Euro-Finanzminister
Der Unmut über Griechenland wächst

Per Telefonkonferenz haben die Euro-Finanzminister über Griechenland beraten - und sich schon wieder vertagt. Die Spannungen auf Regierungsebene steigen, dennoch könnte am Montag eine Einigung bevorstehen.
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Berlin/Brüssel/AthenDie Euro-Finanzminister haben ihre Entscheidung über das 130 Milliarden Euro schwere öffentliche Kreditpaket für das krisengeschüttelte Griechenland auf Montag vertagt. Die Gruppe teilte am Mittwochabend mit, sie
sei zuversichtlich, dass am 20. Februar die notwendigen Entscheidungen getroffen würden. Auf der Basis der Bestandteile, die derzeit auf dem Tisch lägen, könnten dann die notwendigen Entscheidungen getroffen werden, schrieb Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker.

Die Finanzminister hätten starke Zusagen der Chefs der beiden großen griechischen Parteien erhalten, die die Koalitionsregierung in Athen stellen. Auch gebe es mehr Klarheit über die zusätzlichen Sparmaßnahmen von 325 Millionen Euro, die die Eurostaaten von Griechenland als eine der Vorbedingungen gefordert hatten.

Doch auch wenn Juncker Optimismus ausstrahlte, ist der Unmut über den Mittelmeerstaat dennoch gewachsen. Laut Medienberichten wird in einigen Ländern sogar eine Aufschiebung der neuen Milliardenhilfe für die Zeit nach der Wahl im April erwogen. Zusicherungen griechischer Politiker, das Sparpaket auch nach der Abstimmung fortzusetzen, wird offensichtlich wenig getraut. Daher werde ein Überbrückungskredit diskutiert, meldete die Finanznachrichtenagentur Dow Jones. Am 20. März wird eine milliardenschwere Anleihe des Landes fällig.

Im Bundesfinanzministerium hieß es, man halte am ursprünglichen Plan fest. Dafür müsste Athen spätestens auf dem nächsten Eurogruppentreffen am Montag grünes Licht für den Schuldenerlasse seiner Privatgläubiger erhalten - der ersten Etappe zum neuen Hilfsprogramm. Klärungsbedarf gebe es etwa noch bei der Frage, wie die Umsetzung des Sparprogramms für Griechenland überwacht werden könne und ob der Schuldenabbau durch ein Treuhandkonto sichergestellt werde. „Es gab keinen Widerspruch, dass wir diese Elemente brauchen“, hieß es in Berliner Regierungskreisen. „Daran muss jetzt ebenfalls bis Montag weitergearbeitet werden.“

Die Spannungen zwischen Griechenland und den Geberländern liegen in der Luft. So griff etwa Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias Finanzminister Wolfgang Schäuble wegen der harten Haltung Deutschlands in der Schuldenkrise an. „Ich kann nicht hinnehmen, dass Herr Schäuble mein Land beleidigt“, sagte Papoulias am Mittwoch sichtlich erbost. „Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland kränkt? Wer sind die Niederländer? Wer sind die Finnen?“, fügte der 82-Jährige während eines Mittagessens mit dem Verteidigungsminister und Spitzenvertretern des Militärs hinzu.

In seine Aufzählung hätte er durchaus auch noch Italien mit aufnehmen können. Denn dessen Regierungschef Mario Monti ging am Mittwoch vor dem EU-Parlament in Straßburg hart mit Griechenland ins Gericht. Die Härte gegenüber Athen sei zwar möglicherweise übertrieben. „Doch die Politik der griechischen Regierung war über viele Jahre hinweg ein perfekter Katalog der schlimmsten Praktiken der Politik.“

Monti nannte Korruption, Vetternwirtschaft und eine fehlende ordentliche Steuerpolitik als Beispiele. „Auch ich bin Kritiker bestimmter übertriebener Strenge“, betonte er. Aber das gehe zulasten zukünftiger Generationen und man ruiniere sein eigenes Land. Monti sprach von einem Pendel, das in Richtung übertriebener Strenge ausschlagen könne, „aber als Italiener sage ich, dass es gut ist, dass wir dieses Pendel haben.“

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  • @rapid

    Nur kurz - mein heißgelibter MiniMac hat sich gestern verabschiedet, ein neuer musste her und ich stecke nicht nur "knietief" im Stress, weil QarkExpress nicht läuft eher soagr bis zum Hals: Ich bin nicht engagiert.

    Ich hattezwar meinem mir angetrauten Weib Ende letzten Jahres ans Herz gelegt, das Geld für die Ruine des kürzlich von mir auf einer Eisscholle zerlegten Tuscon in Commerzbankaktien zu stecken - aber das hat ihr dann eine "kluge" Bankberaterin wieder ausgeredet....

    Ich kann das Drama also tatsächlich etspannter angehen ...

    Das mit der Zeitzeugenschaft und dem zum Halse heraushängen sehe ich nichtganz so pessimistisch, na gut, mit einem Hang zur Verzweiflung, die einen auf den Rängen wohl ankommt, wenn man viel besser wüsste, wie die Kicker da unten zu laufen hätten und man einfach nicht gefragt wird, aber alles in allem erkenne ich halt durchaus auch Elemente im Treiben, die ich geradezu geniessen kann - so seltsam sie auch manchmal daher kommen, wie der jähe Einbruch deutsch-französischer Verständigung auf der Basis einer Louis de Funes Box zb.

    Wie sagt das Sprichwort "Es wird alles nur halb so heiss gegessen, wie es gekocht wird". Noch ist nicht "serviert", die letzten Züge nicht gemacht.

    Alles in allem kann ich mir ein paar tausend Varianten vorstellen, wie alles "schiefer" hätte gehen können und bin entzückt über die "Trägheit der Masse".

    Mag sein die Kanone rollt über Deck - mag sein, daß die Israelis wirklich komplett von der Rolle sind und Dummheiten machen. Ich sitze hier oben an Deck, die Band spielt eine sanfte Weise von Burt Bacharach und gleich kommt der Eisberg ... Nur: Was bringt das Jammern und Wehklagen, wir sind an Bord.

    Geniessen wir also die Aussicht.

    So und jetzt ran an den Speck! Diese neuen MiniMacs sind putzig und vor allem nicht mehr so hitzeintensiv, das ist schon mal toll, aber QarkExpress stürzt ab, _das_, werter Rapid, ist ein _echtes_ Problem. ;-)


  • @Juergen

    "das am Boden liegende Griechenland noch zu maßregeln"

    Ich bin erleichtert, daß Sie nicht "mit den Füssen in den Staub zu treten" geschrieben haben ...

  • @ gehtsnoch

    "...oder wollen sie dort alle verrecken lassen?" - Das wäre doch eine gute Idee.

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