Euro-Gipfel
Jeder kämpft gegen Jeden

Vor der entscheidenden Gipfel-Runde knirscht es in der Euro-Zone an allen Ecken und Enden. Die einzelnen Euro-Länder vertreten unterschiedliche Interessen, der Ton wird rauer. Wer gegen wen und für was – ein Überblick.
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DüsseldorfAm Mittwochabend kommen die EU-Regierungschefs zusammen, um endgültig ein Paket zur Stabilisierung der Euro-Zone zu beschließen. Dafür müssen sich die 17 Regierungschefs der Euro-Zone und die zehn Staatschefs von EU-Staaten außerhalb der Währungsunion einigen. Die Interessenlage ihrer Länder ist jedoch höchst unterschiedlich - es knirscht an allen Ecken und Enden.

Das Duo aus Frankreichs Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel hat die Führungsrolle. Am Wochenende nahmen die beiden ihren italienischen Amtskollegen Silvio Berlusconi in die Mangel und forderten diesen zu schnellen Reformen in Italien auf. Italienische Medien werteten dies als Erniedrigung für den 75-Jährigen. Berlusconi erwiderte, dass seine Regierung klare Vorstellungen habe, wie die Schuldenkrise und die Krise des Bankensektors - insbesondere des deutsch-französischen - angegangen werden müsse. „Niemand kann EU-Partnern Lektionen erteilen,“ sagte er. Das italienische Bankensystem sei stärker als das deutsche und französische.

Der Streit mit Italien ist nur ein Beispiel für die unterschiedlichen Interessen der EU-Länder. Auch Deutschland und Frankreich sind sich in vielen Punkten nicht einig. Ein Überblick über die zentralen Konfliktfelder.

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  • Heute geht´s aber um Griechenland und das können die franz.Banken verkraften.

  • Sie scheinen doch wohl eher zu den Pofallas dieser Republik zu gehören und weniger zu den Diskutanten, die sich um Sachlichkeit bemühen. Verzichten Sie doch auf Ihre billige Rethorik und halten an Tatsachen.
    Übrigens die Nazis haben sich an vielen Stellen bedient um ihren Ideologiesalat zu produzieren, nehmen Sie nur ihren Nietzsche-Kult und ähnliches.
    Mir scheint, dass die geopolitischen Grossraumphantasien etwa eines Karl Haushofer, heute von anderen Kreisen, denen Sie offenbar nahestehen, als Grundstock für ihre Politik benutzt wird. Darüber sollten Sie sich mal Gedanken machen.

  • @Arminius
    Die EU braucht eine Neuaufstellung ihrer Währungsräume, nämlich einen stabilitätsorientierten Nord-Euro, einen weicheren abwertungsfähigen Süd-Euro und die Gruppe der Staaten, die weder der einen noch der anderen Zone angehören. Die Länder der Nord-Gruppe, hier vor allem Deutschland würden zwar einige Exporteinbußen in die Gruppe der Süd-Euro Staaten hinzunehmen haben, die aber verkraftbar sind, die Süd-Gruppe mit weicherer Währung werden wieder wettbewerbsfähiger, was zum Vorteil für die Gesamt-EU ist. Mitglieder der Gruppe mit nationalen Währungen erhalten Anreize sich entweder der einen Gruppe oder der anderen anzuschließen.
    Es ist noch nicht einmal notwendig die EZB abzulösen. Denkbar ist eine EZB mit zwei Abteilungen zuständig für die jeweiligen Gruppierungen mit engen Absprachen und Verbindungen zwischen den beiden Geldpolitiken.
    Zugegebenermaßen würde die Neuaufstellung inder ersten Phase zu erheblichen Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen, die Markteilnehmer würden sich aber schnell von den Vorteilen einer Neugliederung überzeugen können und zur Tagesordnung zurückkehren.Selbstverständlich hängt hier auch viel von einer guten Kommunikation ab.

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