Euro-Höhenflug
EU nimmt chinesische Währung ins Visier

Der Chef der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Finanzminister Jean-Claude Juncker, hat den chinesische Yuan als derzeit größtes Sorgenkind der Währungspolitiker der Euro-Zone identifiziert. Doch damit sind nicht alle ganz einverstanden. Frankreich fordert auch deutlichere Worte gegenüber den USA. In Paris hegt man schon länger den Verdacht, dass Washington der schwache Dollar im Grunde ganz recht ist

HB LUXEMBURG. Beim Thema Wechselkurse machen europäische Finanzminister gerne eine abwehrende Handbewegung: „Das ist Sache der Märkte“, lautet eine beliebte Antwort auf neugierige Fragen. Da der Euro inzwischen die Latte von 1,40 US-Dollar riss, steigt jedoch die Unruhe. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich nicht nicht nur gegenüber der US-Währung, sondern auch gegenüber dem chinesischen Yuan und dem japanischen Yen.

Angesichts einer drohenden Währungsfalle verzichten die sonst so diskreten Minister des Euro-Gebiets auf diplomatische Wortspielereien. Offen fordern sie das Boomland China auf, seinen an den Dollar gebundenen Yuan aufzuwerten. Der Luxemburger Jean-Claude Juncker rückte China auf Platz Nummer Eins der Währungs-Problemfälle: „Erstens China, zweitens der Dollar, drittens der Yen.“

Europas dienstältester Regierungschef wird bis Ende des Jahres mit dem EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Joaquín Almunia nach Peking reisen, um mit den Verantwortlichen zu sprechen. Das ist ein beispielloser Vorstoß. Experten bezweifeln allerdings, dass der Spitzenbesuch China zu einem kurzfristigen Kurswechsel in der Währungspolitik bewegen wird. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zeigte sich am Dienstag in Luxemburg zurückhaltend: „Das muss man abwarten“, meinte er zu den Aussichten der VIP-Mission.

Vor allem die USA werfen Peking seit längerem vor, mit einer künstlich niedrig gehaltenen Währung die heimische Exportmaschine anzuheizen. China ist auch deshalb ein schwieriger Fall, weil es auf den weltweit größten Währungsreserven von über einer Billion US-Dollar sitzt.

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