Euro-Krise

Arbeitslosigkeit in Portugal zurückgegangen

Portugal und die Euro-Zone können aufatmen – zumindest etwas. Portugals Arbeitslosigkeit ist erstmals seit zwei Jahren zurückgegangen. Arbeitsminister Pedro Mota Soares erklärte, die neuen Zahlen weckten Hoffnung.
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In Portugal keimt wieder Hoffnung auf: Wie diese 33-jährige Kellnerin finden immer mehr Portugiesen Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen geht das erste Mal seit zwei Jahren zurück. Quelle: Reuters

In Portugal keimt wieder Hoffnung auf: Wie diese 33-jährige Kellnerin finden immer mehr Portugiesen Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen geht das erste Mal seit zwei Jahren zurück.

(Foto: Reuters)

LissabonDas Euro-Krisenland Portugal hat erstmals seit zwei Jahren einen Rückgang der Arbeitslosenquote verzeichnet. Wie die nationale Statistikbehörde INE am Mittwoch in Lissabon mitteilte, fiel die Quote der Beschäftigungslosigkeit zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2013 um 1,3 Punkte auf 16,4 Prozent. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen habe sich gegenüber dem ersten Quartal um 66 000 auf 886 000 reduziert. Im Zwölfmonats-Vergleich habe es aber einen Anstieg um 1,4 Punkte oder 39 000 gegeben, hieß es.

Beobachter führten den stärksten Quartalsrückgang seit 15 Jahren auf etwas mehr Optimismus in der Wirtschaft, aber auch auf den traditionellen Anstieg des Arbeitsplatzangebots in den Sommermonaten zurück. Arbeitsminister Pedro Mota Soares erklärte, die neuen Zahlen weckten Hoffnung, müssten aber auch mit Vorsicht genossen werden.

Zur Abwendung eines Bankrotts hatte Portugal 2011 von der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds ein Hilfspaket über 78 Milliarden Euro erhalten. Dafür verpflichtete man sich zu einem strengen Sanierungskurs. Das ärmste Land Westeuropas steuert bereits auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu.

  • dpa
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16 Kommentare zu "Euro-Krise: Arbeitslosigkeit in Portugal zurückgegangen"

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  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/10/ende-der-demokratie-millionen-empoerter-menschen-muessten-auf-der-strasse-sein/

  • Rechner: "Austerität funktioniert."

    Prof.Sinn: "Wer glaubt, mit Sparen diese Krise lösen zu können, hat von ihr nichts verstanden".

    Rechner versteht was vom Thema.
    Aber er setzt sein Wissen in unverantwortlicher Weise ein, um den Investoren, Banken, der Industrie oder den Altparteien und letztlich den Eurobonds das Wort zu reden, auch wenn Deutschland dabei am Ende zu Grunde geht.

    Wer immer diesen bezahlten Claqueur ernst nimmt, ist selber schuld.

    Seine Ziele sind klar, und es sind nicht die Interessen des Steuerzahlers.


  • Ergänzend zur Diskussion gilt es den "Korruptionsfaktor" innerhalb der portugiesischen, spanischen und griechischen Gesellschaft näher zu analysieren.
    Welche Gesellschafts-/Verwaltungsbereiche gelten als noch n i c h t infiziert?

    Endet dann bei politisch geduldeter, forcierter Geldwäsche/Mafiainvestitionen etc etc .

    Rechner, geh mal auf die Strasse und schau dich um.

    Parteiduchhaltemeldungen nahestehender Spekulationsgönner verpuffen ohne Nachwirkung.

  • Rechner, was Sie hier demonstrieren, ist nichts anderes als Lernresistenz. Oder sollte das Altersstarrsinn sein?
    Die Diskussion um Portugal wurde vor kurzem bereits geführt. Schon damals kam zur Sprache, dass es Augenwischerei ist, weil es doch sehr fraglich ist, von einer positiven Bilanz zu sprechen, wenn Leute auswandern, weil sie dazu gezwungen werden aufgrund der wirtschaftlichen Lage.

    Was Sie hier als Erfolg bejubeln (Austerität funktioniert), ist nichts anderes als portugiesischer Brain Drain, weil nämlich die Fittesten auswandern.

