Euro-Gruppe macht Druck
„Der Ball liegt bei den Griechen“

Das Ultimatum läuft: Bis Freitag müssen die Griechen eine Verlängerung des Hilfsprogramms beantragen. Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem gibt sich hart. Ein CSU-Politiker fordert schon den Stopp aller Zahlungen an Athen.
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BrüsselDie Euro-Gruppe lässt im Schuldenstreit mit Griechenland nicht locker und verlangt von Athen einen Antrag auf Verlängerung des Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramms. „Wir hoffen, dass sie um eine Verlängerung des Programms bitten“, sagte Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Dienstag in Brüssel vor Beratungen der 28 EU-Finanzminister.

Wenn Griechenland einen Antrag stelle, könnten die Euro-Partner einen gewissen Handlungsspielraum gewähren: „Der Ball liegt bei den Griechen. Wir können sie nicht zwingen.“

Nach dem Abbruch der Gespräche mit der Euro-Gruppe am Montagabend zeigte sich der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis am Dienstag betont gelassen. Varoufakis sagte, man werde weiter verhandeln, um eine gute Lösung für alle Europäer zu finden, nicht nur für Griechen, Niederländer oder Deutsche. „Wir in Europa wissen, wie wir beraten müssen, um eine ehrenwerte Lösung nach einer ersten Meinungsverschiedenheit zu finden.“

Am Vorabend hatten die anderen 18 Euro-Länder den Griechen eine Frist bis Freitag gesetzt, um einen Antrag für eine sechsmonatige Verlängerung des Programms zu stellen - zusammen mit verbindlichen Zusagen Athens. Die neue griechische Links-Rechts-Regierung lehnt dies bisher aber ab, hofft aber auf eine Übergangsfinanzierung. Ohne Einigung droht dem hoch verschuldeten Land die Staatspleite.

Der österreichische Ressortchef Hans Jörg Schelling forderte Athen auf, den Antrag auf Verlängerung zu stellen. Griechenland stehe mit seiner Position der geschlossenen Front der anderen Euro-Länder gegenüber. Ohne weitere Finanzspritzen droht Griechenland, das bisher mit 240 Milliarden Euro der internationalen Geldgeber gestützt wurde, die Pleite.

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Luxemburger hoffnungsfroh, Finne skeptisch

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  • Ich glaube unser Finanzminister leidet entweder an Wahrnehmungsstörungen, oder verweigert sich der Realtiät. Die offenkundige Blindheit der Politiker im Norden für die Verhältnisse im Süden droht, Europa zu sprengen.Die Verantwortung für diese Entwicklung trägt überwiegend Deutschland, das sich von Beginn der Währungsunion an geweigert hat, die grundlegenden Spielregeln einer solchen Vereinigung zu benennen, anzuerkennen und sich daran zu halten, und das seit Ausbruch der Krise weitgehend kollektiv leugnet, dass die Missachtung dieser Spielregeln die Hauptursache der Krise darstellt.

  • @ Jürgen Dannenberg

    sie sagen es ja selber, wenn ( ultra ) rechts oder links Parteien ( Spinner )an die Macht kommen. Welche Nation auch immer. Sieht man ja gerade in Griechenland was da bei heraus kommt.

  • Hier noch der Link zum aufschlussreichen Interview mit Varoufakis von vor einem Jahr:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/29/frau-merkel-herr-schaeuble-stecken-sie-mit-den-griechen-unter-einer-decke/

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