Euro-Einführung gefordert
EZB bei Euro-Einführung im Osten gegen IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den taumelnden osteuropäischen Ländern die Einführung des Euro empfohlen. Die EU-Kommission wollte den Bericht nicht kommentieren, während die Europäische Zentralbank (EZB) eine Aufweichung der Euro-Beitrittskriterien strikt ablehnt.

HB BERLIN/LONDON. „So ließe sich Unsicherheit verringern und Vertrauen wiederherstellen“, zitierte die „Financial Times“ am Montag aus einem IWF-Strategiebericht. Angesichts der Finanzkrise müssten die EU-Mitgliedsstaaten, die formal noch nicht der Eurozone beitreten könnten, ihre nationalen Währungen zugunsten des Euro aufgeben, zitiert die Zeitung aus dem IWF-Papier. Darin wird eine Mitgliedschaft auf Probe in der bislang 16 Länder umfassenden Eurozone vorgeschlagen. Auf Sitze im EZB-Rat, der unter anderem über die Leitzinsen entscheidet, müssten die Neumitglieder allerdings verzichten.

Der IWF nennt vor allem zwei Gründe für seinen Vorschlag: Hohe Schulden, die die osteuropäischen Länder in Fremdwährungen angehäuft haben, könnten mittels Euro-Einführung entschärft werden. Zudem würden harte soziale Einschnitte vermieden.

Die EU-Kommission wollte sich nicht konkret zu dem Vorschlag äußern. „Das scheint ein interner Bericht zu sein, der einen Monat alt ist“, sagte eine Sprecherin in Brüssel. Deutlicher wurde eine EZB-Sprecherin. „Die Position der Europäischen Zentralbank ist hinlänglich bekannt“, sagte sie. Die Kriterien für einen Euro-Beitritt - etwa eine niedrige Inflationsrate - müssten vollständig erfüllt werden.

Auf dem Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) waren die Mittel des IWF auf 750 Mrd. Dollar verdreifacht worden. Das Geld soll auch osteuropäischen Ländern zugutekommen, die besonders von der Finanzkrise betroffen sind. In den vergangenen sechs Monaten hatte der Währungsfonds Kredite im Umfang von über 60 Mrd. Dollar für die Region zugesagt.

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