    Somit ist ihre Einstellung eine sehr kurzsichtige, weil wenn die Intelligenzia eines Landes weggeht, dann gibt das nicht unbedingt Grund zur Hoffnung. Da kann man zwar dann ein paar Fortbildungsprogramme auflegen, um die Statistiken zu schönen, aber wirklicher Fortschritt ist das nicht.

    Was mich jedoch am meisten schockiert an ihrer Haltung, ist die blinde Verbohrtheit nach dem Motto, wenn wir es uns schön reden, dann wird es auch gut. Leider sind dies Thesen der 80 er Jahre, die dem heutigen Paradigman nicht mehr entsprechen, da sie falsifiziert sind. So etwas funktioniert höchstens, wenn man den Kontext mit einbezieht und das fehlt bei Ihnen gänzlich.

  • Nanu so wortkarg, "Rechner"?
    Sie wissen selber dass das die Wahrheit ist. Nicht ich lüge, sondern Finanzminister Schäuble- und das schon seit Jahren.
    Gleich im Oktober wird es dafür einen neuen Beweis geben: den dritten Schuldenschnitt für Griechenland, den Merkel und Schäuble jetzt noch vehement abstreiten. Allein der wird den deutschen Steuerzahler mindestens 30 Miliarden Euro kosten. Und dann werden ganz schnell Schuldenschnitte für Portugal, Zypern und Irland folgen. Mitte 2014 steht dann die Bankenrekapitalisierung via ESM an - wenn man den tollen Euro erhalten will ist das alles "alternativlos", weil Volkswirtschaften mit einer Net International Investment Position von -100 Prozent dihres BIP wie Portugal, Irland , Spanien und Griechenland mit "Austerität" eben nicht zu retten sind.

  • 'AnteSapina' sagt
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    Die volle Schulden und Transferunion inklusive Bankenrekapitalisierung soll gleich nach der Bundestagswahl eingeleitet werden und bis Sommer 2014 durchgezogen werden. Merkel hat es der Finanzindustrie im Oktober 2012 zugesagt.
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    Sie lügen wie gedruckt.

  • @ Rechner

    Zitat : Den stärksten Quartalsrückgang seit 15 Jahren kann man nicht mit saisonalen Effekten allein erklären.

    - stimmt, Rechner ! Eine Menge Portugiesen fallen aus dieser Statistik raus, zumal diese abgewandert sind.....nach D, nach Brasilien, etc. !

    Und dieser Trend wird sich auch noch verstärken !

  • Es stimmt schon - in Portugal und Spanien sind es nicht nur saisonale Effekte, die für eine Linderung des Abwärtstrend sorgen- soweit hat Rechner recht. Aber es ist nicht die Austerität die das bewirkt.
    Stattdessen ist es die Aussicht auf die Sanierung der spanischen und portugiesischen Volkswirtschaft durch deutsches Steuergeld gleich nach der Bundestagswahl, die das Kapital der Investoren wieder in die Südperipherie zurücklockt und dort die Situation verbessert. Dafür gibt es auch andere Indikatoren: Je näher die Bundestagswahl kommt, und je näher eine schwarz/gelb/grün/rote Regierungsbildung rückt, desto geringer werden die Zinsspreads auf Staatsanleihen und desto geringer werden die Target-Salden. Für die deutschen Steuerzahler ist das aber alles andere als eine Entwarnung, sondern ein Zeichen höchster Gefahr!
    Die volle Schulden und Transferunion inklusive Bankenrekapitalisierung soll gleich nach der Bundestagswahl eingeleitet werden und bis Sommer 2014 durchgezogen werden. Merkel hat es der Finanzindustrie im Oktober 2012 zugesagt. Deutschland wird das 2 Billionen Euro kosten. Danach können Spanien und Portugal wieder auf Pump wachsen, und unser Land blutet endgültig aus.

  • Hurra!,die Euro-Krise ist vorbei. Liebes Handelsblatt,
    liebe Medien, das ist nun wirklich nur noch "Beruhigungs-
    pillen" verteilen. Hat das alles mit den Wahlen zu tun ?
    Schreibt doch einfach mal, was wir schon jetzt für den
    Erhalt dieser Pleitewährung zahlen und was uns noch, aber
    vor allem unseren Kindern u.w. bevorsteht. Ja, seid doch
    endlich einmal ehrlich! Wir leben doch in einer Demokratie.

  • Wenn viele nach Deutschland auswandern: klar.

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