Euro-Gruppen-Chef
Wird Schäuble der neue Juncker?

Wird Wolfgang Schäuble neuer Vorsitzender der Euro-Finanzminister? Laut Insidern sieht es ganz danach aus. Schäuble soll beste Karten für eine Nachfolge von Jean-Claude Juncker haben.
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HamburgBundeskanzlerin Angela Merkel hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) einem Pressebericht zufolge als Chef der Euro-Gruppe vorgeschlagen. Die Kanzlerin habe bei anderen Regierungschefs dafür geworben, dass Schäuble Nachfolger des luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Finanzminister werde, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf Kreise in Brüssel und mehreren EU-Hauptstädten.

Der Euro-Gruppen-Vorsitz ist Teil eines Pakets aus vier Spitzenposten, um das es hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen gibt. Die Entscheidung könnte sich bis nach den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai verzögern. „Noch geht das Spiel nicht auf“, sagte ein hochrangiger EU-Finanzpolitiker der Zeitung und beschrieb Schäuble als erste Wahl für den Posten Junckers, wenn dieser nicht erneut von einem Regierungschef besetzt werden sollte.

Schließlich, so der Insider weiter, habe der CDU-Mann „im Moment die besten Karten.“ Der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen und dessen italienischer Kollege Mario Monti hätten bereits abgelehnt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe aber noch keine Zusage für den CDU-Politiker abgegeben. Sollte Schäuble sich durchsetzen, könnte er sein bisheriges Amt weiter ausüben.

Die Bundesregierung wollte sich nicht dazu äußern. In Brüssel wird zudem spekuliert, dass der 57-jährige Juncker doch bis 2014 weitermachen könnte. Derzeit sind mehrere europäische Spitzenposten unter den Euro-Staaten zu vergeben. Die anstehenden Personalien sind zwar offiziell nicht miteinander verknüpft, es gilt aber als ungeschriebenes Gesetz in der EU, die Ämter gleichmäßig auf die verschiedenen Staaten zu verteilen. Eigentlich will der 57-jährige Luxemburger sich aber wegen Arbeitsüberlastung zurückziehen.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Gruppen-Chef: Wird Schäuble der neue Juncker?"

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  • Armer Minister Schäuble, Kohl überstanden, politische Hoch und Tiefs, und nun diesen Euro-Niedergang mit platzenden
    Krediten/Haushalten. Noch dazu Betrüger an jeder politischen Ecke. Wenn Sie diesen Gang gehn, allergroessten Respekt meinerseits.
    Denken Sie bitte an ihre Gesundheit, einer guten Havanna, die Sie sich redlich verdient haben, geniessen Sie einen guten Malt, denken Sie nicht immer an die nicht immer rühmliche CDU Vergangenheit.
    Peerlein kann es auch noch richten, der brennt schon darauf. Lasst doch die SPD in die Führungspütt, die schwarze Fraktion sitzt halt mal auf dem Beifahrersitz, Merklchen geht in die EU.

  • @Ockhams_Rasiermesser

    Weiss nicht, ob Ihre Pauschalkritik auch meinen, zugegeben polemischen Beitrag betrifft.

    Ich bin es auf jeden Fall leid, mir von einer ineffizienten, aufgeblähten demokratisch letztlich nicht legitimieren Einrichtung immer mehr vom bescheidenen Rest der im GG verankerten Volkssouverränität nehmen zu lassen.

    Und ja, ich habe einen akademischen Abschluss, verdiene um die € 70'000, die ich korrekt versteuere und versuche mit dem verbleibenden Netto meine Kinder durchzubringen, damit diese einmal für den Schaden gerade stehen, den unsere Politiker zurzeit (mehr oder weniger unwissend) anrichten.

  • Das Einzige, worauf die Aussagen von Margrit schliessen lassen, ist Dummheit, Verblendung, Xenophobie und Arroganz.

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