Euro-Gruppe
Neues Griechenland-Hilfspaket wird teurer

Kann Griechenland auf neue Milliarden-Hilfen hoffen? Oder platzen die Gespräche in letzter Minute? Die Botschaften aus Brüssel und Athen klingen optimistisch. Nun ist klar: Das dritte Hilfspaket wird teurer als erwartet.
  • 16

BrüsselDas dritte Kreditpaket für Griechenland droht teurer zu werden als bisher erwartet, wie das Handelsblatt von mehreren hochrangigen EU-Diplomaten erfuhr. In Brüssel ist inzwischen von einem Betrag von mindestens 86 Milliarden Euro die Rede. Der IWF halte sogar 90 Milliarden Euro für erforderlich. 

Als ein wesentlicher Grund dafür wird die Rezession in Griechenland genannt. Die Wirtschaftsleistung drohe dieses Jahr um zwei bis drei Prozent zu schrumpfen und auch nächstes Jahr sei noch kein Wirtschaftswachstum zu erwarten. Zwischen den Geldgebern Griechenlands sei deshalb ein Streit über das nötige Kreditvolumen entbrannt.

Der IWF dringe darauf, die Sparleistung des Landes in den kommenden Jahren zu verringern und die Hilfskredite entsprechend zu erhöhen, sagte ein EU-Diplomat. Deutschland halte dagegen. Beim dramatischen Griechenland-Gipfel im Juli war von einem Kreditvolumen zwischen 82 und 86 Milliarden die Rede gewesen.

Die Euro-Regierungschefs hatten damals verlangt, unter diesem Betrag zu bleiben. Möglich ist das allerdings nur, wenn Griechenland spätestens 2018 wieder einen Primärüberschuss (ohne Schuldendienst) von 3,5 Prozent erzielt. Der IWF hält das für unrealistisch.

In Griechenland arbeiteten die Unterhändler indes „Tag und Nacht“, um eine Übereinkunft zu erzielen, sagte eine Sprecherin der Brüsseler EU-Kommission am Montag. Geld soll Athen wie schon in der Vergangenheit nur gegen konkrete Spar- und Reformzusagen erhalten

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos rechnete nach Informationen des Staatsfernsehens (ERT) damit, dass die Verhandlungen bis zum späten Montagabend oder in den frühen Morgenstunden des Dienstag beendet sein könnten. Tsakalotos informierte am Montagnachmittag Regierungschef Alexis Tsipras über den Stand der Verhandlungen.

In Brüssel hieß es, eine Einigung werde in den nächsten 24 bis 36 Stunden erwartet. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, gilt ein Treffen der Eurogruppe am Freitag als wahrscheinlich. Die Bundesregierung blieb dagegen zurückhaltend. Gelingt eine Übereinkunft, müssten darüber noch das griechische Parlament, der Bundestag sowie die Volksvertretungen einiger anderer Staaten der Eurozone abstimmen.

Seite 1:

Neues Griechenland-Hilfspaket wird teurer

Seite 2:

„Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“

Kommentare zu " Euro-Gruppe: Neues Griechenland-Hilfspaket wird teurer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Neues Griechenland-Hilfspaket wird teurer"

    Das ist Schnee von Gestern liebe Medien, schreibt doch schon mal über das 4. und 5. Hilfspaket, das in kürze verhandelt werden muss !



  • @ Vitto Queri
    "Wer leitet dieses IWH und wer finanziert diesen Blödsinn?"

    Antwort: Von der Webseite des iwh über das iwh: "Als Institut der Leibniz-Gemeinschaft wird sein institutioneller Haushalt zu je 50% von Bund und Ländern finanziell getragen."


  • Wozu diese Aufregung? In 2 Jahren kommt noch ein Hilfspaket.... und.... und. Bei den nächsten Wahlen stellt sich Mutti wieder auf und auch der Dicke. Nur so weiterwählen. Die Deutschen wollen es ja so, in anderen Worten, sie wollen eine Transferunion. .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%