Euro-Integration Gnodde empfiehlt USA als Vorbild

Goldman-Banker Richard Gnodde wirft Europas Politikern vor, dass sie die politische und wirtschaftliche Vision der europäischen Einigung aus den Augen verlieren - und empfiehlt einen Blick über den großen Teich.
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"Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht." Richard Gnodde Quelle: Bloomberg

"Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht." Richard Gnodde

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfKurz vor dem Krisengipfel der EU am Wochenende fordert Richard Gnodde, Co-Leiter des Europa-Geschäfts der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, die Regierungschefs auf, endlich Farbe zu bekennen. „Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht“, sagte Gnodde dem Handelsblatt.

Nach seiner Meinung führt kein Weg an einer deutlich stärkeren Integration der Währungsunion vorbei: „Die Investoren wollen Bewegung in Richtung gemeinsamer Verantwortung in der Eurozone sehen. Für ein neues Europa gibt es verschiedene Vorbilder, das können die Vereinigten Staaten sein, aber auch Kanada oder Australien“, machte der Goldman-Banker im Interview mit Deutschlands führender Wirtschaftszeitung klar.

Gnodde wirft den Politikern vor, dass sie die politische und wirtschaftliche Vision der europäischen Einigung zunehmend aus den Augen verlieren: „Die Währungsunion hat seit ihrer Gründung enorme Fortschritte für Europa gebracht, man sollte nicht immer nur von den Problemen, sondern auch von den Errungenschaften des Euros reden. Die Gemeinschaftswährung begann ihr Leben mit einem Kurs von 80 Cents zum Dollar, heute steht sie bei 1,25 Dollar.

Für diese Stärke gebe es gute Gründe.  Europa sei nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt, weise einen Handelsbilanzüberschuss aus, und die Arbeitslosigkeit halte sich insgesamt ebenfalls nach wie vor in Grenzen. „Wenn man als Anleger vom Mars auf die Erde käme, und nur auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen Daten einen Investitionsentscheidung zwischen der Währungsunion und den USA zu treffen hätte, müsste man eigentlich die Euro-Zone wählen“, meint Gnodde.

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6 Kommentare zu "Euro-Integration: Gnodde empfiehlt USA als Vorbild"

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  • Nun, wer sich mit der Innen- und Sozialpolitik, aber im Besonderen mit der Außenpolitik der USA beschäftigt, wird um Gnade bitten, dass Europa sich eben nicht die USA als Vorbild seiner Integration auswählt.

    Ich als überzeugter Demokrat und Europäer möchte jedenfalls kein undemokratisches und vorsinnflutliches Wahlsystem wie in Amerika und ich will auch keine Lobby-Demokratie.

    Man muss sich fragen, was will ein Herr Gnodde als Banker von Goldman-Sachs! Freien Turbokapitalismus mit einer gefügigen Zentralbank? Spekulation auf und gegen alles was Menschendasein ist?

    Selbst ein hochrangiger Goldman-Sach Mitarbeiter bescheinigte seinem eigenen Unternehmen in der New York Times unmoralische Profitgier. Aber wer CDOs verkauft und mit CDS auf deren Scheitern wettet hat natürlich eine saubere Weste.

    Vielleicht meint Herr Gnodde aber auch die Tatsache, dass entscheidende politische Persönlichkeiten in den USA entweder vor oder nach ihrem politischen Amt bei Goldman-Sachs landeten.

    Sorry Herr Gnodde, da haben wir im "altbackenen" Europa doch noch ein paar andere Moralvorstellungen.

  • Richtg guter Vorschlag.

    In Zukunft wird die No-Bailout-Regel wieder eingesetzt. Herr Schäuble tut ja jetzt noch so, als ob diese noch Gültigkeit hätte, aber er hat es nicht so mit der Wahrheit.
    Für die bereits geflossenen Rettungsgelder und für alle zukünftigen Unterstützungsleistungen müssen Sicherungen hinterlegt werden. Finnland macht das ja bereits, und die anderen Länder sollten dies auch tun. Dann braucht man nur noch eine Einigung, zu welchem Zinssatz Rettungsgelder gewährt werden, und die Rückzahlungsmodalitäten auszuhandeln. Hier könnte man großzügig sein.

    Ebenso sind die Target-Salden auszugleichen und ebenfalls zu besichern, wie in den USA.
    Bevor das nicht geregelt ist: keine weiteren Verhandlungen über irgendwelche anderen kreativen Unterstützungsgelder! ESM schon gar nicht! NIE und NIMMER! Wer hat sich dieses „Meisterstück“ bloß ausgedacht?

  • Man muß schon naiv wie ein Sozenwähler sein, um in der Verlautbarung dieses Herrn etwas konstruktives für Europa, geschweige denn für den deutschen Steuerzahler, erblicken zu können.
    Denn in Wahrheit geht es doch all den Schreihälsen mit ihren gutmenschelnden Forderungen nach einer raschen europäischen Einigung um nichts anderes, als daß jemand deren meterhoch im Feuer lodernde Forderungen an Pleitestaaten übernimmt.
    Wie wäre es, wenn die Banken und Hedgefonds mit gutem Vorbild und einem saftigen Gläubigerverzicht vorangingen???

  • also ich habe keine Errungenschaft durch den Euro erhalten, und dass der Euro bei 1,25 gegenüber dem Dollar notiert liegt ja wohl eher am schwachen Dollar als an der Eurostärke.
    Wenn wir uns schon an Amerika orientieren dann aber richtig, ich glaube 2009 sind in Amerika ca. 150 Banken pleite gegangen, die Einzelnen Staaten werden nicht künstlich per Dollartransfer gestützt und die Target Salden werden jedes Jahr glatt gestellt mit gesicherter harte Währung, zum Schluss empfehle ich auch die Gleichen Strafen für Vorstände und Manager wie in Amerika.

  • „Die Investoren wollen Bewegung in Richtung gemeinsamer Verantwortung in der Eurozone sehen. Für ein neues Europa gibt es verschiedene Vorbilder, das können die Vereinigten Staaten sein, aber auch Kanada oder Australien“


    Herr Gnodde, wir leben NOCH in eine Demokratie. Da sollte zuerst gefragt werden, was das Volk will!

  • Die Masters of the Universe werden langsam ungehalten.

    Also blöde Völker Europas schafft euch endlich ab und gebt dem Brüsseler Empire euren Segen.

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