eigentlich ihr Heimatland Finnland von den Euro-bonds? Waren die nicht während des jüngsten EU-Gipfels dagegen!? Vielleicht sollten Sie erst mal die Finnen von diesen Euro-Anleihen überzeugen, bevor Sie sich gegen die bundeskanzlerin stellen.

  • PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    EVEN EiRE iS ON THE ROCKS !
    FiDDLESTiCKS - PORTUGAL ESTÁ FALiDO !
    Alle hier genannten dürfen selbstverständlich sich im Selbstbetrug üben. Das Zahlenwerk sagt: Oben genannte Länder sind pleite. Da wird der Markt nichts anderes mehr denken. Es wäre auch weltgeschichtlich nicht denkbar, daß auf Kriminalität oder Zockercharakters ganzer Staaten die verzeihende Sanktion die Antwort ihrer Mitstaaten jemals Fakt geworden wäre.
    Man mache sich nichts vor: Wir stehen auch diplomatisch vor gravierendsten Auseinandersetzungen. Wenn hier nicht rigoros zur Kenntnis genommen wird, daß die deutsche bevölkerung diese gemeinschaftlichen Anleihen nicht will sage ich in 2 Jahren für Deutschland ein ganz anderes Problem voraus.
    Hier geht es um den regierungsamtlichen Verfassungsbruch, das Veräußern zutiefst deutscher Zukunftsinteressen der eigenen Nachfolgegeneration.

    Die betroffenen Staaten müssen die Möglichkeit haben, ihre Währungen abwerten zu können.
    Sie sollten in ihren Ländern über Abstimmungen ihren eigenen Weg baldmöglichst einschlagen.
    Sonst schnappt sie zu, die Schuldenfalle.

  • Kleinen Kindern sagt man: Nein heißt Nein. Sollte man dem Kommissar Rehn auch mal beibringen.

  • Es geht doch bei der Halten der Euro-Zone nur noch um die Posten, Pensionsansprüche, Vergünstigungen und sonstigen Vorteile. Präsident van Rompuy durfte im Jahr 2010 mehr als 250 Millionen Euro (!!!) allein für das Herrichten seines Amtssitzes in brüssel ausgeben, dazu kommen dann noch Spesen für bedienstete, Reisen und das eigene Salär noch obendrauf. Das sagt schon Alles, um was es in der Politik nur noch geht.

    Fällt die EU, fallen diese Gelder und Ansprüche alle weg. Und weil diese Leute in der realen Wirtschaft keine Chance hätten, überhaupt irgendetwas auf normale Weise - also ohne Seilschaften, etc. - zustande zu bringen [zum Verziehen von Kartoffeln auf dem Acker könnte man sie vielleicht gebrauchen ;-) ], muß die EU halten. Koste es was es wolle; die dummen Schafe - also die bürger - kapieren es sowieso nicht und zahlen schön brav.

    Nur: Die Aussichten für den Fortbestand der EU und des Euro waren nie schlechter als heute, trotz angeblichem Super-Aufschwung, etc. - die Probleme sind real vorhanden und bleiben es auch, werden tendenziell immer schneller immer größer.

  • An Herrn Rehn sieht man einmal wieder mehr als deutlich, dass die EU der Weg ins Grab ist, zumindest für Deutschland.
    Die Einstellung der minderbemittelten Partner ist katastrophal und verbietet eigentlich automatisch jede Form der Zuwendung und Zuneigung!
    Deutschland muss aus diesem Horrorkabinett fliehen. Fahren Schweden und die Schweiz so schlecht mit ihrem Standing in der Welt?
    Wir sollten unsere Ansprüche an die Gestaltung der Weltpolitik zurück schrauben und uns ein schönes und zufriedenes Eiland schaffen - ohne allzu großes Mitsprachebedürfniss in der Welt, was eh noch nie die Stärke der Deutschen war.
    Die EU wird scheitern, die Frage ist nur, wieviel Geld wird Frau Merkel bis dahin noch von ihren bürgern verschleudern?
    Wird Deutschland durch Frau Merkel für immer in eine Transferunion geführt?
    Möchte Sie wirklich so in Erinnerung bleiben?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%